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Online-Enzyklopädie: Wikipedia-Nutzer sind oft zu naiv

von dapd Quelle: Handelsblatt Online

Viele Lehrer, Schüler und Studenten nutzen die beliebte Online-EnzyklopädieWikipedia inzwischen als Primärquelle. Warum das tückisch sein kann, erklärt Wikimedia-Referent Kilian Kluge.

Kilian Kluge referiert an Schulen über den richtigen Umgang mit Wikipedia. Quelle: handelsblatt.com
Kilian Kluge referiert an Schulen über den richtigen Umgang mit Wikipedia. Quelle: handelsblatt.com

Die Betreiber der Online-Enzyklopädie Wikipedia mahnen Schüler und Lehrer in Workshops zu einem besonnenen Umgang mit den Inhalten des Lexikons. „Wikipedia ist ein guter Ausgangspunkt für eine Recherche, aber ein ziemlich schlechtes Ende“, sagte Wikimedia-Referent Kilian Kluge in einem Interview. Der Verein Wikimedia betreut das Enzyklopädie-Projekt Wikipedia.

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Ein Großteil der Lehrer und Schüler würde das Online-Lexikon inzwischen als Primärquelle für die Schularbeiten nutzen, dabei aber wichtige Regeln vernachlässigen. „Wikipedia ist eine gute Informationsquelle, aber viele nehmen all das, was da steht, für bare Münze und überprüfen das nicht weiter“, sagte Kluge. Das sei ein sehr naiver Umgang mit dem Online-Lexikon. Viele Schüler wüssten nicht, dass bei Wikipedia ein Klick auf den „Bearbeiten“-Button reiche und schon könne jeder Internetnutzer die Artikel verändern.

Diesem Unwissen will die Wikipedia-Gemeinschaft mit dem Projekt „Wikipedia macht Schule“, das im Sommer 2010 deutschlandweit angelaufen ist, entgegenwirken. In den dreistündigen Workshops erhalten Lehrer und Schüler Tipps zum richtigen Umgang mit Wikipedia.

Einer davon ist die Überprüfung der Quellen, die von den Autoren beim Schreiben der Artikel verwendet wurden und am Ende eines jeden Beitrags einzusehen sind. „Wenn die Quellen zu einem hoch wissenschaftlichen Thema nur aus populärwissenschaftlichen Zeitschriften bestehen, dann ist der Informationsgehalt des Artikels natürlich nicht so gut“, sagte der 21-Jährige, der seit 2003 Mitglied der Wikipedia-Gemeinschaft ist.

Außerdem solle immer die Entstehungsgeschichte eines Artikels berücksichtigt werden. Diese kann mit einem Klick auf den Reiter „Diskussion“ im oberen Teil der Artikel angeschaut werden. „Da sieht man dann sehr schnell, ob bestimmte Passagen im Artikel umstritten sind“, sagte Kluge.

Für eine fundierte Recherche sei auch das Heranziehen von zusätzlichen Quellen unabdingbar. „Wikipedia stellt ja nur das vorhandene Wissen zusammen. Man liest dort immer nur die Zusammenfassung dessen, was mal jemand geschrieben hat“, sagte Kluge.

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