Links
Wer eine eigene Website betreibt, haftet für die Inhalte, die er auf der Seite veröffentlicht. Nur für seine - oder auch für die Links, die er zu anderen Seiten setzt? Die Rechtslage ist nicht eindeutig. "Es gibt Haftung im strafrechtlichen Bereich", sagt der Düsseldorfer Rechtsanwalt Udo Vetter. In einem Fall hat beispielsweise ein Amtsgericht einen bekennenden Pädophilen verurteilt, der in seinem Blog einen Link auf ein auf der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichtes Dokument veröffentlicht hat. Dabei handelte es sich um die Sperrliste der australischen Behörden.
Ob allerdings ein Blogger, der in einem anderen Kontext auf die Sperrliste via Link verwiesen hätte, ebenfalls verurteilt worden wäre, ist fraglich. "Links sind ein heikles Thema und werden auch bleiben", sagt Vetter. "Grundsätzlicher kann man sagen, je sachlicher geboten der Link ist, desto sicherer ist man". Wer also den Inhalt, auf den verwiesen wird, kritisch reflektiert, hat weniger zu befürchten, als derjenige, der den Link unkommentiert veröffentlicht oder sich sogar dazu bekennt. Vollkommen nutzlos sind jedenfalls die im Internet lange Zeit beliebten sogenannten Disclaimer, in denen sich Webseitenbetreiber häufig ganz allgemein von ihren Links distanziert haben. "Man kann sich nicht abstrakt von unrechtmäßigen Verhalten freisprechen, so Vetter". Foto: dpa