PRISM-Skandal: Spitzelsicher schreiben - So geht's

PRISM-Skandal: Spitzelsicher schreiben - So geht's

von Thomas Kuhn

Spätestens seit dem Skandal um das US-Spionage-Programm PRISM sollte jeder E-Mal-Versender über die Verschlüsselung seiner digitalen Post nachdenken. Wie das geht und, was Sie dazu brauchen.

Pretty Good Privacy – der Name ist Programm: „Ziemlich gute Privatspäre“. Wenn es darum geht, die elektronische Post dagegen zu schützen, dass Dritte mitlesen, dann ist das in seinen Grundzügen schon 1991 entwickelte PGP-Verfahren auch heute noch eines der wichtigsten öffentlich verfügbaren Verschlüsselungssysteme. Das Schöne daran: Basierend auf lizenzfreien Programme wie OpenPGP oder GnuPG lässt sich auf diese Weise unter anderem der E-Mail-Verkehr über Microsofts Outlook oder Mozillas Thunderbird-Software so absichern, dass zumindest im Normalfall kein Schnüffler mehr nachvollziehen kann, was in der E-Mail steht, oder als Anhang daran hängt.

Wie sich Daten verschlüsseln lassen, mit der Frage lohnt es sich nicht erst zu beschäftigen, seit Google oder Yahoo mit ihren Ankündigungen für Aufregung sorgten, den E-Mail-Verkehr nach Inhalten zu durchsuchen, für die sich Werbung schalten lässt. Tatsächlich nämlich ist die elektronische Post – auch wenn viele Nutzer das nicht wissen (oder wahr haben wollen) – alles andere als ein wirklich privater Nachrichten Verkehr.

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Weil die digitalen Depeschen in aller Regel im Klartext über die E-Mail-Server des Internets geleitet werden, lassen sie sich mit vergleichsweise geringem Aufwand aus dem Datenstrom fischen und mitlesen. Das geschieht oft genug. Nicht nur in Unternehmen wo immer wieder Fälle bekannt werden, bei denen IT-Administratoren auf Wunsch von Vorgesetzten, den E-Mail-Verkehr von Mitarbeitern ausgewertet haben. Mit globalen Spionagenetzen wie Echelon scannen beispielsweise auch Nachrichtendienste der USA, Großbritanniens, Australiens, Neuseelands und Kanadas den weltweiten privaten und geschäftlichen Telefon-, Fax- und Internet-Verkehr nach verwertbaren Inhalten. Und auch das sogenannte PRISM-Programm der US-Sicherheitsbehörde NSA soll nach Berichten der Britischen Tageszeitung Guardian sowie der Washington Post, – neben anderen digitalen Quellen – auch der E-Mail-Verkehr überwachen.

Datenspionage 29-jähriger Techniker bekennt sich zu Prism-Enthüllungen

Hinter den Enthüllungen über die Internetüberwachung durch den US-Geheimdienst NSA steckt ein Techniker einer externen Beratungsfirma. Der 29-jährige habe die Dokumente aus Gewissensgründen veröffentlicht.

Whistleblower Edward Snowden ist überzeugt, richtig gehandelt zu haben. Er habe die Daten-Spionage publik gemacht, um die „Öffentlichkeit darüber zu informieren, was in ihrem Namen“ geschehe. Quelle: AP

Grundsätzlich gilt zwar, dass sich mit angemessen großem Aufwand inzwischen fast jede Verschlüsselung knacken lässt, und insbesondere die US-Schlapphüte bauen gerade mitten den Weiten von Utah einen gigantischen Rechnerpark zur Datenspionage auf. Aber wer den Spähern die Arbeit zumindest etwas erschweren und Durchschnittshackern beziehungsweise gemeinen Industriespionen den Zugriff auf die per E-Mail versandten sensiblen Informationen so schwer wie möglich machen will, der sollte seine Nachrichten verschlüsseln.

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