Napster auf der Autobahn

Die Entwicklung auf dem Markt hört derweil nicht auf. Der Verband IFPI erwartet für die Branche einen starken Wachstumsimpuls von Smartphones und Apps. Juniper Research geht davon aus, dass dadurch bis 2015 weltweit ein Umsatz von 5,5 Milliarden US Dollar generiert werden kann. “Dementsprechend wird besonders im Bereich Musik-Streaming ein starkes Wachstum erwartet”, heißt es in deren Analyse. Die Nutzerzahl werde jährlich um 65 Prozent steigen.
Deshalb erschließt Napster Deutschland derzeit auch neue Geschäftsfelder. Bei der internationalen Automobilausstellung IAA im September 2011 stellte das Streamingportal gemeinsam mit BMW die Möglichkeit vor, über Clouddienste auch vom Auto aus auf Napster zugreifen zu können. „Da der Nutzer neben der Wohnung am häufigsten im Auto Musik konsumiert, wollen wir auch da unser Produkt anbieten“, sagt Schliesche. Man sei derzeit mit mehreren Autobauern im Gespräch. Die nahe Zukunft der Bezahl-Streamingdienste liegt für Irwin darin, neben dem Computer „die Wohnzimmer und das Auto zu erobern.“
Gegen diese Überall-Offensive werden sich illegale Musikanbieter auf Dauer nicht durchsetzen können, hofft Rhapsody-Chef Irwin: "Überzeugende legale Angebote zu machen, ist der beste Weg Piraterie zu bekämpfen."
Und selbst Sean Parker, der einst Napster gemeinsam mit Shawn Fanning gründete, sieht die Zukunft heute im legalen Musikstreaming. Er investierte 15 Millionen Dollar in den schwedischen Anbieter Spotify, der mit Rhapsody um die Führung kämpft. Parker sitzt auch im Aufsichtsrat von Spotify, der einstige Oberpirat ist so zu einem wichtigen Musikmanager geworden.













