Musikstreaming: Spotify führt Follow-Funktion für Künstler ein

Musikstreaming: Spotify führt Follow-Funktion für Künstler ein

Der On-Demand-Musikdienst Spotify hat heute in New York neue soziale Funktionen vorgestellt, mit denen die Nutzer Künstlern folgen können und personalisierte Empfehlungen erhalten. Damit schließen die Schweden aber nur zur Konkurrenz auf. Interessanter ist eine Personalie.

Spotify gilt als Vorreiter für soziales Musikstreaming. Bereits heute kann man sich mit seinen eigenen Freunden vernetzen, sich ansehen und hören, was sie gerade hören. Künftig soll das auch mit Künstlern und anderen “Influencern” der Musikszene möglich sein, etwa Produzenten oder namhaften Musikjournalisten. Über den Music Graph wird es möglich, Künstler wie Bruno Mars oder Paul McCartney zu abonnieren und damit in Echtzeit zu verfolgen, was sie gerade hören. Click here to find out more!

Ein weiteres Feature: Stellt ein Künstler, dem man folgt, neue eigene Musik vor, schickt Spotify auf Wunsch eine Push-Benachrichtigung aufs Smartphone. Öffnet man diese, werden der neue Song oder die neuen Songs sofort abgespielt. Über Neuerscheinungen werden Spotify-Nutzer damit künftig als erste informiert. Die neue Webversion von Spotify wird ein mehrspaltiges “Endlos”-Design nach dem Vorbild von Pinterest und iTunes erhalten. In dieser “Discovery”-Funktion empfiehlt Spotify Musik basierend auf dem eigenen Geschmack und liefert zusätzliche Infos zu jedem Künstler. Hier wird es auch möglich, die neue Musik für später zu speichern, ohne sie in einer Playlist ablegen zu müssen. Man findet sie in der eigenen Sammlung (“Collection”) wieder. Mit den neuen Funktionen der Desktop-App soll es noch im Dezember losgehen. Neue Apps für die verschiedenen Plattformen soll es früh im kommenden Jahr geben.

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Zwei Punkte sind daran interessant: Mit der Follow-Funktion führt Spotify das Prinzip ein, die Playlisten anderer Nutzer und vor allem seiner Stars in Echtzeit zu verfolgen. Ob man sie auch in Echtzeit hören kann, also praktisch die Musikauswahl eines Künstlers wie ein Radio benutzen, hat Spotify leider nicht genau verraten. Das wäre das Prinzip, mit dem das – inzwischen von Senzari aufgekaufte – Berliner Startup WahWah.fm sich lange abgemüht hatte. Die Follow-Funktion zumindest bringt die Nutzer ihren Künstlern näher.

Alles zum Wohle der Künstler?

Spotify-Gründer Daniel Ek wurde bei seiner Präsentation nicht müde, immer wieder zu betonen, dass man viel, wenn nicht alles, nur zum Wohle der Künstler tue. Hierzu holte er sich auch namhafte Vertreter der Musikindustrie auf die Bühne wie Daniel Glass, der als President des Indie-Labels GlassNote unter anderem die Folkband Mumford & Sons vertritt. Glass sagte medienwirksam: “Wir raten Musikern, ihre Discografie für Streaming zur Verfügung zu stellen.” Es kämen signifikante Einnahmen dabei zustande.

500 Millionen US-Dollar habe man in den vier Jahren des Bestehens an Künstler und ihre Rechte-Inhaber ausgezahlt, sagte Ek, was 70 Prozent der Gesamteinnahmen entsprächen. Jeder vierte der mittlerweile 20 Millionen Nutzer in 17 Ländern sei inzwischen ein zahlender Kunde, eine Million davon alleine in den USA. Dennoch schreibt das Unternehmen jährlich einen Verlust in zweistelliger Millionenhöhe. Auch die Einnahmen, die Künstler dabei erzielen, sind umstritten. Spotify und andere zahlen pro Play weniger als einen Cent an die Künstler aus. Bei diesen Preisen kann nur eine Masse an Nutzern langfristig zufriedenstellende Einnahmen erzielen.

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