
Ich gebe es zu, auch ich hatte meine Zweifel, als die Messeverantwortlichen 2007 ankündigten, in die Internationale FUNKausstellung künftig auch die sogenannte "weiße Ware" zu integrieren: Waschmaschinen, Föhns und Mikrowellengeräte unterm Funkturm, das klang - mindestens - sonderbar?
Fünf Jahre später, das zeigt sich auf der - inzwischen aus guten Gründen nur noch "IFA" genannten - Messe, wundert sich niemand mehr ernsthaft über die Koexistenz der elektronischen Welten. Vom 1. Bis 5. 9. 7 gehört Technik für Smart-Homes, in denen vernetzte Hausgeräte zum Standard werden, zu den Kernthemen von Europas wichtigster Messe für Hauselektronik.
Was lange als Idee spinnerter Entwickler galt, löst unterm Funkturm inzwischen bestenfalls noch technisches Interesse aus, aber keine Verwunderung:
- Waschmaschinen, beispielsweise, die neue, optimierte Waschprogramme aus dem Web nachladen,
- nachrüstbare Steckdosen mit integriertem WLAN-Modul, die sich per Handy-App fernsteuern lassen,
- Espresso-Maschinen, die automatisch beim präferierten Online-Shop neue Bohnen ordern oder
- Kühlschränke mit Web-Cam, die bei Abwesenheit der Besitzer Bewegungen in der Küche registrieren und so zugleich als Alarmanlage fungieren.
Verschobene Schwerpunkte
Und bei all dem verschieben sich nicht nur die thematischen Schwerpunkte der Messe. Auch die Gewichte bei den Ausstellern ändern sich: Konzerne wie etwa Panasonic, die in den vergangenen Jahren ihren IFA-Auftritt fast gänzlich auf Unterhaltungselektronik fokussierten, trommeln nun mit Vehemenz für Smart-Homes und -Cities, Brennstoffzellen oder per Handy fernsteuerbare Heizungen.
Bild: PressePhilips 42PFL6907K
Sein Displayrahmen ist so dünn, dass das TV-Bild des neuen Philips vor der Wand zu schweben scheint. Das Ambilight-Hintergrundlicht, dessen Farbe sich an den Bildinhalt anpasst, verstärkt diesen Effekt noch.
1400 Euro
Bild: PresseLG 42LM670S
Das Online-Portal des LG bietet nicht nur Zugriff auf TV-Apps, Videos und 3-D-Filme aus dem Internet. Die Flash-Software im Browser ermöglicht es auch, Abermillionen von Multimediainhalten aus dem Netz wiederzugeben.
1300 Euro
Bild: PresseSamsung UE40 ES 8090
Mikrofon und Web-Cam im Displayrahmen machen es nicht nur möglich, Videotelefonate über die integrierte Skype-TV-App zu führen. Samsungs Smart-TV lässt sich damit zudem per Sprachbefehl und Handbewegungen steuern.
1700 Euro
Bild: PressePanasonic TX-P50 VT50E
Um die Navigation im Web zu erleichtern, steckt in der Fernbedienung der VT-Serie ein Touchpad. Via WLAN lassen sich TV-Bilder und Videos auch auf Tablet oder Smartphone übertragen.
Preis: 2100 Euro
Bild: PresseLoewe Connect ID 40
Der Fernseher bringt nicht nur hochauflösende TV-Bilder auf den Schirm. Sein Festplatten-Rekorder zeichnet sie Wunsch auch auf. Den Weg ins Netz öffnen TV-Apps und ein vollwertiger Web-Browser.
2400 Euro
Bild: PresseSony KDL-40 HX855
TV-Bilder und Media- und Videotheken im Netz führt Sonys Web-Fernseher übersichtlich zusammen. Über zahlreiche nachladbare TV-Apps lassen sich Gerät und Funktionen zusätzlich personalisieren.
1400 Euro
Philips 42PFL6907K
Sein Displayrahmen ist so dünn, dass das TV-Bild des neuen Philips vor der Wand zu schweben scheint. Das Ambilight-Hintergrundlicht, dessen Farbe sich an den Bildinhalt anpasst, verstärkt diesen Effekt noch.
1400 Euro
Panasonic ist dabei zwar ein besonders prominenter, aber beileibe nicht der einzige asiatische Anbieter, der speziell den etablierten deutschen Branchengrößen der weißen Ware auf der IFA den Markt streitig macht. Spieler wie der chinesische Hersteller Haier aber auch der koreanische Elektronikriese Samsung setzten massiv auf die Digitalisierung der Haushaltselektronik.
Ganz besonders deutlich sticht dieser Anspruch in diesem Jahr am Südeingang der Messe ins Auge: Dort betreten Besucher das Messegelände in diesem Jahr durch eine überdimensionale Samsung-Waschmaschine. Umweht von Luftblasen soll er das Augenmerk auf eine neue Waschtechnik lenken, die die Koreaner entwickelt haben.
Langjährige Besucher der IFA aber erinnern sich auch daran, dass dort in den vergangenen Jahren stets eine Mega-Waschmaschine von Siemens stand. Insofern bedeutet Samsungs Lavamat noch etwas: den Wa(s)ch-Wechsel am Südeingang.














