Microsoft, Google und Twitter: Der Wettlauf um die Echtzeit-Suche

Microsoft, Google und Twitter: Der Wettlauf um die Echtzeit-Suche

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Twitter-Gründer Williams und Stone (v. links): Potenzial der Echtzeit-Suche im Web erkannt

von Oliver Voß

Microsoft und Google wollen mit ihren Suchmaschine Twitter-Nachrichten auswerten, Google will bald nachziehen. Das Rennen um die Echtzeit-Suche ist in vollem Gange.

Google ist zum Synonym für die Suche im Internet geworden, in Deutschland hat die Suchmaschine einen Marktanteil von rund 90 Prozent. Doch die Betreiber des Dienstes sind mit ihrem Angebot selbst nicht zufrieden. Mitte Mai erklärte Google-Mitgründer Larry Page, dass sein Dienst vor allem bei der Echtzeit-Suche im Internet nachlegen müsse. Und wenn Produktchefin Marissa Mayer im Winterurlaub Informationen über die aktuellen  Schneeverhältnisse haben möchte, informiert sie sich weder bei Google, noch speziellen Wetterdiensten, sondern dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Ob Terroranschläge, Amokläufe oder andere Katastrophen – vor allem bei solchen Ereignissen hat Twitter seinen großen Vorteil gegenüber anderen Medien und Internetangeboten ausgespielt: Geschwindigkeit.

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Microsoft und Google zapfen Nachrichtenstrom von Twitter an

In Echtzeit kommunizieren Millionen von Nutzer, teilen Nachrichten, Bilder oder Links miteinander, Informationen verbreiten sich dadurch rasend schnell durch das Internet. Hier können die Suchmaschinen bislang nicht mithalten. Google & Co. durchsuchen zwar hunderte Millionen von Seiten, jedoch nur in gewissen Abständen, so dass die Ergebnisse der Aktualität hinterherhinken können.

Um dieses Manko zu beheben, wollen sie nun verstärkt den Nachrichtenstrom von Twitter anzapfen. Microsoft kündigte gestern an, die maximal 140 Zeichen langen Nachrichten der Twitter-Nutzer mit der Suchmaschine Bing zu erfassen. Der Dienst ist über die US-Version der Seite ab sofort unter www.bing.com/twitter verfügbar. Zudem sollen auch die Statusmeldungen der Mitglieder des Netzwerks Facebook integriert werden.

Damit versucht Microsoft wohl weiter Boden gegenüber Google gut zu machen. Der Marktführer konterte allerdings umgehend, denn wenige Stunden später erklärte auch Google, es werde künftig ebenfalls die sogenannten Tweets auswerten. Allerdings soll ein entsprechender Service erst in den nächsten Monaten kommen.

Rennen um die Echtzeitsuche

Ganz neu ist das alles freilich auch nicht. Schon jetzt werden in den Suchergebnissen von Google auch Daten von Twitternutzern ausgegeben. Doch die Ankündigungen zeigen, dass das Rennen um die Echtzeitsuche in die nächste Runde geht.

Das Startup Topsy hat schon vor einiger Zeit eine Suchmaschine gestartet, die auf die Auswertung von Twitter spezialisiert ist. Auch Twitter selbst bietet eine Suchfunktion an und arbeitet seit einiger Zeit intensiv an deren Verbesserung. Für das vor drei Jahren gegründete Unternehmen dürften die Vereinbarungen allerdings noch einen positiven Nebeneffekt haben. E wird davon ausgegangen, dass sich Twitter den zugriff au seine Datenbanken von Microsoft und Google ordentlich vergüten lässt. Damit hätte das Unternehmen endlich eine Einnahmequelle, denn so populär Twitter inzwischen auch sein mag – mit dem Geld verdienen tun sich die Kalifornier bislang noch schwer.

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