Mobilfunk: Bezahlen per Smartphone wird alltagstauglich

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Mobilfunk: Bezahlen per Smartphone wird alltagstauglich

von Andreas Menn

Supermarkt, Hotel, Restaurant - wo immer Kunden heute noch zum Geldbeutel greifen, springt künftig das Smartphone ein. Die neuen Bezahlsysteme sind auf dem Vormarsch.

Sie ist schwarz, hat im Durchschnitt 30 Euro gekostet und ist des Deutschen liebstes Utensil: die Geldbörse, wie Statistiker sie zusammenstellen würden. Darin 5,90 Euro in Münzen, 100 Euro in Scheinen, vier Plastikkarten – je eine von Hausbank, Krankenversicherung, Bonusprogramm Payback und einem Kreditkartenanbieter.

Genau dieser Geldbörse geht es jetzt ans Leder: 45 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, ganz darauf zu verzichten, ermittelte der Marktforscher TNS Infratest. Statt mit Bargeld oder Karte wollen sie lieber mit ihrem Mobiltelefon bezahlen.

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Dass die Vision der Handybrieftasche – obwohl nicht neu – bisher trotzdem nicht Realität wurde, lag an einem dreifachen Mangel im System: Es fehlten geeignete Kassensysteme in den Läden, passende Handys bei den Verbrauchern und eine gemeinsame Strategie von Handel, Banken und Mobilfunkanbietern.

Einkauf, Ticket, Kreditkarte: Die Brieftasche wandert ins Handy (Zum Vergrößern anklicken). Quelle: Markus Schwalenberg

Einkauf, Ticket, Kreditkarte: Die Brieftasche wandert ins Handy (Zum Vergrößern anklicken).

Bild: Markus Schwalenberg, Presse

Das aber ändert sich nun: Jedes dritte Mobiltelefon, das dieses Jahr auf den Markt kommt, ist bereits mit einem sogenannten NFC-Funkchip ausgestattet, mit dem die Handys Kontakt zu modernen Supermarktkassen aufnehmen. Gleichzeitig ist die Zahl dieser Kassenterminals weltweit schon auf einige Millionen gestiegen, in Deutschland gibt es sie etwa in Aral-Tankstellen und McDonald’s-Filialen. Auch strategisch geht es voran: Die großen Mobilfunker Telefónica, Vodafone und die Deutsche Telekom bringen nach Jahren des Wartens jetzt Smartphone-Geldbörsen und arbeiten mit den Kreditkartenriesen Visa und MasterCard zusammen.

Dazu kommen neue Anbieter aus anderen Branchen, die den Markt entwickeln; darunter der vom Handelskonzern Otto gegründete Bezahldienst Yapital sowie Startups wie Cashcloud oder Paij. Und sogar die lange zögernden Handelskonzerne haben sich entschieden, Handyzahlungen zu akzeptieren: Netto und Edeka haben schon eigene Apps eingeführt, Anfang November zieht Rewe nach und schließt sich der Bezahlplattform Yapital an.

Börse als smarter Assistent

„Der Markt für das Zahlen per Smartphone kommt in Bewegung“, sagt Ercan Kilic, Leiter der Arbeitsgruppe Mobile Payment beim Handelsdienstleister GS 1. Schon nächstes Jahr, sagt Kilic, werde die Zahl der Geschäfte, die Handyzahlungen akzeptieren, „erheblich zunehmen“.

Mobiles Bezahlen Die Geldbörse der Zukunft lässt auf sich warten

Die Infrastruktur für das digitale Portemonnaie steht, doch die EC-Karte ist hartnäckig.

Bezahlung per Handy Quelle: dpa

Für die Technik, die in Japan und selbst in Kenia schon Millionen Verbraucher nutzen, gibt es gute Gründe: Ersetzt das Handy Geldscheine und Kreditkarten, kann nicht nur die schwere Lederbörse daheim bleiben; auch Schlangestehen am Geldautomaten erübrigt sich, weil Euros nur noch elektronisch den Besitzer wechseln. Obendrein haben Taschendiebe keine Chance mehr, an die begehrten Scheine zu kommen, weil der Safe im Handy per Passwort geschützt ist. Geht das Handy verloren, kann der Besitzer via Internet alle Bezahlfunktionen sperren oder entfernen.

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