NSA-Affäre: Die wichtigsten Antworten zu XKeyscore

NSA-Affäre: Die wichtigsten Antworten zu XKeyscore

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Eine Kuppel der ehemaligen Abhörstation der NSA auf dem Berliner Teufelsberg. Bis 1992 hörte der amerikanische Geheimdienst NSA von dort aus den Funk-und Telefonverkehr im Osten ab.

von Meike Lorenzen

Prism, Tempora, NSA – in den aktuellen Spitzelenthüllungen kommen immer mehr Details zum Vorschein. Neuestes Thema ist das Programm XKeyscore, mit dem sogar Echtzeitüberwachung möglich ist. Was das genau ist und welche Auswirkungen es hat.

Was kann XKeyscore?

Optisch ist XKeyscore etwa so spannend wie ein Outlook-Fenster, wie beim Guardian veröffentlichte Bilder zeigen. Doch hinter der simplen Eingabemaske mit Auswahlmenüs und Zusatzbuttons verbirgt sich die vermutlich umfassendste Überwachungsmaschine der Welt. Offiziell nennt es die NSA (National Security Agency) "System zur Ausnutzung von Digital Network Intelligence / Analysestruktur".

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XKeyscore erlaubt den amerikanischen Geheimdiensten den Zugriff auf Abermillionen private, berufliche und öffentliche E-Mails, Chats, aber auch Browser-Daten wie IP-Adressen. Für die Überwachung stehen der Behörde NSA 700 Server an 150 Standorten zur Verfügung. Das Programm wird angeblich von Australien und Neuseeland aus gesteuert. Insgesamt soll die NSA im Monat Zugriff auf etwa 180 Millionen Datensätze haben, die mit XKeyscore erhoben wurden.

So lesen Deutsche Behörden mit

  • Wie schaut Deutschland mit?

    Fakt ist, auch der BND durchkämmt massenhaft E-Mail-Nachrichten. Das bestätigte die Bundesregierung bereits im Mai 2012 in einer Antwort auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken. Der Dienst durchforste elektronische Nachrichten nach tausenden Suchbegriffen, heißt es darin. Im Jahr 2010 wurden damit 37 Millionen Nachrichten herausgefiltert, bei den E-Mails stellten sich jedoch 90 Prozent als Spam heraus. Auch verschlüsselte Kommunikationen könnten deutsche Geheimdienste teilweise entschlüsseln.

  • Haben die USA Zugriff?

    Ob Gesetze der USA den US-Behörden Zugriff auf die Daten europäischer Nutzer erlauben, wollte die Linke in einer weiteren Anfrage wissen. Dazu „liegen der Bundesregierung nur Hinweise aus öffentlich zugänglichen Quellen vor“, hieß es im März knapp im Antwortschreiben der Regierung.

  • Wie kann ich mich schützen?

    Grundsätzlich gilt: Wer Privates privat halten will, sollte es nicht im Netz teilen. Aber wenn man persönliche Details vor dem Zugriff Dritter schützen will (oder auch nur verhindern, dass dazu automatisiert passende Werbung angezeigt wird), dann sollte man seine Nachrichten verschlüsseln. Zusatzsoftware oder auch die erforderlichen Zertifikate, mit denen man die entsprechenden Funktionen aktivieren kann, gibt es für viele externe E-Mail-Programme, wie Outlook oder Thunderbird. Wer dem nicht zustimmt, muss den Anbieter wechseln, denn das alte spionagefreie Angebot ist abgeschaltet.

  • Welche Verschlüsselungsform ist sicher?

    Aktuell gilt ein 923 Bit umfassender E-Mail-Schlüssel als am sichersten. Aufgrund der Größe ist er kaum zu knacken. Forscher benötigten in einem Text 148 Tage und 21 Rechner, um hinter den Schlüssel zu kommen.

Wie gelangen NSA-Mitarbeiter an Mail-Informationen?

Wenn NSA-Mitarbeiter in dem gesammelten Datenchaos eine bestimmte E-Mail einsehen wollen, müssen sie angeblich lediglich ihre E-Mail-Adresse angeben, das Zeitfenster, in dem die Nachricht verschickt wurde und eine Begründung, warum sie die Suchanfrage stellen. Dann kann in einer Suchmaske ganz einfach nach den Informationen gewühlt werden. Ein richterlicher Beschluss scheint nach bisherigen Informationen nicht nötig zu sein. Seitens der Regierung hieß es jedoch in einer Erklärung, dass auf die NSA-Analyseprogramme lediglich Personen mit besonderen Zugangsberechtigungen zugreifen können. Außerdem gäbe es strenge Kontrollen.

Neue NSA-Dokumente XKeyscore macht weltweite Überwachung in Echtzeit möglich

Der US-Geheimdienst kann mit seinem Überwachungsprogramm einzelne Personen im Netz umfassend kontrollieren. Die Software XKeyscore erfasst laut Snowden "nahezu alles, was ein typischer Internetnutzer tut".

Wie weitreichend ist der Zugriff der Geheimdienste auf Internetdaten? Edward Snowden behauptete von Anfang an, er habe fast unbegrenzten Zugang zur Online-Kommunikation von Millionen Menschen gehabt. Quelle: dpa

Wie gelangt der Geheimdienst an Facebook-Informationen?

Dazu kommt ein weiteres Tool namens „DNI Presenter“ zum Einsatz. Hier wird einfach der Facebook-Benutzername der gesuchten Person eingetippt. Über dieses Werkzeug soll es den Mitarbeitern der NSA möglich sein, auf die kompletten Chat-Inhalte im Social Network zugreifen zu können. Und das in Echtzeit. Konkret bedeutet das: Der Geheimdienst kann während ein User die Nachricht noch schreibt, jedes Wort mitlesen. Ähnlich sollen auch die Browser-Daten und die gesamte Aktivität über das Übertragungsprotokoll „http“ überwacht werden – und damit alles, was wir im Netz tun.

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