Mittelstand: Kleine Softwareschmieden machen SAP das Leben schwer - Seite 6

Mittelstand: Kleine Softwareschmieden machen SAP das Leben schwer

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Markus Schäfer, Ordat-Chef, arbeitet inzwischen mit Microsoft zusammen Quelle: Klaus Weddig für WirtschaftsWoche
Markus Schäfer, Ordat-Chef, arbeitet inzwischen mit Microsoft zusammen Quelle: Klaus Weddig für WirtschaftsWoche

Für das 1970 gegründete Unternehmen ist das ein Schritt in die Zukunft. Der Umsatz von Ordat ging von 14 Millionen Euro im Jahr 2002 auf 10,4 Millionen 2006 zurück. In diesem Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Plus von zehn Prozent. „Die Entscheidung verschafft uns einen strategischen Vorteil“, sagt Schäfer.

Denn während das hauseigene Programm nur in Europa einsetzbar war, kann Ordat mit dem Microsoft-Produkt nun auch Software für China und andere Länder anbieten. Weitere Unternehmen dürften dem Beispiel folgen. „Es liegt im Trend, dass kleinere Anbieter mit großen Herstellern wie Microsoft, SAP oder Sage kooperieren und deren Produkte mit ihrer Branchenexpertise veredeln“, sagt ERP-Experte Sontow.

Die Erneuerer. Was Microsoft oder Infor im großen Stil tun, ist auch die Strategie von SoftM aus München. Mit gezielten Zukäufen und Kooperationen hat das 1973 gegründete Unternehmen zur Runderneuerung angesetzt. Jahrelang verkaufte SoftM Programme, die für spezielle Großrechner von IBM ausgelegt waren. Doch dieser Markt ist seit einigen Jahren rückläufig. „Wir mussten uns Gedanken machen, was die Technologie der Zukunft ist“, sagt SoftM-Vorstand Ralf Gärtner.

Im Jahr 2004 sorgte dann das kleine Unternehmen Semiramis für Aufsehen, das in Hannover und dem österreichischen Kirchbichl ein völlig neues ERP-System in der Programmiersprache Java entwickelte. SoftM war von dem Ansatz begeistert und wollte mit Semiramis zusammenarbeiten.

Doch die beiden konnten sich nicht einigen, daher vereinbarte SoftM eine Partnerschaft mit einem Schweizer Anbieter, der ebenfalls an einem ERP-System bastelte. Im Herbst 2006 gab es eine zweite Chance: Semiramis musste Insolvenz anmelden. SoftM übernahm den Pleitier und gewann das Vertrauen bisheriger und neuer Kunden.

„Semiramis ist das Rückgrat unserer zukünftigen Geschäfte“, sagt SoftM-Vorstand Gärtner heute. Durch den Strategiewechsel und die Umstrukturierung des Hardwaregeschäftes brach der Umsatz im Vorjahr ein und SoftM schrieb eine Million Euro Verlust. Im ersten Halbjahr 2008 stiegen die Softwareumsätze um acht Prozent auf knapp zehn Millionen Euro. In diesem Jahr soll der Gewinn eine Million Euro betragen

Einen wichtigen Beitrag soll Semiramis-On-Demand leisten, Software zur Miete über das Internet. Genau das Modell propagiert auch SAP mit Business by Design. Doch während der große Konkurrent die Einführung seiner neuen Mittelstandssoftware wegen technischer Probleme um anderthalb Jahre verschieben musste, ist die Mietsoftware von SoftM seit Anfang Oktober erhältlich.

10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 14.09.2009, 12:23 UhrAnonymer Benutzer: Unbekannte

    bei dem Mittelstand ist das neue Produkt SAP All-in-One teilweise noch gar nicht bekannt. SAP hat sehr wohl die Möglichkeit mit einem best Practice Ansatz und einer neuen NetWeaver Oberfläche den Mittelstand zu bedienen. Der SAP Vertrieb geht auf den Mittelstand ein, indem er erst einmal zuhört. Die Zeiten der Arroganz sind längst vorbei. Mit neuen menschlichen Ressourcen kann sich auch ein Markt wandeln.

  • 14.07.2009, 17:31 UhrAnonymer Benutzer: Maik

    Sicherlich hat SAP seine Daseinsberechtigung nur kann man nicht sagen das SAP für alles und jedem geeignet ist. Für den Mittelsand gibt es bereits durchaus bessere und günstiger Lösungen für die verschiedenen Anforderungen. als beispiel mal AvERP, ist eine lizenzfreie open source ERP-Software die im vergleich zu den kommerziellen Produkten wie SAP nicht schlecht abschneidet. (http://www.ltlc.de/averp-prozessorientierte-einfuehrung.htm)

  • 29.04.2009, 22:12 UhrAnonymer Benutzer: noch Anonymer

    Tja, lieber Anonym, als berater so lange an der SAP-Software herumfummeln und customizen müssen steht ja wohl nicht gerade dafür, dass die SAP-Software ein Glanzlicht am Softwarehimmel ist, sehen Sie sich mal um, das Leben ist vielfältig, warum sollte es da nur eine Software für betriebswirtschaftliche Anwendungen geben, das Widerspräche den Gesetzen der Natur und Wissenschaft. Mögen sich die Systeme weiterhin Konkurrenz machen, es bringt Allen etwas. Und persönlich muss ich ihnen sagen: 16 Stunden Arbeit bringt ihnen in der Summe gar nix. Produktiv sind Sie maximal 2 Stunden, den Rest verbringen Sie in den unsinnigen Tiefen des SAP-Systemes und in der unsäglichen Suche nach Hinweisen, wie es so schön im SAP-Jargon genannt wird. ich nenne es einfach Zeitverschwendung - das Leben ist kurz genug. ich gebe bewusst hier kein Statement für eine Software ab. Das ist müßig.

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