Microsoft: Die Masse macht’s

von Thomas Kuhn und Matthias Hohensee

Was das neue Windows 10 für die Kunden bedeutet.

Geschäftsmodell

Microsofts enormer Erfolg ist direkt an den des Personal Computers gekoppelt. Wann immer Privat- oder Firmenkunden Windows-PCs oder -Server gekauft haben, zahlten sie Lizenzgebühr fürs Betriebssystem. In Zeiten, in denen die Nutzer immer mehr Angebote aus dem Internet abrufen, muss der Softwareriese dies Geschäft durch Softwareabos ersetzen. Unternehmen sollen künftig über den Cloud-Service Azure etwa Rechenleistung mieten; Endkunden Speicherplatz im Web buchen, werbefreie E-Mails oder unbegrenzten Musikgenuss aus dem Netz.

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Hard- und Software

Selbst Computer oder Smartphones zu verkaufen und in direkte Konkurrenz zu den eigenen Hardwarepartnern zu treten war für Microsoft lange tabu. Mit dem Tablet-PC Surface und der 2014 von Nokia übernommenen Handysparte hat der Konzern damit gebrochen. Geboren aus der Not, dass es Microsoft nicht gelungen ist, ein schlüssiges, geräteübergreifendes Paket aus Hard- und Software zu schaffen, wie es Apple mit seinen iPhones, iPads, Mac-Computern und den Apps etabliert hat.

Microsoft-Chef Sadya Nadella will das nachholen, darf dabei aber nicht die wichtigen externen PC-, Tablet- und Telefonproduzenten vergrätzen.

Stärken

So abgeschlagen Microsoft in der Smartphonewelt ist, so dominant ist es bei PCs – auch künftig die wichtigsten Arbeitstiere der IT-Welt. Das deutlich überarbeitete Design von Windows 10 orientiert sich wieder an traditionellen Bedienkonzepten und soll vom Vorgänger 8 enttäuschte Nutzer versöhnen. Und so die Dominanz sichern. Dazu beitragen soll auch der neue schlanke und schnelle Browser namens Spartan, der das zentrale Tor ins Internet zu all den neuen Web-Diensten ist.

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Eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen von Nadella war, Kernprodukte wie die Bürosoftware Office auch für iPhones und iPads sowie die Android-Welt freizugeben. Microsoft schafft so zum einen Reichweite in der mobilen Welt. Zum anderen erzeugt die Verknüpfung der Internet-Angebote einen starken Netzwerkeffekt. Textdokumente legt der Kunde im Onedrive-Speicher ab und kann den Link dazu über den Outlook-Service im Netz verschicken. So kommen andere Nutzer immer mit den potenziell kostenpflichtigen Diensten in Kontakt.

Schwächen

Microsoft ist weder der erste Anbieter von Cloud-Diensten, noch besitzt der Windows-Riese einzigartige Angebote, die speziell Privatkunden nicht auch in der Apple- oder Google-Welt finden.

Dazu kommt, dass viele Angebote im Netz weiter verbreitet sind – der Kurznachrichtendienst WhatsApp etwa hat Microsofts Skype-Dienst längst abgehängt. Dass die Skype-Integration in Windows 10 daran etwas ändert, ist kaum anzunehmen.

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