Netiquette: So verhindern Unternehmen den Shitstorm

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Netiquette: So verhindern Unternehmen den Shitstorm

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Zukünftig muss Google Links löschen, wenn sie das Recht auf Privatsphäre verletzen. Allerdings gilt dies lediglich für Privatpersonen. Auch Unternehmen haben durchaus die Möglichkeit ihr Image über soziale Medien aufzupolieren.

von Anja Stehle

Nachrichten verbreiten sich im Internet rasant schnell, oft zulasten von Unternehmen. Doch sie können das kommunikative Desaster vermeiden. Ignoranz ist keine Lösung.

Das Internet kann jetzt auch Vergessen. Google muss in Zukunft Links und Kurztexte löschen, wenn sie das Recht auf Privatsphäre verletzen, urteilte diese Woche der Europäische Gerichtshof. Doch der Richterspruch gilt nur für Privatpersonen – nicht für Unternehmen.

Auch den Vorständen von DAX-Konzernen, deren Image gerne auch auf das Unternehmen abfärbt, nutzt das Urteil wenig. Denn sie gelten als Personen von öffentlichem Interesse. Einzig die eher unbekannten Geschäftsführer von kleineren und mittleren Unternehmen können nun unliebsame Links löschen lassen.

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Für Unternehmen ist es von großer Bedeutung, was die Netzgemeinde postet oder twittert. „Online-Reputation-Management“ (ORM) nennen Social-Media-Experten Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen, um ihren Ruf im Netz zu überprüfen oder gar zu beeinflussen.

Einige Konzerne investieren mittlerweile in eigenständige Abteilungen, die sich ausschließlich mit Facebook, Xing, LinkedIn und Co. befassen. Siemens etwa unterhält seit einigen Monaten einen „Newsroom“, in dem Mitarbeiter den ganzen Tag ein Auge auf Medien und insbesondere auf die sozialen Netzwerke werfen.

Christian Scherg ist Geschäftsführer der Agentur Revolvermänner, die sich auf ORM  und Krisenkommunikation spezialisiert hat. Er glaubt: Unternehmen können es sich heute nicht mehr leisten, soziale Netzwerke zu ignorieren. Gerade wenn es darum geht, schnell auf negative Schlagzeilen zu reagieren, sei es wichtig, bereits auf den digitalen Kanälen präsent zu sein.

"Recht auf Vergessen" Der falsche Jubel über das Google-Urteil

Google darf bestimmte Ergebnisse künftig nicht mehr anzeigen. Das ist jedoch kein Sieg für den Datenschutz, sondern eine Einschränkung der Informationsfreiheit. Die Freude darüber ist falsch und kurzsichtig.

Quelle: dpa

Die Fastfood-Kette Burger King zeigt in diesem Tagen eindrucksvoll, wie ein Unternehmen in Krisenzeiten besser nicht agieren sollte. Nachdem der Fernsehsender RTL über Hygienemängel bei einigen Franchise-Nehmern berichtete, brach ein Shitstorm über die Facebook-Seite von Burger King herein. Burger King erklärte daraufhin, man wolle mit dem Franchisenehmer einen Aktionsplan erarbeiten. Erst eine Woche später erreichte die Öffentlichkeit die Nachricht, man schließe zwei Restaurants vorübergehend.

Jörg Forthmann, Krisenkommunikationsexperte bei Faktenkontor, findet das unzureichend. „Burger King entwickelt sich zum Musterbeispiel, wie sich eine fehlende Krisenstrategie rächt“, schreibt er auf dem Blog Mediengau. Er formuliert, welche Botschaft Burger King stattdessen sofort auf der Facebook-Seite veröffentlichen hätte können:

„Innerhalb der nächsten drei Stunden sind alle Mitarbeiter in den betroffenen Restaurants und die Manager intensiv nachgeschult in Hygienevorschriften und in der frischen Zubereitung von Lebensmitteln. Diese Schulungen werden innerhalb von 48 Stunden wiederholt. Burger King hat zudem ein Team aus 20 unabhängigen Kontrolleuren beauftragt, unverzüglich die Filialen auf mögliche Missstände hin zu überprüfen.” Das hätte die Netzgemeinde wohl schneller beschwichtigt.

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