NSA-Skandal: "Es gibt keine Hintertüren bei Amazon"

exklusivNSA-Skandal: "Es gibt keine Hintertüren bei Amazon"

von Oliver Voß

Bei den großen IT-Unternehmen, die Daten an die NSA liefern, fehlt Amazon. Der Technikchef spricht über die Gründe und ein Millionengeschäft mit der CIA.

Als Edward Snowden das Spionageprogramm Prism öffentlich machte, wunderten sich viele Beobachter, dass bei den Unternehmen, die Daten an die NSA liefern ein großer Name fehlte: Amazon. Das Unternehmen weiß schließlich nicht nur, was seine Kunden gern kaufen, sondern speichert als größter Anbieter für Cloud Computing auch die Daten von unzähligen anderen Firmen. „Ich habe keine Erklärung warum, aber wir sind glücklich dabei zu fehlen“, sagt Werner Vogels, Amazon-Technikchef und verantwortlich für die Online-Speichersparte. Das Unternehmen sei nicht Teil von Prism und auch sonst hätten Geheimdienstler keinen Zugriff. „Es gibt keine Hintertüren bei Amazon“, sagt Vogels.

Befürchtungen, das Cloud-Geschäft könnte unter den Enthüllungen leiden, hat er daher nicht. Nach einer Befragung des US-Beratung ITIF könnten bis zu 20 Prozent der Cloud-Kunden aus den USA abwandern, das wären Einbußen von 35 Milliarden Dollar. Amazon sieht derzeit jedoch keinen Rückgang des Geschäfts, im Gegenteil: „Das Wachstum beschleunigt sich“, sagt Vogels. Amazon hat im Vorjahr mit dem Cloudgeschäft schätzungsweise 2,3 Milliarden Dollar Umsatz gemacht, in diesem Jahr erwarten Analysten 3,8 Milliarden.

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Millionen von der CIA

Allerdings fragen Kunden verstärkt nach der Sicherheit und würden ihre Informationen zusätzlich sichern. Das Unternehmen rät auch allen Kunden zur Datensicherung. „In einigen Jahren wird die Verschlüsselung aller Daten Standard sein“, ist Vogels überzeugt.

Dabei soll auch der bislang prestigeträchtigste Auftrag helfen: Eine Cloud für den Auslandsgeheimdienst CIA. Amazon hatte sich unter anderem gegen Microsoft und IBM durchgesetzt. Allerdings war das Angebot von IBM pro Jahr 54 Millionen Dollar günstiger, daher beschwerten sich der Konkurrent und auch der US-Rechnungshof. Nun streiten beide vor Gericht, ob das Vergabeverfahren neu aufgerollt werden muss. Vogels ist jedoch zuversichtlich: „Unsere technischen Fähigkeiten wurden viel höher eingestuft“.

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