Neuartiges Headset: Bald können auch Sie mit Gedanken Stühle verrücken

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kolumneNeuartiges Headset: Bald können auch Sie mit Gedanken Stühle verrücken

Kolumne von Franziska Bluhm

Per Gedanken können Autos gelenkt und Computerspiele gesteuert werden. Ein neues Headset könnte diese Technik nun massentauglich machen. Bei der Crowdfunding-Plattform Kickstarter ist die Kampagne ein Renner.

Tische nur mit Gedanken verrücken, Spielzeughubschrauber zum Fliegen, Rollstühle zum Fahren bringen - Sie glauben, dass ich hier ein paar Science-Fiction-Filme zitiere? Nein. Das alles ist bereits Realität. Und wenn Sie mal Youtube anwerfen, können Sie ein paar dieser Experimente anschauen. Wie dies möglich ist: durch die Verbindung von Gehirn und Maschine, so wie wir sie mit Hilfe eines EEG möglich ist.

Wer an die Messung von Gehirnströmen denkt, hat meist zuerst einen Krankenhausbesuch vor Augen - verbunden mit unendlich vielen Kabel und dieser kalten, salzhaltigen Flüssigkeit, mit der die Elektroden am Kopf befestigt werden sollen. Doch dieses aufwändige Prozedere könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Denn mittlerweile gibt es zahlreiche Unternehmen, die an einfacheren Lösungen arbeiten. Die australische Wissenschaftlerin Tan Le, gerade einmal 36 Jahre alt, hat sich mit ihrer Firma Emotiv darauf spezialisiert. Angetrieben von der einfachen Idee, einmal in der Lage zu sein, mit ihren Gedanken Dinge zu bewegen. Jetzt hat sie mit ihrer Firma ein neues Produkt vorgestellt, dass durchaus das Potenzial hat, den Markt aufzumischen.

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Denn das neue Headset mit dem Namen "Emotiv Insight", das Tan Le Mitte Juli am Rande der DLDWomen in München vorgestellt hat, verzichtet komplett auf die salzhaltige Flüssigkeit und ist das erste dieser Produkte, das an die Styligkeit von Apple-Produkten heranreicht. Es soll das Vorgängermodell, das "Emotiv Epoc" ablösen, bei dem man noch die einzelnen Elektroden am Kopf aufwändig platzieren musste. Jetzt sind die Sensoren in den sehr leitfähigem Kunststoff eingearbeitet. Der Träger kann seine Gehirnaktivitäten messen, kontrollieren und anhand der so gewonnenen Daten optimieren. Über andere Gadgets zur Selbstoptimierung wie beispielsweise Fitnessarmbänder haben wir ja erst vor kurzem geschrieben. Wenn das "Insight" auf den Markt kommt, soll es acht unterschiedliche Gehirnaktivitäten messen können und auch in der Lage sein, Gesichtsausdrücke in die Analyse einfließen zu lassen. Neben der Steuerung durch Gedanken wird so auch die Steuerung durch Blinzeln oder Lächeln möglich. Die so generierten Daten werden direkt auf den Computer, Tablet oder Smartphone übertragen.

Die Autorin mit dem neuen Headset auf dem Kopf

Die Autorin mit dem neuen Headset auf dem Kopf

Der Träger kann das Headset natürlich mit anderen Anwendungen verknüpfen. "Jedermann soll diese Technologie nutzen können und andere inspirieren, tolle Dinge daraus zu machen", so Le. Das können triviale Dinge wie die Bedienung eines Computerspiels sein oder zum Testen des eigenen Kindes, ob es sich denn gerade wirklich auf seine Hausaufgaben konzentriert oder in Gedanken bereits auf dem Spielplatz ist. Auch die Marktforschung könnte davon profitieren, wurde doch meist vor allem von Augenbewegungen Rückschlüsse auf die Werbewirkung von TV-Spots und so weiter gemacht. Das Berliner Projekt "Braindriver" zeigte, dass sich per Gedanken auch Autos steuern lassen. Und noch spannender: Die amerikanische "Huffington Post" zeigt beispielsweise in einem Video, wie eine 17-Jährige, die nach einem Unfall querschnittsgelähmt an den Rollstuhl gefesselt wurde, mit Hilfe eines solchen Headsets wieder die Möglichkeit bekam, mit ihrer Umwelt zu kommunizieren. "Ich glaube, dass wir bei der Gehirnforschung erst am Anfang stehen", so Le.

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