Mobiles Sicherheitsrisiko: So schützen Sie Ihr Smartphone

Mobiles Sicherheitsrisiko: So schützen Sie Ihr Smartphone

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Smartphones sind ein beliebtes Hacker-Ziel - sie sind fast immer eingeschaltet und speichern viele persönliche Daten.

von Thomas Kuhn

Privatleute und Unternehmen lassen ihre Smartphones und Diensthandys oft sträflich ungesichert. Dabei ist Schutz weder teuer, noch kompliziert.

Wenn Simlocker oder Cryptolocker zuschlagen, erinnert das an eine Geiselnahme – allerdings an eine der drahtlosen Art. Die Hacker-Software attackiert Smartphones – und wo sie erfolgreich ist, heißt es für die Handy-Besitzer „Wir müssen leider draußen bleiben“. 

Die Cyberschädlinge verhindern konsequent jeden Zugriff auf das Telefon von außen. Entsperrt werde erst gegen Zahlung eines Lösegeldes, lassen die digitalen Erpresser wissen.

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Rasant wachsende Zahl von Handy-Schädlingen

Lange beschränkten sich solche Attacken – in der IT-Branche heißen Sie „Ransomware“, abgeleitet von „Ransom“, dem englischen Begriff für Lösegeld – auf Schreibtisch- oder Notebook-Computer. Nun aber geraten - kaum verwunderlich angesichts des geradezu explosionsartigen Absatzwachstums der Smartphones - immer öfter auch Handys (die im Grunde ja auch längst Mobilcomputer sind) ins Visier der Angreifer.

Fünf Tipps, wie Sie Ihr Smartphone vor Schadsoftware schützen

  • 1. Anti-Viren-Programme

    Installieren Sie eine Anti-Viren-App für Ihr Smartphone – vor allem, wenn es ein Android-Handy ist.

  • 2. Keine inoffiziellen Stores

    Laden Sie Apps nur aus den App-Stores der Anbieter, auf vielen inoffiziellen Plattformen kursieren Programme, die Schadsoftware enthalten.

  • 3. Apps checken

    Egal woher die Apps stammen, checken sie neue Apps während oder spätestens nach der Installation mit der Schutzsoftware.

  • 4. WLAN abschalten

    Schalten Sie WLAN und Bluetooth ab, wann Sie immer die nicht benötigen. Das spart nicht nur Strom, sondern verhindert, dass Fremde über Funk aufs Handy zugreifen oder Ihnen Schadprogramme schicken.

  • 5. Konto im Blick

    Bleiben Sie aufmerksam. Schutzsoftware erschwert Angriffe, kann aber nicht alle verhindern. Halten Sie daher Konto- und Kreditkarten-Auszüge im Blick und widersprechen Sie zweifelhaften Abbuchungen.

Dabei ist Ransomware nur eine Form der rasant wachsenden Zahl von Schadprogrammen, die aufs Handy zielen: Alleine bei Mobile-Banking-Trojanern (Spionage-Programmen, die beim Online-Banking übers Handy Zugangsdaten ausspähen oder Überweisungen heimlich auf fremde Konten umlenken sollen) meldete der IT-Sicherheitsanbieter Kaspersky vergangenen Herbst eine Verdreifachung der entdeckten Schädlinge gegenüber dem Vorjahresquartal auf 7010 Programme. 

Apples Telefon-Bezahldienst zieht Hacker an

Dass sich das kurzfristig ändert, ist nicht zu erwarten. Umso weniger, als Apple in diesem Jahr seinen Handy-Bezahldienst Apple Pay international weiter verbreiten will – und Cyberattacken auf Mobiltelefone damit ein zusätzliches attraktives Ziel bekommen.

Dabei meldete der zu Intel gehörende Sicherheitsdienstleister McAfee in seinem Ende 2014 veröffentlichten Sicherheitsreport schon jetzt mehr als fünf Millionen bekannte Schadprogramme, die Mobilgeräte angreifen. „Die Hacker können inzwischen auch für mobile Attacken auf regelrechte Malware-Baukästen zurückgreifen und sich die Schädlinge nach Gusto zusammenstellen“, schreibt McAfee-Sicherheitsexperte Craig Schmugar in dem Bericht.

Vier von fünf Handys ungeschützt

So eindeutig also die Bedrohungslage ist, so erschreckend kontrastiert sie mit der Ignoranz der Handybesitzer. 80 Prozent der Smartphones weltweit werden noch immer ohne Schutzsoftware betrieben, warnte etwa Eoghan Casey, früherer Leiter des Cyber Crime Center des US-Verteidigungsministeriums und Gründer des IT-Sicherheitsberatungsunternehmens Caseite auf der internationalen Konferenz für IT-Sicherheitsmanagement und Forensik, im vergangenen Jahr in Münster. 

Der Sicherheits-Experte verglich die Sicherheitslage bei Smartphones mit der von Windows-PCs vor 15 bis 20 Jahren. Damals arbeitete der Großteil der PC-Benutzer noch ohne Schutzprogramme auf dem Rechner, konnte sich Schadsoftware noch ungebremst über verseuchte Disketten, erste Internet-Downloads oder kontaminierte CD-ROM verbreiten.

Angriffsziel immer erreichbar

Nun wiederhole sich die Geschichte gewissermaßen, meint Casey. Glaubt man dem Experten, dann sind Handynutzer heute kaum weniger sorglos im Netz unterwegs – nur, dass die Hacker ihr Arsenal an Angriffswerkzeugen in den vergangenen zwei Jahrzehnten massiv ausgebaut haben. 

„Was Mobiltelefone für Cyberkriminelle noch interessanter macht“, sagt Nigel Tan, Systemingenieur beim Sicherheitsanbieter Symantec, „ist, dass die Geräte inzwischen alle Arten persönlicher und vertraulicher Information speichern und so gut wie immer eingeschaltet sind. Sie sind das perfekte Ziel“.

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