Online-Netzwerk: EU genehmigt Übernahme von Whatsapp durch Facebook

Online-Netzwerk: EU genehmigt Übernahme von Whatsapp durch Facebook

Die EU-Kommission wird Insidern zufolge dem Online-Netzwerk Facebook grünes Licht für die 19 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Messaging-Dienstes WhatsApp geben.

"Die Transaktion geht ohne Auflagen durch", sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Unternehmen hätten die Behörde davon überzeugt, dass der Zukauf nicht den Wettbewerb behindere. Deshalb seien keine Zugeständnisse nötig gewesen. Ein Kommissionssprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Brüssel hat bis zum 3. Oktober Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Die US-Behörden haben die Übernahme bereits im April abgesegnet.

Was an Whatsapp Kopfschmerzen bereitet

  • Laxer Umgang mit Datenschutz

    Whatsapp überträgt die Kontakte im Adressbuch auf seine Server in den USA – in Zeiten mächtiger Geheimdienste kein angenehmer Gedanke. Hinzu kommt: Durch die Offenlegung der Handynummern erfahren andere Leute, dass man die App nutzt – zumindest, wenn sie diese auch installiert haben und im Adressbuch stehen.

  • Zweifel an der Verschlüsselung

    Lange wurden die Whatsapp-Nachrichten unverschlüsselt übertragen. Auch der inzwischen eingesetzten Verschlüsselungstechnologie hegen Experten Zweifel.

  • Sicherheitsbedenken

    Schon mehrfach stand Whatsapp wegen des laxen Umgangs mit Sicherheitsfragen in der Kritik – das betrifft nicht nur die Verschlüsselung. So konnten eine Zeit lang Whatsapp-Nutzerkonten relativ leicht gekapert werden. Nach Einschätzung einer Sicherheitsfirma kann auch der Bezahlprozess ausspioniert werden.

  • Soziale Kontrolle

    In der Standardeinstellung der App ist für jeden Nutzer ist einsehbar, wann die Kontakte das letzte Mal den Dienst genutzt haben. Es kommt vor, dass darüber Mütter kontrollieren, ob ihre Babysitter zu Hause noch wach sind – denn die verdaddeln die Zeit oft genug mit Whatsapp. Die App ermöglicht also eine gewisse soziale Kontrolle.

  • Undurchsichtige Firma

    Über die Firma Whatsapp ist wenig bekannt, die Macher meiden die Öffentlichkeit weitgehend. Das stärkt nicht gerade das Vertrauen.

Facebook hatte im Februar angekündigt, WhatsApp kaufen zu wollen. Damit will das weltgrößte Online-Netzwerk wieder stärker bei jungen Menschen punkten. Für Facebook ist es der teuerste Zukauf in seiner zehnjährigen Geschichte - und der größte Deal in der Internet-Branche im vergangenen Jahrzehnt.

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Chatten via WhatsApp oder Viber steht in Deutschland immer höher im Kurs. Das gilt vor allem für die jungen Frauen zwischen 14 und 29, die damit fast doppelt so viel Zeit verbringen wie ihre männlichen Altersgenossen. Dies gehört zu den Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage unter 1501 Personen, die das Forschungsinstitut Forsa im Auftrag der ProSiebenSat.1-Vermarktungstochter SevenOne Media vornahm.


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