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Musikbranche: Musikbranche lobt das Internet

Musikbranche: Vom Piraten zum Marktführer

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Musikbranche lobt das Internet

Das wilde Leben des Kim Dotcom

Das könnte es gewesen sein: Die US-Bundesstaatsanwaltschaft hat in Neuseeland Antrag auf Auslieferung von Megaupload-Gründer Kim Dotcom und drei seiner Mitarbeiter eingereicht. Die US-Justiz wirft den Megaupload-Anbietern Verstöße gegen Gesetze zum Schutz des Urheberrechts vor und fordert ihre Auslieferung wegen des Vorwurfs der organisierten Kriminalität. In den USA droht Dotcom eine Freiheitsstrafe von bis zu 20 Jahren. Es wäre nicht die erste Haftstrafe für den gebürtigen Kieler.

Quelle: Reuters

Ob es Megabox trotzdem geben wird, wird sich zeigen. Die Streamingdienste in Deutschland und Amerika kommen jedenfalls auch ohne Beatz und Schmitz gut aus. Und erstmals lobt auch die Musikindustrie das ehemalige Feindbild Internet. Edgar Berger, Chef von Sony Music, nennt das Internet sogar einen „Segen für die Musikbranche.“ Nie zuvor sei so viel Musik konsumiert worden wie jetzt.
Zwar hat die Musikindustrie durch das Internet einiges an Einnahmen eingebüßt, aber das Geschäft im Web wächst – und zwar das legale. Das freut die Branche. Nach dem rund 15 Jahre lang die Umsätze bröckelten, geht es langsam wieder aufwärts.

Streamingdienste boomen
Das bestätigt auch der Jahresbericht vom Branchenverband International Federation of the Phonographic Industry (IFPI). Die weltweiten Umsätze sind im vergangenen Jahr um acht Prozent auf 5,2 Milliarden US-Dollar gestiegen, der Anteil des weltweiten Umsatzes von digitaler Musik am Gesamtumsatz ist im Jahr 2011 auf 32 Prozent gewachsen. In den USA übertrafen die legalen Downloads die Zahl der Verkäufe von Tonträgern: Der Verkauf von CDs ging um 2,2 Prozent zurück. Diesen Rückgang fingen allerdings legale Downloads und Streamingseiten auf.
Im vergangenen Jahr stiegen die Downloads um fast 30 Prozent. Und laut Jahresbericht des IFPI gebe es mittlerweile in 58 Ländern der Welt große, legal agierende Verkaufsplattformen für Musik. Anfang 2011 seien es nur 23 gewesen. Die Zahl der User ist weltweit um 65 Prozent auf 13 Millionen angestiegen.

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Dieser Zuwachs wird auch davon begünstigt, dass es immer leichter wird, für die Angebote zu zahlen. Anstatt der Kreditkarte reicht vielen Anbietern auch eine Handynummer – das Abonnement wird mit der Handyrechnung bezahlt. Und auch die vom Handy bekannten Pre-Paid-Karten gibt es für zahlreiche Angebote – zu kaufen in fast jedem Elektronikmarkt. Das erleichtert gerade junger Klientel den Zugang zu legalen Angeboten. Und das nützt der Musikindustrie. Die IFPI-Chefin Frances Moore sagt: „Wir haben allen Grund zum Optimismus, aber es gibt noch viel zu tun.“ Besonders die illegalen Angebote schwächten noch die Nachfrage nach legalen Diensten.
Auch in Deutschland ist die Entwicklung ähnlich: Laut dem Bundesverband Musikindustrie (BVMI) und media control stiegen die Umsätze mit Downloads hierzulande letztes Jahr um 28,8 Prozent – in Deutschland entspricht das einem Anteil am Gesamtumsatz von 17 Prozent. User können in Deutschland zwischen rund 70 legalen Online-Musik-Services wählen – und es werden immer mehr. Der Markt ist heiß umkämpft und laut BVMI drängen 2012 insbesondere Streaming-Dienste verstärkt auf den deutschen Markt.

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