Mobilfunk: Alle jagen Apple

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ARCHIV - Tim Cook, Geschäftsführer von Apple, spricht während einer Pressekonferenz in New York vor einer Abbildung des iPhone 4 (Archivfoto vom 11.01.2011). Diesmal geht es für Apple um mehr als ein neues iPhone. Der neue Apple-Chef Tim Cook muss am Dienstag beweisen, dass er genauso wie der bisherige oberste Visionär und Verkaufsgenie Steve Jobs Millionen Menschen für die Magie hinter den Schaltkreisen begeistern kann. Auch das neue iPhone-Modell sollte besser etwas Besonderes sein - schließlich ist die Konkurrenz für Apples Kult-Handy so stark wie nie zuvor. Foto: EPA/ANDREW GOMBERT dpa (c) dpa - Bildfunk

Bei der Hardware hat Apples neuer Konzernchef Tim Cook mit dem iPhone 4S nur mit der Konkurrenz gleich gezogen. Der technische Vorsprung der Vergangenheit ist dahin - die iPhone-Alternativen sind attraktiver denn je.

Den kreativen Kopf verloren, die Marktführerschaft bei Smartphones auch. Die Voraussetzungen hätten wahrlich besser sein können, als Tim Cook vor wenigen Tagen das neue iPhone 4S vorgestellt hat. Nicht bloß, weil Cook nach dem Rückzug von Apple-Konzerngründer Steve Jobs erstmals allein im Rampenlicht steht. Vor allem weil die Verfolger den lange unangefochtenen Smartphone-Primus aus dem kalifornischen Cupertino zuletzt mit einer wahren Flut neuer High-End-Telefone voller funktionaler Finessen zunehmend alt aussehen ließen.

Die Konkurrenz gibt seit Monaten das Innovationstempo vor. Ob Doppel-Kern-Prozessoren, 11-Zentimeter-Displays, Acht-Megapixel-Fotokameras, FullHD-Videoaufnahme oder gar die Möglichkeit, das Smartphone per Erweiterungsmodul kurzerhand zum Light-Notebook aufzurüsten – bei all diesen Technologien haben die iPhone-Jäger den bisherigen Trend-Setter bereits abgehängt. In der vergangenen Woche erst stellten die Koreaner ihr künftiges Topmodell Galaxy S2 LTE vor – das weltweit erste Serienhandy für die künftigen ultraschnellen LTE-Mobilfunknetze. Die werden künftig erstmals mobile Web-Zugriffe so schnell wie im Festnetz-Internet ermöglichen und dann beispielsweise auch unterwegs die schnurlose Wiedergabe hochauflösender Videos erlauben.

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Weniger Vorsprung war nie

Seit Cooks Auftritt in Cupertino ist nun klar: Der Versuch, zurückzuschlagen und sich mit dem neuen iPhone 4S wieder von der Konkurrenz abzusetzen, ist nur eingeschränkt geglückt. Denn die - im ansonsten äußerlich fast unveränderten - neuen Modell verbauten Hardware-Features finden sich größtenteils seit Monaten in den Top-Telefonen der Konkurrenz. Ob Doppel-Kern-Prozessor oder Acht-Megapixel-Kamera - alles andernorts längst im Markt etabliert und teils offenbar weniger innovativ als im Vorfeld der Präsentation vermutet.

Der neue A5-Hochleistungschip beispielsweise soll zwar die Rechenpower des Gerätes vervielfachen. Zugleich aber scheint er weit leistungshungriger zu sein als ursprünglich erwartet: Bei leicht verbesserter Betriebszeit für Dauergespräche - acht statt sieben Stunden - liegt die maximale Standby-Zeit des neuen Modells mit 200 Stunden um happige 30 Prozent unter der des Vorgängers. In Sachen Hardware verharrt Apple damit in der ungewohnten Positon des Verfolgers. Einzig mit der Integration des persönlichen, digitalen und sprachgesteuerten Software-Assistenten gelingt es Apple, erneut die funktionale Messlatte hoch zu hängen.

Trotzdem: Weniger Vorsprung war nie in Cupertino, seit Konzerngründer Jobs dem Markt der multimedialen High-End-Handys vor vier Jahren mit dem ersten iPhone die Initialzündung verpasste: Seit Monaten macht vor allem Erzrivale Samsung gegenüber Apple Boden gut und liegt beim Smartphone-Absatz nur noch 15 Prozent hinter Apple. Und im zweiten Quartal dieses Jahres verkauften Samsung, HTC, Sony Ericsson, Motorola & Co. weltweit fast doppelt so viele Smartphones wie die Kalifornier.

Dass die Konkurrenz dafür zig unterschiedliche Handys auf den Markt bringen muss, während Apples Erfolg mehr oder minder auf einem einzigen Gerätetyp (wenn auch in verschiedenen Evolutionsstufen) beruht, ist bemerkenswert – kann Neu-Vorstandschef Cook aber auch keine Ruhe lassen. Denn die in unserer Bildergalerie vorgestellten iPhone-Alternativen der Konkurrenten sind dem Trendsetter inzwischen in vielen Bereichen mindestens ebenbürtig.

Smartphonemarkt wächst besonders im Einsteigersegment

Zumal der Smartphone-Markt aktuell besonders im Einsteigersegment stark wächst. Insofern ist Cooks Entscheidung nachvollziehbar, neben dem neuen iPhone 4S auch die Vorgängermodelle 4 und 3GS weiter produzieren zu lassen. Um nicht im Wachstumsmarkt der Einsteiger-Smartphones von der Android-Konkurrenz abgehängt zu werden, erlaubt Apple nun sogar den ersten Netzbetreibern, das (wenn auch technisch angejahrte) iPhone 3GS - verbunden mit einem Zwei-Jahres-Mobilfunkvertrag - quasi zum Nulltarif unters Volk zu bringen. Ein ladennneues iPhone preislich auf Ramschware-Niveau - das hätte bei Apple über Jahre niemand auch nur zu denken gewagt. "The times they are a-changin'" - auch bei Apple.

Erst Recht jetzt, nach dem Tod von Apples Gründer und Genius Steve Jobs.

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