Post-Messenger im Test: SIMSme – gut gemeint, schlecht gemacht

Post-Messenger im Test: SIMSme – gut gemeint, schlecht gemacht

, aktualisiert 14. August 2014, 17:15 Uhr
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Beim neuen Post-Messenger SIMSme gibt es noch einige Probleme.

von Thomas Kuhn und Christian Schlesiger

Einen Tag nach dem Start von SIMSme, dem WhatsApp-Konkurrenten der Deutschen Post, häufen sich die Klagen der Nutzer über technische Probleme des neuen Dienstes. Wir haben uns die App genau angesehen.

Einen Tag nach dem Start von SIMSme, dem neuen Messaging-Dienst, mit dem die Deutsche Post Anbietern wie WhatsApp, Snapchat oder Threema Konkurrenz machen will, zeigt sich, dass das Angebot aus Bonn noch einige Tücken hat und – mindestens – mit Kinderkrankheiten laboriert.

Bei Tests in der Redaktion traten wiederholt Probleme in verschiedenen Nutzungsszenarien auf – von der Anmeldung zum Dienst über die Suche nach Kontakten bis zum Versand der eigentlichen Nachrichten. Dass das offenbar keine Einzelfälle sind, belegt ein Blick in die Kommentarseite von Online-Diensten wie Heise.de, Golem.de oder Google. Auch dort klagen Nutzer über zahlreiche Tücken der Technik, wie App-Abstürze, Zustellprobleme oder sonderbare Fehlermeldungen.

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Offenbar kam das System mit der hohen Anzahl von Zugriffen nicht zurecht. Beim Bonner Konzern freue man sich zwar über den Ansturm der Nutzer, erfuhr die WirtschaftsWoche aus gut informierten Kreisen. Gleichzeitig mussten die Techniker deswegen aber auch des Öfteren in das System eingreifen, um die technischen Fehler zu beheben.

Tatsächlich scheint das System alles andere als rund zu laufen. In Kommentaren berichten Nutzer, dass die Post schon am Abend nach dem Launch ein erstes Update für die App nachgeschoben habe. Auf eine Anfrage der WiWo erklärte die Post inzwischen unter anderem, es tue ihr "leid, dass Kunden Probleme mit der Installation/Anmeldung hatten. Wir haben unsere Server-Kapazitäten bereits kurzfristig verzehnfacht, um dem großen Nutzerinteresse gerecht zu werden.“ Im Google Play Store kündigt das Unternehmen zudem ein Update der App an: „Zusätzlich werden wir noch heute eine neue Version veröffentlichen, die allen Nutzern die Selbstzerstörungsfunktion dauerhaft kostenlos für die erste Million Kunden zur Verfügung stellt.“ Das scheint dringend erforderlich, denn auch im WirtschaftsWoche-Test klemmte es bei SIMSme gleich an mehreren Stellen:

Im Test sorgte die Kontakteübersicht und der Scan des Adressbuchs zuverlässig  für Probleme und Abstürze der App. (zum Vergrößern bitte anklicken)

Im Test sorgte die Kontakteübersicht und der Scan des Adressbuchs zuverlässig für Probleme und Abstürze der App. (zum Vergrößern bitte anklicken)

Anmeldung: Vorausgesetzt, man schafft es im Anmeldeprozess überhaupt soweit, schickt die Post Nutzern einen sechsstelligen Bestätigungscode per SMS zu, um die Registrierung abschließen zu können. Tut man es nicht, scheint es aber auch egal zu sein. Die Anmeldung ist möglich, wenn man einfach nur den per SMS verschickten Link anklickt. Warum dann also ein Code? Viele Nutzer melden aber auch, dass es ihnen nicht einmal gelingt, soweit zu kommen. Schon die Eingabe des von der Post verlangten Passwortes für die App scheiterte bei ihnen.

Netzwerk: SIMSme will kurz nach der Anmeldung auf die Kontakte zugreifen, um weitere Nutzer zu finden, die SIMSme bereits installiert haben. Das, verspricht die Post, geschehe ausschließlich auf dem Gerät des Kunden. Kontaktdaten würden – anders als bei anderen Diensten wie etwa WhatsApp – nicht auf die Server der Post übertragen. So weit so sehr gut – wenn es denn stimmt, was der Nutzer aber nicht überprüfen kann. Doch der Scan des Adressbuchs, der angeblich nur ein paar Sekunden dauern sollte, dauerte im Test mehrere Minuten. So lange, dass das Handys schon fragte, ob es die angeblich nicht mehr reagierende App vielleicht schließen sollte.

Auch der Versand der Mitteilungen selbst funktioniert alles andere als reibungslos. Statt einer Sendebestätigung erscheint im Chatfenster der Hinweis "Senden fehlgeschlagen". (zum Vergrößern bitte anklicken)

Auch der Versand der Mitteilungen selbst funktioniert alles andere als reibungslos. Statt einer Sendebestätigung erscheint im Chatfenster der Hinweis "Senden fehlgeschlagen". (zum Vergrößern bitte anklicken)

Kontakte: Auch im späteren Betrieb setzen sich die Probleme mit der Kontaktübersicht fort. So führt etwa der Versuch, bereits in der Kontaktliste aufgeführte andere SIMSme-Nutzer über die Suchfunktion zu finden, regelmäßig dazu, dass die App abstürzt. Nur bei der direkten Auswahl des Kontaktes aus der Liste bleibt die App stabil, und das Verfassen von Chatnachrichten bleibt zumindest möglich.

Nachrichten: Der Versand der Mitteilungen selbst aber funktioniert offenbar ebenfalls alles andere als reibungslos. Sowohl im WiWo-internen Test als auch bei vielen externen Nutzern erscheint statt einer Sendebestätigung im Chatfenster der Hinweis „Senden fehlgeschlagen“. Gleichwohl scheinen die Nachrichten recht zufällig trotzdem beim Adressaten anzukommen. Während nämlich noch beim Test Sendefehler beim Absender angezeigt wurden, trudelten die Nachrichten doch beim Empfänger im SIMSme-Postfach ein.

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1 Kommentar zu Post-Messenger im Test: SIMSme – gut gemeint, schlecht gemacht

  • Der Mist läuft noch immer nicht.

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