
Es ist für die klassischen Medien jedes Jahr ein gefundenes Fressen, um ein paar Sommerlöcher füllen zu können: Artikel rund um Roaming-Tarife von mobilen Daten in der Urlaubszeit. Die einen klagen, die anderen versuchen Tipps zur Kosteneinsparung zu geben. Die Preise sinken zwar, jedoch nur langsam. EU-intern sind 84 Cent pro Megabyte die neue Höchstgrenze. Wer in der Schweiz beim grössten Provider Swisscom ein Privatkunden-Abo besitzt, bezahlt bei einer Reise nach Deutschland aktuell bis zu 1,16 Euro pro Megabyte. Persönlich finde ich diese hohen Preise toll. Ich hoffe ganz ehrlich, dass dies noch möglichst lange so bleiben wird. Bevor ihr mich für verrückt erklärt, lasst mich erklären, weshalb ich dies so sehe.
Bild: obsPünktlich zum Urlaubsstart am 1. Juli wird es für Verbraucher günstiger, in anderen EU-Ländern mit dem Handy zu telefonieren, SMS zu verschicken oder im Internet zu surfen. Die sogenannten Roaming-Gebühren werden stufenweise sinken. Ein Überblick über die wichtigsten Änderungen.
Bild: gms„Wir sind gut angekommen, alles ist in Ordnung.“ Ruft ein Handybesitzer aus dem Ausland an, darf das ab Juli maximal 29 Cent pro Minute kosten – momentan liegt die Obergrenze bei 35 Cent. Ab dem 1. Juli 2013 wird es sogar noch günstiger; dann kostet die Minute noch 24 Cent. Im Sommer 2014 sinkt der Preis für die Anrufe in die Heimat auf maximal 19 Cent pro Gesprächsminute.
Bild: gmsAuch wer im Urlaub selber nicht telefoniert, dafür aber Anrufe von Freunden oder Kollegen bekommt, durfte sich bisher auf die kommende Rechnung freuen. Wer eine Prepaid-Karte nutzt, steht auch gern mal ohne Guthaben da, wenn zu viele Anrufe aus der Heimat kommen. Bisher zahlt der Angerufene bei ankommenden Anrufen pro Minute elf Cent, ab Juli sind es nur noch acht. Im Sommer 2014 kostet der Kontrollanruf von Mutti dann nur noch fünf Cent.
Bild: dpaDer Preis für eine SMS an die Daheimgebliebenen sinkt von elf auf neun Cent – das Ganze natürlich ohne Mehrwertsteuer. "Damit wird vielen Verbrauchern bei EU-Auslandsreisen eine böse Überraschung auf der Handyrechnung erspart bleiben", sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU).
Bild: obsWer im Urlaub das mobile Internet nutzen möchte, um seine E-Mails, den Wetterbericht oder Tourismusinformationen abzurufen, muss künftig nicht mehr als 70 Cent pro Megabyte bezahlen, bis 2014 soll der Preis auf 20 Cent sinken. Bis dato drohte sonst die böse Überraschung bei der nächsten Rechnung. Viele Handyprovider haben günstige Auslandstarife für das Surfen im Web. Smartphones wählen sich aber auch selbstständig ins Netz ein, wenn kein solcher Tarif abgeschlossen wurde. Und dann kann’s teuer werden.
Bild: dapdAußerdem dürfen sich die Handybesitzer jetzt ihren Mobilfunkanbieter im Ausland aussuchen und können somit den günstigsten Roaming-Dienst wählen. Vodafone, E-Plus und Co. müssen ihre Netze für die ausländische Konkurrenz öffnen, damit der Urlauber auch unter seiner Nummer erreichbar bleibt.
Pünktlich zum Urlaubsstart am 1. Juli wird es für Verbraucher günstiger, in anderen EU-Ländern mit dem Handy zu telefonieren, SMS zu verschicken oder im Internet zu surfen. Die sogenannten Roaming-Gebühren werden stufenweise sinken. Ein Überblick über die wichtigsten Änderungen.
Roaming-Kosten im Business: Peanuts!
Es gibt zwei Gründe, weshalb sich jemand im Ausland aufhält: Entweder ist dies geschäftlicher Natur, zum Beispiel für Meetings oder Konferenzen, oder dann privat für Urlaub, Verwandtenbesuche und so weiter.
Bei einem geschäftlichen Auslandsaufenthalt sind Roaming-Kosten nebensächlich. Man befindet sich ohnehin oft in Räumlichkeiten, welche über Internetzugang per WiFi verfügen: Hotelzimmer, Konferenzräume, Sitzungszimmer, Flughafengebäude. Der Kostenanteil, welcher für den Internetzugang draufgeht, ist ohnehin nur ein kleiner Teil einer solchen Reise – auch bei anfallenden Roaming-Kosten. Diese Auslagen müssen im Voraus einbudgetiert werden und stellen dann kein Problem dar.
Wer nun denkt, sein Startup oder sonstiges Geschäft könnte sich im Ausland besser verkaufen oder dieser Markt könnte gar erst erobert werden, wenn denn die Preise für die Datenübertragung tiefer wären, macht ohnehin Denkfehler. Wenn das Produkt, das Geschäftsmodell und das ganze Drumherum stimmen, klappt’s auch so mit dem Business. Und wenn nicht, scheitert’s nicht am Roaming sondern es stehen viel mehr grössere Aufgaben an, um die man sich zuerst im Heimat-Quartier kümmern sollte.
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