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Musikbranche: Lizenzen sind ein Problem

Musikbranche: Vom Piraten zum Marktführer

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Lizenzen sind ein Problem

Werbung des Unternehmens Napster hängt über dem Eingang der 41. Musikmesse Midem in Cannes Quelle: dapd
Mit der Übernahme durch Rhapsody Inc. will Napster noch größer, schneller, besser werden. Quelle: dapd

Trotz der Konkurrenz sieht sich Napster in einer guten Position. „Unsere Ausgangssituation ist sehr gut, wir wachsen mit dem Markt und generieren auch neue Kunden“, sagt Deutschland-Chef Thorsten Schliesche. Dennoch rüste man sich für den Wettbewerb. Ab Mitte März werde es unter anderem eine neue Web-Oberfläche und neue Apps geben, redaktionelle Inhalte wie Interviews und Hintergrundberichte sollen weiter ausgebaut werden. Im Oktober vergangenen Jahres hat der amerikanische Dienst Rhapsody Napster übernommen und wird mit Napster UK und Napster Deutschland im Frühjahr auch auf dem europäischen Markt aktiv.

Die Marke "Napster" werde in Deutschland aber bestehen bleiben. "Unsere Analysen haben gezeigt, dass Napster in Deutschland eine sehr starke Marke ist", sagt Rhapsody-Chef Jon Irwin. Wahrscheinlich profitiert der Dienst immer noch von seiner Bekanntheit aus Tauschbörsenzeiten. Daher werde Rhapsody in Europa unter dem Namen Napster agieren. "Es wird jedoch ein Co-Branding geben", sagt Irwin. So will er schrittweise auch Rhapsody hierzulande bekannt machen und sich langfristig die Möglichkeit offenhalten, unter der gleichen Marke zu agieren.


Auch sonst ändere sich durch die Übernahme für deutsche Kunden - außer einem besseren Service - nichts, bestätigte Deutschland-Chef Schliesche. Auch die Flatrates und die Preise sollen im Allgemeinen fürs erste gleich bleiben.

Frustrierte Künstler

Die Preispolitik verschiedener deutscher Streamingdienste führt allerdings immer wieder zu Diskussionen zwischen Anbieter und Musiklabel. Bietet ein Label rund 100 Songs an, bekommt es pro Stream im Abonnement rund 0,2 Cent. Diesen Betrag teilen sich Label und Künstler. Ein einzelner Song bringt weit weniger. Das sorgt nicht nur für Abrechnungsprobleme, sondern auch für verärgerte Künstler.
"Das, was im Quartal damit erlöst wird, ist pro Titel in der Regel eine Null mit bis zu fünf Stellen hinter dem Komma. In der Statement-Verarbeitung unserer Labelsoftware, die die Künstler-Tantiemen ausrechnet, stellen solche Micropayments mitunter ein Rechenproblem dar", erklärte der Musikproduzent und Gründer der Labels Compost Records, Michael Reinboth, in der "Süddeutschen Zeitung".
Teure Lizenzen
Aber auch bei Angeboten, die sich über Werbung finanzieren, springt für die Musiker nicht viel mehr heraus. Außerdem ergeben sich bei dieser Art der Verträge immer wieder Lizenzprobleme. Erst kürzlich hat der Anbieter Grooveshark seinen Dienst in Deutschland vom Markt genommen, weil es Schwierigkeiten mit der Gema gegeben hatte.
Die Verwertungsgesellschaft habe zuviel Geld für die zur Verfügung stehenden Inhalte verlangt, erklärt das Portal. "Aufgrund unverhältnismäßig hoher Betriebskosten stellt Grooveshark den Zugriff aus Deutschland ein", steht nun auf der Seite. Die Nutzer werden auf den deutschen Streaminganbieter Simfy verwiesen.

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