Neues Modell Moto G: Massen-Smartphone für das Motorola-Comeback

Neues Modell Moto G: Massen-Smartphone für das Motorola-Comeback

von Thomas Kuhn

Mit einem Paukenschlag meldet sich Motorola im globalen Handymarkt zurück. Mit dem neuen Moto G will die Google-Tochter mit einem Massen-Smartphone mit guter Ausstattung zum absoluten Kampfpreis punkten.

Erinnern Sie sich noch an RAZR, jenen Trendsetter unter den Klappen-Handys, mit dem Motorola 2003 die Telefonbranche aufmischte und über ein gutes halbes Jahrzehnt Designstandards setzte? Bis der Konzern - wie so viele Konkurrenten - den Smartphone-Markt verpasste, als Apple 2007 mit iPhone das Geschäft mit den Mobiltelefonen erneut auf den Kopf stellte.

Viel ist nicht geblieben von Motorolas einstigem Handy-Glanz, auch wenn die Marke selbst offenbar bei vielen Konsumenten noch immer einen guten Klang hat. Die auf Geschäftskunden fokussierte Kommunikationstechniksparte Motorola Solutions behauptet sich in ihrer Nische. Doch der einstige Handy-Arm Motorola Mobility schien seit der Übernahme durch Google eher zum Smartphone-Zombie zu verkommen. Nicht richtig tot, aber sicher auch nicht mehr richtig lebendig. Auch das im August in den USA vorgestellte neue Top-Modell Moto X hat sich nach Medienberichten noch nicht zum Verkaufsschlager entwickelt.

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Das mit dem Markterfolg zumindest soll sich nun ziemlich schlagartig ändern. Großer Hoffnungsträger ist das neue Smartphone Moto G, das der Google-Ableger am Mittwoch dieser Woche erstmals öffentlich präsentiert. "Ein Gerät, mit dem wir ein paar Hundert Millionen Menschen erreichen können", sagt Motorola Deutschlandchef Ralf Gerbershagen.

Und in der Tat stehen die Chancen nicht schlecht, dass das Moto G zum Millionenseller wird. Denn die Entwickler haben jede Menge potente Technik in den Neuling gepackt. Das beginnt mit dem hochauflösenden 4,5 Zoll-Display, das mit seiner Bildpunktdichte von 329 ppi auf dem Niveau von iPhone 5s oder Samsungs Galaxy S3. Auch die Auflösung von 1280 x 720 Bildpunkten ist Top-Niveau. Dazu kommen ein 2070 mAh-Akku und Qualcomms Vierkern-Prozessor Snapdragon 400 mit 1,2 Gigahertz Takt pro Rechenkern. Alles in allem also ein ordentliches Paket.

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Und es kommt für ziemlich sensationelle 169 Euro unsubventioniert als 8-Gigabyte-Variante in die deutschen Handyläden. Das 16-Gigiabyte-Modell schlägt mit 199 Euro zu Buche. Beiden gemein ist eine eingebaute 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine 1,3 Megapixelkamera in der Front, die beide auch Videos in HD-Qualität (720p) aufnehmen. Zum Start läuft Android noch in der Version 4.3 (Jellybean), doch das Update auf 4.4 (Kitkat) ist schon vorgeplant und nur eine Frage der Zeit bis zur Technikfreigabe. Wer will, kann die Geräte über Wechselcover für die Rückseite noch an den eigenen Geschmack anpassen. Eine Nachrüstoption für SD-Karten-Speicher ist nicht vorgesehen.

Dennoch gelingt Motorola tatsächlich eine ziemliche Produktsensation. Denn mit dieser Kombination aus A-Marke, sehr guter Ausstattung und einem solchen Kampfpreis steht das Unternehmen ziemlich alleine auf weiter Mobilfunk-Flur. "Das Moto G verkörpert sehr klar die neue Produktstrategie, die wir nach der Übernahme durch Google definiert haben", sagt Deutschlandchef Gerbershagen: "Weg von 30 und mehr unterschiedlichen Handys für zig unterschiedliche Märkte - hin zu massenkompatiblen Geräten, die den Menschen sowohl in Industrie- wie auch in Schwellenländern, den bezahlbaren Auf- oder Umstieg in die Smartphonewelt ermöglichen."

Gut möglich also, dass der Moto-Zombie mit dem neuen Massen-Smartphone hierzulande wieder sehr viel lebendiger wird.

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