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Protest gegen Zensur-Gesetz: Wikipedia sperrt sich selbst

von dpa und Eva Neukirchen

Aus Protest gegen ein US-Gesetz schalten Wikipedia und andere Anbieter ihre Seiten ab. Der Streit um Netzsperren spitzt sich so noch einmal zu, selbst Barack Obama und Rupert Murdoch duellieren sich öffentlich.

Der Screenshot vom Dienstag (17.01.2012) zeigt einen Entwurf für die Internetseite der englischsprachigen Ausgabe der Online-Enzyklopädie Wikipedia Quelle: dpa
Der Screenshot vom Dienstag (17.01.2012) zeigt einen Entwurf für die Internetseite der englischsprachigen Ausgabe der Online-Enzyklopädie Wikipedia Quelle: dpa

Die seit Wochen andauernden Proteste gegen eine drastische Verschärfung des Urheberrechts in den USA erreicht ihren Höhepunkt: Die englischsprachige Ausgabe der Online-Enzyklopädie Wikipedia wird aus Protest für einen Tag abgeschaltet.

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Weitere Web-Angebote wollen sich anschließen. Kritiker, wie beispielsweise Google, Twitter und auch US-Präsident Barack Obama werfen den Gesetzesinitiativen mit den Bezeichnungen SOPA („Stop Online Piracy Act“) und PIPA  (Protect IP Act) vor, einer Zensur des Netzes den Weg zu bereiten und somit dessen offene Struktur zu unterdrücken.

Der Stein des Anstoßes ist die Möglichkeit, ausländische Webseiten zu sperren können, die Raubkopien anbieten. Mit der geplanten Infrastruktur könne das Netz auch ohne Bezug auf Urheberrechtsverletzungen zensiert werden, betonten die SOPA-Kritiker.

Wie das Netz gegen die geplanten Sperren protestiert

Greenpeace

Der Protest betrifft nicht nur Internetunternehmen. Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace färbt zumindest einen Teil ihrer Website schwarz. Auf Greenpeace.org titelt die Organisation im begleitenden Artikel „Entschuldigung, Sie dürfen diesen Artikel nicht lesen“ – und erklärt dann, warum sie gegen Internetzensur ist.

„Bei einer Verabschiedung hätten beide Gesetze verheerende Folgen für das freie und offene Web“, erklärte die Wikimedia Foundation, die das Online-Lexikon betreibt. Das englischsprachige Angebot ist seit heute, 6 Uhr (MEZ), abgeschaltet und soll für 24 Stunden offline bleiben.

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales schrieb im Kurzmitteilungsdienst Twitter, Schüler und Studenten sollten ihre Hausaufgaben früh erledigen, weil „Wikipedia am Mittwoch gegen ein schlechtes Gesetz protestiert“. Die deutschsprachige Internetseite des Online-Lexikons wird weiter zugänglich sein und mit einem Protestbanner auf die Aktion in den USA hinweisen. In Deutschland beteiligen sich beispielsweise bekannte Blogger wie Richard Gutjahr, der populare Aggregator-Dienst Rivva oder die Piratenpartei mit Abschaltungen und Protestbannern.

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