Mobilfunk: Abschied vom Goldesel SMS

Mobilfunk: Abschied vom Goldesel SMS

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Nachrichten-Dienste lösen die SMS ab

Im kommenden Jahr feiert die SMS ihren 20. Geburtstag. Ob sie noch älter wird, bleibt abzuwarten. Denn die Deutschen nutzen zunehmend schnelleren - und vor allem kostenlosen - Dienste.

Die SMS ist eines der liebsten Kommunikationsmittel der Deutschen - jedes Jahr versenden sie mehr. Im vergangenen Jahr waren es 41,3 Milliarden Kurznachrichten, dieses Jahr sind es schon 43 Milliarden. 46 Milliarden können es bis Jahresende werden, ergaben Berechnungen des Telekommunikationsverbands Bitkom. Doch die Anbieter verdienen immer weniger an den Nachrichten. Die Kunden haben längst Flatrates, schicken Gratis-SMS oder nutzen gleich andere, kostenlose Nachrichtendienste. Verdienten Vodafone und Co. im Jahr 2006 noch 3,8 Milliarden Euro mit dem Short Message Service, sind es 2011 nur noch 2,8 Milliarden Euro.
Jens Gutsche, Marketing Professor von der Universität Merseburg, prognostizierte der SMS in einem Interview mit der "FAZ" sogar noch schlechtere Umsatzzahlen: "Schon 2012 werden weitere 10 Prozent und bis 2015 sogar 50 Prozent des Umsatzes weg brechen". Das tut weh. Denn die SMS bescherte den Mobilfunkbetreibern mitunter Margen von bis zu 98 Prozent. Eine Studie der Universität Waterloo geht davon aus, dass die Kosten der Datenübertragung bei einer SMS bei 0,3 US-Cents liegen, wogegen die amerikanischen Kunden rund 15 bis 20 US-Cents dafür bezahlen müssen. Ein so starkes Zugpferd möchte niemand gern verlieren.
Der Branchenverband Bitkom hält am Kurztext fest: "Eine SMS ist schnell geschrieben, der Versand unkompliziert und preiswert, und das Handy haben die meisten Menschen immer dabei." Im Vergleich zu Smartphone-Apps sind die Nachrichten allerdings teuer - und das ist das, was für den Kunden zählt.

Die SMS-Konkurrenz wird immer größer
Denn auch wenn die einzelne SMS gratis ist, die Flatrate kostet monatlich. Das ist bei den Smartphone-Apps zum Versand von Nachrichten nicht so und die werden daher immer beliebter. Mit dem Apple-Dienst iMessage sind Nachrichten beispielsweise umsonst. Im Oktober kam der Dienst auf den Markt und richtet sich an iPhone-Kunden. Sollte der Empfänger ein anderes Gerät besitzen, wird der Text als normale SMS gegen Geld versand - andernfalls geht der Mobilfunkanbieter leer aus. Und natürlich ist Apple nicht der einzige Anbieter: Momentan Nummer eins im Markt ist die WhatsApp, die unabhängig vom Gerät - also auf allen Smartphones - funktioniert. Voraussetzung für den kostenlosen Versand von Nachrichten ist, dass der Empfänger ebenfalls die App nutzt. Rund eine Milliarde Nachrichten flitzen täglich von WhatsApp-Sender zu WhatsApp-Empfänger, teilte das Unternehmen im Oktober mit. Neben Apple und WhatsApp gibt es zig weitere Angebote, beispielsweise von Samsung oder dem Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM). Und auch der Facebook-Messenger ist für Smartphones erreichbar. Für die SMS - egal ob die 100 Stück gratis- oder die 20 Cent-Variante - wird es dementsprechend richtig eng.

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Je mehr Menschen Smartphones besitzen, desto unnötiger wird diese Form der Kommunikation werden. Und mittlerweile ist jedes dritte verkaufte Mobiltelefon in Deutschland ein Smartphone.
Ein weiterer Vorteil der Smartphone-Nachrichtendienste ist, dass die Menge der übertragenen Daten sehr gering ist. Das bedeutet, dass auch Fotos und Videos geschickt werden können - ohne dass sich etwas am Preis ändert. Ein Foto per MMS zu verschicken, ist dagegen teurer als eine reine Textnachricht.
Die Mobilfunkanbieter müssen sich wohl langsam von ihrem goldenen Kalb verabschieden.

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