Online: Elfenbeinküste kürt den ersten Web-Bürgermeister

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Online: Elfenbeinküste kürt den ersten Web-Bürgermeister

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Mit einem eigenen Bürgermeister will die Onlinecommunity der Elfenbeinküste ihr Land nach vorne bringen.

von Felix Ehrenfried

Er ist erst 22 Jahre jung und lebt noch bei seinen Eltern. Dennoch soll Emmanuel Assouan als erster Web-Bürgermeister der Elfenbeinküste den Staat an der afrikanischen Westküste im Onlinebereich voranbringen.

Stolz steht er da. Im dunkle Anzug, die rechte Hand auf ein glänzend weißes iPad gelegt, gelobt Emmanuel Assouan die Online-Community der Elfenbeinküste zu fördern. Gesund, sicher und reich an Inhalt soll sie sein, so der Wortlaut des Web-Bürgermeisters bei Amtsantritt. Assouan ist der erste Bürgermeister der Elfenbeinküste für die virtuelle Welt. In einer Onlinewahl konnte er sich aus dem Feld von zwölf Kandidaten hervortun und gewann mit knapp 25 Prozent die Wahl, die von der Online-Community der Elfenbeinküste initiiert wurde.

Ende April, wenige Tage nachdem in dem 20 Millionen Einwohnerland die Menschen ihre Stimme für Regionalwahlen abgaben, rief auch die Onlinegemeinschaft zu einer Abstimmung auf. Die virtuelle Gemeinschaft hatte sich in großen Teilen während den gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Folge der Präsidentschaftswahlen im Jahr 2010 formiert. Damals weigerte sich der amtierende Präsident Laurent Gbagbo dem Wahlsieger Alassane Ouattara das Feld zu überlassen. Blutige Auseinandersetzungen im ganzen Land waren die Folge. Damals nutzten die Bürger der Elfenbeinküste Twitter und Kartendienste wie Google Maps, um sich gegenseitig über neue Unruhen zu informieren, aber auch benötigte medizinische Hilfe schnell zu organisieren.

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Schwört auf einem iPad die Onlinegesellschaft seines Landes zu fördern. Emmanuel Assouan, erster Webbürgermeister der Elfenbeinküste und mit dem Titel auch weltweit ein Exot. Quelle: AP

Schwört auf einem iPad die Onlinegesellschaft seines Landes zu fördern. Emmanuel Assouan, erster Webbürgermeister der Elfenbeinküste und mit dem Titel auch weltweit ein Exot.

Bild: AP

Nun hat diese virtuelle Gemeinschaft der Elfenbeinküste einen offiziellen Fürsprecher. Der 22-jährige Emmanuel Assouan soll den Blick der Welt auf die Elfenbeinküste verändern. Weg von dem Bild eines krisengeschüttelten, unsicheren Staates, hin zu einem Land, in dem neue Technologien immer stärker werden, so die Forderung der Gemeinschaft: " Wir wollen, dass die Online Community mit einer Stimme spricht und klar macht, dass die Elfenbeinküste zurück ist und es eine technologische Revolution gibt", sagt Bacely Yorobi, der drittplatzierte Kandidat der Onlinewahl.

Die Onliner der Elfenbeinküste wollen sich mit ihrer Abstimmung von den offiziellen Wahlen abgrenzen, ein sauberes Vorbild sein. "Wenn du bei den Regionalwahlen verlierst, weinst du, beschimpfst jemand, versammelst deine Unterstützer. Bei uns ist das anders. Wir sind hier um zusammen zu arbeiten, eine Gesellschaft zu entwickeln. Ich habe verloren, das akzeptiert und gratuliere dem Gewinner. So einfach ist das", erklärt eine von Assouans Konkurrenten, wie die Website Newsobserver.com berichtet.

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Nun soll Webbürgermeister Assouan die Situation verbessern. Er hofft, dass der Einfluss der Onlinecommunity den Bereich des E-Commerce, die Regierung und Bildungspolitik beeinflussen kann. Erst im Januar hatte ein Cartoon auf der Facebookseite eines Designers, welcher die staatlichen Probleme mit der Energieversorgung auf humorvolle Art anprangerte, für zahlreiche Klicks und Anhänger gesorgt. Seitdem sehen die Onliner der Elfenbeinküste ihr Medium als optimale Möglichkeit, ihre Probleme und Sorgen schnell auszudrücken und publik zu machen.

Online Bürgermeister Emmanuel Assouan will mit diesem Selbstvertrauen nun einiges richten. Konkrete Projekte sind bisher nicht bekannt. Auch dürfte sein Einfluss relativ beschränkt sein, nahmen an seiner Wahl lediglich 534 Personen teil. Ob das Konzept deas Webbürgermeisters auch in anderen Ländern Schule macht wird sich zeigen. Jedenfalls ist für Assouan nun schnelles Handeln angesagt. Die nächste Wahlperiode ist bereits im nächsten Frühjahr angedacht.

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