Microsoft: Welche Chance Spartan im Browser-Krieg hat

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Microsoft: Welche Chance Spartan im Browser-Krieg hat

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Willkommen bei den "Browser-Wars": Safari, Firefox, Chrome, Opera und - noch - der Internet Explorer im Kampf um die Vorherrschaft im Webbrowsing.

von Thomas Kuhn

Von der einst unangefochtenen Dominanz im Web ist der Internet Explorer inzwischen weit entfernt. Jetzt will Microsoft mit seiner neuen Internet-Software „Project Spartan“ verlorenen Boden gut machen. Kann das gelingen? Und was leistet der Neuling im Vergleich zu Chrome, Firefox, Opera und Safari?

Diese Geschichte beginnt mit einem schweren Irrtum – und einem der meistverwendeten Zitate von Bill Gates: „Das Internet ist ein Hype“, befand der Microsoft-Gründer im Jahr 1995, und fokussierte seine Mannschaft auf die Gewinnmaschinen Windows und Office. Nur eine gute Handvoll Softwarespezialisten ließ er daneben die Urfassung von Microsofts Online-Software entwickeln, den Internet Explorer. Den Zugang zum Netz, das Mitte der Neunziger tatsächlich noch ein Refugium für Technikverliebte und Netzwerk-Fans war, dominierte Netscapes Navigator.

Zu Gates‘ Ehrenrettung ist zu sagen, dass er seinen Irrtum ebenso schnell wie konsequent revidiert hat: Der Software-Mogul verordnete Microsoft einen strategischen 180-Grad-Schwenk, stockte den Entwicklerpool auf, bündelte den Internet Explorer (wettbewerbsrechtlich fragwürdig) mit seiner Windows-Software.

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Mit Erfolg. Im ersten sogenannten „Browser-War“ kehrte Gates die Dominanz beim Netzzugang binnen weniger Jahre komplett um. Der Navigator stürzte beim Marktanteil von fast hundert Prozent in den einstelligen Bereich, der IE schoss bald nach der Jahrtausendwende auf fast 90 Prozent.

Diese Browser werden in Deutschland am häufigsten genutzt

  • Platz 5

    Opera

    Der quelloffene Webbrowser Opera ist kaum verbreitet: Mit 2,5 Prozent Marktanteil in Deutschland schafft er es immerhin noch auf den fünften Platz.

  • Platz 4

    Safari

    Der Apple-Browser hat einen Marktanteil von 10,1 Prozent.

  • Platz 3

    Internet Explorer

    Mit 16,1 Prozent Marktanteil landet der Windows-Browser auf Rang drei.

  • Platz 2

    Chrome

    Googles Browser Chrome bündelt 26,2 Prozent der Marktanteile.

  • Platz 1

    Firefox

    Im September 2014 nahm der Mozilla-Browser 41,9 Prozent Marktanteil ein.

    Daten: Statista.de

Diese Dominanz konnte erst Mozillas Firefox (2004) und dann Googles Einstieg ins Browser-Geschäft mit Chrome (2008) im zweiten Browser-Krieg wieder brechen. Zugleich sorgte die verschärfte Konkurrenz für einen massiven Innovationsschub. Der reichte von der Bedienung (etwa dem Arbeiten mit mehreren Fenstern), über die Qualität (wie der Einhaltung von Web-Standards), und die Funktionalität (beispielsweise der Synchronisation von Inhalten zwischen mehreren Rechnern) bis hin zur Geschwindigkeit beim Aufruf der Seiten oder der Ausführung der aus dem Netz geladenen Inhalte.

Wer das Portal zum Netz besetzt, macht die besten Geschäfte

Bis heute hat dieser Wettbewerb nichts an Schärfe verloren. Aus gutem Grund, denn längst ist der Browser auf PC, Tablet oder Smartphone weit mehr als das Programm, das Web-Seiten anzeigt. Tatsächlich hat sich die Surf-Software zu so etwas entwickelt wie einem eigenen Sub-Betriebssystem, über das die Anbieter ihre eigenen Programme aus dem Netz abspielen können – unabhängig vom Betriebssystem, das den Rechner oder das Telefon antreibt. Googles Karten-App „Maps“ etwa funktioniert im Chrome-Browser besonders gut, die Online-Version von Microsofts Office-Programmen lief anfangs nur im Internet Explorer leidlich rund.

Die Bedeutung der Web-Software nimmt weiter zu. Sie wird – auch wenn es primär technisch klingt – für die Spieler im Software- und Internetgeschäft in Zukunft ökonomisch überlebenswichtig. Denn für alle gilt: Wer das Portal zum Netz besetzt, der macht auch mit der Software, die künftig immer öfter aus der Cloud geladen oder gleich gänzlich dort genutzt wird, die besten Geschäfte.

Kein Wunder also, dass Microsoft seiner Zugangs-Software zum Netz aktuell ganz besondere Aufmerksamkeit angedeihen lässt. Und zwar in Form einer Radikalkur. Denn wenn voraussichtlich noch im Laufe des Sommers die neue Betriebssystem-Version Windows 10 auf den Markt kommt, hat der inzwischen in Version 11 vorliegende Internet Explorer ausgedient.

Jedenfalls in weiten Teilen, denn auch wenn Microsoft seinen Online-Oldie zunächst noch weiter pflegen wird; vor allem, um Unternehmenskunden den Weiterbetrieb von an die IE-Welt angepassten internen Web-Diensten zu ermöglichen: Den Weg in die Zukunft weist ein komplett neu entwickelter Browser, der bisher nur unter seinem Projektnamen „Spartan“ bekannt ist.

Bisher ist er nur in einer Vorabversion für Nutzer verfügbar, die sich bei Microsofts Insider Testportal anmelden. Aber schon jetzt ist klar, dass der Spartaner aus Redmond den Kampf um die Dominanz im Netz erneut entfachen wird. Denn die Software bietet jede Menge Neuerungen, die dafür sorgen sollen, dass der Browser nicht nur mit der zwischenzeitlich enteilten Konkurrenz wieder gleichzieht, sondern sie womöglich ziemlich schnell ziemlich alt aussehen lässt.

Was also bieten „Spartan“ und seine etablierten Konkurrenten, wo liegen die jeweiligen Stärken und Schwächen?

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