Mobiles Bezahlen: Warum Bargeld unschlagbar bleibt

Mobiles Bezahlen: Warum Bargeld unschlagbar bleibt

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Bar geht es an der Supermarktkasse immer noch am schnellsten – das weiß auch die Kanzlerin.

von Jakob Blume

Kreditkarte, Lastschrift, kontaktloses Bezahlen: Der technische Fortschritt ist längst an der Supermarktkasse angekommen. Trotzdem zahlt die Mehrheit weiter bar. Das hat einen guten Grund.

Mal ist es die ältere Dame, die ihre Börse in der Hand der Kassiererin ausleert und so den Warenfluss ins Stocken geraten lässt. Mal ist es der junge Bursche, der eine Kaugummi-Packung für 99 Cent mit Karte bezahlt und so alle anderen aufhält. In einer Schlange an der Supermarktkasse zu warten, birgt für viele Menschen hohes Frustpotential. Im für die Händler schlimmsten Fall verderben lange Schlangen die Laune des Kunden oder schrecken Käufer ab.

Kein Wunder also, dass die Händler alles daran setzen, die Abläufe an der Kasse zu beschleunigen. Doch die Vielzahl der Bezahlmethoden, wie Bargeld, Lastschrift, Kreditkarte oder kontaktloses Bezahlen, sorgt für komplexe Technik und stiftet bei Kunden mitunter Verwirrung. Und so gilt: Schnell ist, was die Kunden kennen. Die Zahlung per Bargeld dauert im Schnitt 15 bis 24 Sekunden, hat Horst Rüter vom Kölner Marktforschungsinstitut EHI gemessen. Beim elektronischen Lastschriftverfahren mit Unterschrift brauchen die Kunden etwa 28 Sekunden, wenn sie mit Kreditkarte bezahlen dauert es rund 30 Sekunden.

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Was für den einzelnen Kunden kaum einen Unterschied macht, bedeutet für die Händler bares Geld: „Das summiert sich natürlich“, sagt Marktforscher Rüter. „Das Ergebnis kann sein, dass die Händler zusätzliche Kassen öffnen müssen, um die Länge der Schlange konstant zu halten.“ Besonders für Branchen mit vergleichsweise kleinen Umsätzen pro Kunde, wie dem Lebensmittelhandel oder Drogeriemärkten, sei eine schnelle Abwicklung des Bezahlvorgangs von Bedeutung.

Doch nach wie vor geht die große Mehrheit am liebsten mit Bargeld in der Tasche einkaufen. Laut EHI zahlen knapp 80 Prozent der Kunden mit Bargeld – vor allem kleine Beträge. Insgesamt machen Barzahlungen 52 Prozent der Umsätze im Handel aus. Auf die Girokarte entfallen 23 Prozent der Umsätze, auf das Lastschriftverfahren mit Unterschrift rund 14 Prozent und auf Kreditkarten 5,7 Prozent.

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Der Trend geht zum Plastikgeld: „Es werden zunehmend auch kleinere Beträge mit Karte bezahlt“, beobachtet Rüter. Große Hoffnungen setzten Einzelhändler wie Kreditkartenunternehmen deshalb in das kontaktlose Bezahlen. Dazu werden spezielle Funkchips in Kredit- und Girokarten eingebaut. Eine geeignete Kasse vorausgesetzt, reicht es aus, wenn der Kunde seine Karte nah an das Terminal hält. Die Zahlungsinformationen werden bei der als Near Field Communication (NFC) bezeichneten Technik per Funk übertragen.

Bei Beträgen unter 25 Euro ist dabei auch keine Autorisierung mit Pin oder Unterschrift nötig. Das Zahlen mit Karte dauert damit etwa so lang wie mit Bargeld, sagt Rüter. „Die meisten großen Händler sind gut auf das kontaktlose Bezahlen vorbereitet“.

Doch damit es schnell geht, müssten sich die Kunden an die neuen Bezahlmethode gewöhnen. Bislang spielt kontaktloses Bezahlen an der Supermarktkasse keine große Rolle. Der Grund sei, dass bislang vor allem Kreditkarten mit der Funktechnik ausgestattet seien, sagt Rüter. Doch Zahlungen mit Kreditkarte machen nur knapp sechs Prozent der Handelsumsätze aus.

Neben Kreditkartenfirmen wie Mastercard oder Visa forcieren auch immer mehr Banken die Funktechnik. Nächstes Jahr werde die Technologie flächendeckend in Girokarten zum Einsatz kommen, erwartet Rüter. Doch auch das ist nur ein Zwischenschritt: Längst sind viele Smartphones in der Lage, mittels NFC-Technik an der Supermarkt-Kasse zu bezahlen. Apple und Google haben digitale Portemonnaies fürs Handy entwickelt.

Allerdings werden auch diese Methoden die Geschwindigkeit des Bezahlvorgangs nicht weiter drücken können. An der Supermarktkasse bleibt das Bargeld für die digitale Konkurrenz in puncto Schnelligkeit auf absehbare Zeit unschlagbar.

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