Netzausbau: Telekom-Riesen planen Europa-Netz

Netzausbau: Telekom-Riesen planen Europa-Netz

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Die Telekom hegt offenbar Pläne für den Aufbau eines europäischen Telefonnetzes.

Im Streben, den Anschluss an die Konkurrenz in den USA und China zu finden, plant die Telekom laut Medienberichten den Aufbau eines europäischen Telefonnetzes. Die Aktie reagierte sofort und schoss nach oben.

Europas größte Telekomkonzerne denken einem Pressebericht zufolge über die Vereinigung ihrer Telefonnetze nach. Dadurch wollen sich die einzelnen Vertreter gegen die mächtige globale Konkurrenz aus den USA und China zur Wehr setzen.

Die Überlegungen der ehemaligen Staatsmonopolisten, die nationalen Märkte zu einem gigantischen europäischen Gemeinschaftsnetz zu vereinen, seien bei einem privaten Treffen der Manager im November mit EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia aufgekommen, berichtet die „Financial Times“ am Mittwoch unter Berufung auf eingeweihte Personen.
Demnach hatten sich die Spitzen der größten Branchenvertreter wie der Deutschen Telekom, dem spanischen Marktführer Telefonica, France Telecom und Telecom Italia mit Almunia getroffen, um zu besprechen, wie die Branche wieder den Anschluss an die Konkurrenz in den USA und China finden könnte. In diesen beiden Ländern teilen sich nur wenige Konzerne einen riesigen Markt. In Europa ist der Markt hingegen in eine Vielzahl von Ländern aufgeteilt, innerhalb derer sich zahlreiche Anbieter Konkurrenz machen.

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Der Branche machen nationale Beschränkungen und die wachsende Konkurrenz durch globale Technologiekonzerne wie Google zu schaffen. Um ihre Profitabilität zu steigern und Geld für dringend benötigte Investitionen in neue Netze zusammenzubekommen, rufen Netzbetreiber seit Jahren nach einer Konsolidierung innerhalb der Länder. Nach Schätzungen könnten Kosten von 250 bis 300 Milliarden Euro nötig sein, um das Netz neu auszurichten und die Haushalte an das europäische Gemeinschaftsnetz anzuschließen. Laut europäischem Branchenverband ETNO sind es die großen Unternehmen, die zwei Drittel der Investitionen zu tragen hätten.

EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia hat sich zum Frust der Telekommunikations-Riesen klar gegen dagegen ausgesprochen. Stattdessen signalisierte er Offenheit für Schulterschlüsse über nationale Grenzen hinweg. Aus der Not der Netzbetreiber, die Kosten zu senken, und der Unmöglichkeit, sich innerhalb der Länder zu konsolidieren, könnte aus getrennten nationalen Märkten ein europäischer Markt entstehen.

Sollten die Gerüchte stimmen und der Netzzusammenschluss wirklich kommen, gilt es im Vorfeld allerdings noch einige bürokratischen und technische Hürden zu überwinden. Die 27 EU-Mitgliedsstaaten verfügen über unterschiedliche nationale Regeln und Rechte. Auch die Technik unterscheidet sich zum Teil erheblich.

Für den Verbraucher könnten sich aus der Kooperation Vorteile ergeben. Wären doch durch ein gemeinsames Netz auch grenzübergreifend einheitliche Tarife möglich.

Seitens des Branchenverbandes ETNO wurde derweil weiter bestritten, dass die Schaffung eine paneuropäische Kooperation bei dem Treffen Ende November Themen gewesen ist. Einige Geschäftsführer des Verbandes hätten lediglich mit Almunia Aspekte näherer Kooperationen diskutiert.

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Doch selbst die Gerüchte sind bei den Anlegern am Mittwoch gut angekommen. Die Telekom-Aktien legten im Dax bis zu 2,5 Prozent auf 9,05 Euro zu und zählten damit zu den größten Gewinnern. Auch die Aktien der France Telecom, der Telecom Italia und der Telefonica zogen um zwei bis drei Prozent an. Nach einem Bericht der "Financial Times" haben die Chefs der Telekom-Riesen bei einem privaten Treffen mit dem EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia über den Aufbau einer länderübergreifenden Infrastruktur beraten. "Wenn man sich die Infrastruktur teilt, ist das eine Senkung der Kosten", fasste ein Händler zusammen. Das sei zwar nicht ganz neu, helfe den Aktien aber dennoch.

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