Netflix und Co: Das Angebotschaos beim Internet-TV

Netflix und Co: Das Angebotschaos beim Internet-TV

von Meike Lorenzen

Die Flut an Serien aus den USA sorgt für wachsenden Hunger unter den Fans. Jederzeit schauen, was immer man will, das ist der neue Wunsch der Kunden. Über einen Wandel im TV-Konsum und die Sehnsucht nach Netflix.

Eine Erinnerung an alte Zeiten: Es ist Dienstagabend, 22.15 Uhr. Der Fernseher wird eingeschaltet und „Ally McBeal“ geschaut, auf Deutsch und im TV. So ist das Ende der 90er Jahre. Die ganze Woche fiebern Fans auf ihren gemütlichen Abend mit den skurrilen Anwälten hin. Das Internet steckt damals noch in den Kinderschuhen, DVDs sind relativ neu und vor allem Filme im Handel erhältlich. Auch dass Serien oder Filme in der Originalvertonung angeschaut werden, ist zumindest in Deutschland selten.

Etliche Sitcoms, Tablets und Smartphones später hat sich unser Fernsehverhalten komplett verändert. Immer mehr Serien-Fans wollen die neue Folge aus den USA schauen, sobald sie Zeit haben, oder direkt im Anschluss an eine Folge. Und dann noch eine. Warum sich nicht dem Serienrausch hingeben? Das Wort „Folge“ könnte bei diesem Verhalten schon bald der Vergangenheit angehören.

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Wer die komplette DVD-Box einer Serie im Regal stehen hat, kann das schon heute. Doch ehe es eine Staffel aus den Staaten auch nach Deutschland schafft, vergehen schon mal ein paar Monate. Synchronisation, Untertitel, Covergestaltung, Produktion und Vertrieb kosten Zeit.

TV und Internet Was das Fernsehen alles kann

Nie waren die Möglichkeiten des TV-Konsums so vielfältig. Was in der Fernsehzeitschrift steht, spiegelt längst nicht mehr das wahre Angebot wieder. Das Netz hat den Markt revolutioniert, mit Konsequenzen für die Nutzer.

Nie waren die Möglichkeiten des Fernsehens so vielfältig wie heute. Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Alternativ können die Sendungen auch aus dem Internet  heruntergeladen werden. Doch in vielen Fällen ist das entweder illegal oder überteuert. Für die aktuellsten Sendungen verlangt Apple in seinem iTunes-Store fast drei Euro für eine 45 Minuten lange Folge. Freunde aus Amerika fragen gerne: „Warum guckst du nicht bei Netflix?“. Die Frage ist gut, die Antwort frustrierend: „Weil es Netflix hier nicht gibt.“

Der Streamingdienst bietet alles, was sich Seriensüchtige nur wünschen können: aktuelle und alte Sendungen sowie eigene preisgekrönte Produktionen. Für rund zehn Euro im Monat stehen den Kunden etwa 60.000 Filme und Serien zur Auswahl. In den USA sind bereits über 30 Millionen Kunden registriert. Deutsche können sich nur anmelden, wenn sie sich fälschlicherweise als Amerikaner ausgeben. Dabei helfen gegen eine weitere Gebühr sogenannte „Virtual Private Networks“ wie zum Beispiel Hydemyass.com.

Weil das Gros der Deutschen Serien und Filme noch immer in der Übersetzung anschaut, scheut Netflix bisher den hiesigen Markt. Dabei täte gerade den Deutschen mehr englischsprachiger TV-Konsum sicher gut. Nicht nur das vielgelobte Bildungssystem der Skandinavier macht, dass ihr Englisch schon von Kindesbeinen an nahezu akzentfrei ist. Es liegt auch daran, dass sich zum Beispiel eine dänischsprachige Fassung für etwa 5,6 Millionen Dänen nicht lohnt.

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