Nach Wikileaks-Enthüllungen: Bundesregierung will Spionageattacken abwehren

09. Dezember 2010
Thomas de Maizière Quelle: dpaBild vergrößern
Thomas de Maizière Quelle: dpa
von Jürgen Berke

Die Bundesregierung reagiert auf die Enthüllungen der Internetplattform Wikileaks.

Das Bundesinnenministerium will ein neues Cyberabwehrzentrum aufbauen, das die zunehmenden Spionageattacken aus dem Internet abblocken soll. Einen entsprechenden Plan will Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit den anderen Ressorts in der Bundesregierung in den kommenden Tagen abstimmen. Das kündigte Staatsekretär Klaus-Dieter Fritsche auf dem Sicherheitsforum der Arbeitsgemeinschaft Sicherheit in der Wirtschaft (ASW) in Berlin an.

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„Es gibt solche Überlegungen“, bestätigte Fritsche gegenüber wiwo.de. Staat und Wirtschaft müssten künftig noch enger Zusammenarbeiten. Die Ankündigung von Wikileaks, künftig auch Interna aus Banken und Unternehmen zu veröffentlichen, zeige, wie wichtig Informationsschutz heute ist.

Im Zuge der Enthüllungen von Wikileaks war deutlich geworden, dass Deutschland auf Attacken aus dem Internet fast überhaupt nicht vorberreitet ist.

Gefahr aus China

Es gebe noch viel „Verbesserungsbedarf“, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen. Auch deutsche Forschungseinrichtungen gehen noch „naiv“ mit den neuen Gefahren um. Fritsche kritisierte insbesondere die Entscheidung des deutschen Forschungsnetzes, wichtige Komponenten des zwischen allen Forschungseinrichtungen geknüpften Verbundnetzes mit Techniken des chinesischen Anbieters Huawei auszurüsten. Sicherheitsbehörden sehen die Gefahr, dass chinesische Geheimdienste über versteckte Hintertüren deutsches Forschungsknowhow auf diesem Weg ausspionieren.

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Kommentare | 8Alle Kommentare
  • 12.12.2010, 17:08 UhrGast

    Statt von den bereits bekannten und noch nicht bekannten Machenschaften abzulassen und dem Rechtsstaat die Tür einen Spalt weit zu öffnen, denkt die bundesregierung über mehr Geheimniskrämerei nach. Offenbar haben wir nicht die Wahl zwischen verschiedenen Volksvertretern, sondern nur zwischen Trojanern unterschiedlicher politischer Couleur. ich glaubs nicht.

  • 11.12.2010, 13:26 Uhrfury

    "Natürlich" greifen bei dem Thema "Enthüllung" die Sicherheitsleute zu, was - wenn man an Attakten aus China denkt - auch richtig ist.

    Andererseits gehts wikileaks nicht um bloße Sabotage, sondern um Transparenz, deren Gewährleistung grundrechtlich beschriebener Auftrag der Medien ist. Eine smarte Antwort auf leaking wäre "Government Governance" als idelogisches Pendant zu "Corporate Governance".

    Warum stößt die WiWo nicht mal in diese Richtung vor? Ein weites Feld: verbindliche Standards, gezielte Regierungsveröffentlichungen mit Fakten zu Werten, Strategien und Taten ohne berufspolitiker-blah-blah, more of http://direktzu.de/aigner...

  • 11.12.2010, 07:10 UhrChristopher Vollmer

    Hier einige beispiele von Korruption in D. Der Presse wurden die Unterlagen zur Verfügung gestellt. Keine Antwort - keine Veröffentlcihung - keine Prüfung oder Stellungnahme oder Kommentar:

    1. National-bank AG, Essen
    siehe Gründungsunterlagen: www.fxdirekt.freehostingx.com aus einer 3,8 Mrd Umsatzbilanz wurde eine bilanz von wenigen Millionen Eur 2009. Registerausdrucke ohne Nennung des Amtsgerichtes, geschwärzte Teile des Dokumentes, 1921 soll es eine DM gegeben haben, migriert gelöscht .....

    2. FXdirekt bank AG, eine AG im besitz einer einzigen Person !
    Diese bank verkauft virtuelle Produkte (die es gar nicht gibt), räumt
    Depots von Kunden ab. Sitz im Wohnzimmer des Vorstandes, und in einer Scheune (Landgasthaus: Polizeilich bestätigt: keine bank dort !!!)
    Gründungsdokumente selbstverständlich ohne Notarsiegel, Datum
    und Unterschrift ! Ehemalige Kunden berichten in www.wallstreet-online.de !

    3. Oldenburger Justizskandal www.bohrwurm.net

    4. Riesterente
    Viele Millionen Kunden werden wohl weniger Geld ausgezahlt bekommen, als sie einbezahlt haben. Traumhafte Rendite, nicht wahr ?
    Wer vor der Rente stirbt, hat Pech gehabt !

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