Neuer Netzstandard: Es wird eng im Internet

Neuer Netzstandard: Es wird eng im Internet

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Die IP-Adressen werden knapp

Im Internet gibt es schon jetzt kaum noch freie IP-Adressen, dabei sollen künftig auch Auto, Kühlschrank & Co. vernetzt werden. Ein neuer Standard soll helfen, die Branche hat dazu einen gigantischen Testlauf gestartet.

Kaum ein Nutzer wird es gemerkt haben, aber am Mittwoch trat die Zukunft des Internets in Aktion. Bei einem weltweiten Aktionstag haben große Online-Konzerne wie Google und Yahoo zusammen mit Infrastruktur-Spezialisten den Einsatz des neuen Internet-Standards IPv6 im großen Maßstab getestet. Bei dem Testlauf sollten mögliche grundsätzliche Probleme aufgedeckt werden. Als Folge könnten manche Websites langsamer aufgerufen werden oder zeitweise nicht erreichbar sein. Allerdings schätzen die Veranstalter, dass vielleicht gerade einmal 0,05 Prozent der Nutzer irgendwelche Schwierigkeit bekommen werden.

Die weitaus meisten Internet-Anwender sind noch mit dem bisherigen Standard IPv4 im Netz unterwegs. Das liegt alleine schon daran, dass die Internet-Router, die unsere Computer mit dem Netz verbinden, noch entsprechend eingestellt sind, erläutert Wilhelm Boeddingshaus, der beim Webhoster Strato für die Netzwerk-Technik zuständig ist. Und die beiden Formate sind nicht miteinander kompatibel, das heißt, die Infrastrukturen müssen parallel nebeneinander betrieben werden.

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Im alten Internet wird es eng

Der Eckrahmen für IPv6 steht schon seit rund 15 Jahren fest - doch erst jetzt kommt wirklich Bewegung in den Übergang. Der Grund: Im alten Internet wird es eng. Jeder Computer, der im Internet unterwegs ist, braucht eine IP-Adresse - eine Zahlen-Kombination, über die er gefunden werden kann.

Das Problem von IPv4 war von Anfang an, dass in den 70er Jahren ein Format gewählt wurde, dass maximal vier Milliarden IP-Adressen zuließ. „Das haben wir damals als ausreichend erachtet, schließlich betrachteten wir das ganze nur als ein Experiment“, erinnert sich Internet-Miterfinder Vint Cerf.

Während vor 40 Jahren vier Milliarden mögliche Adressen als ausreichend erschienen, wurde der Rahmen mit dem Siegeszug des Internet und auch der direkten Kommunikation mit einzelnen Geräten hoffnungslos zu klein. Und der Bedarf wird in den kommenden Jahren noch drastisch steigen. „Wenn Sie zum Beispiel ihr Haus automatisieren, bekommt auch Ihre Jalousie eine IPv6-Adresse“, erläutert Prof. Meinel. Oder auch mit dem Internet verbundene Sensoren etwa in Autos brauchen eigene IP-Adressen. Inzwischen sind die letzten Adressblöcke im IPv4-Standard verteilt. Es wird also richtig eng.

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