Qype vs. Yelp: Kampf um Kritiker im Internet

Qype vs. Yelp: Kampf um Kritiker im Internet

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Die Homepage des US-Bewertungsportals Yelp. Neuerdings gibt es die Seite auch in Deutschland.

von Thomas Stölzel

Das erfolgreiche US-Bewertungsportal Yelp gibt es jetzt auch in Deutschland. Der hiesige Platzhirsch Qype muss zittern.

Fast hätten sich Jeremy Stoppelman und Stephan Uhrenbacher schon einmal getroffen. Der deutsche Internet-Pionier Uhrenbacher reiste 2008 zu einer Konferenz ins Silicon Valley und verabredete sich mit dem US-Kollegen. Doch Stoppelman wurde krank. So werden die zwei Männer jetzt zu Erzrivalen, ohne je ein Wort gewechselt zu haben.

Uhrenbacher ist Gründer von Qype, dem erfolgreichsten Bewertungsportal im europäischen Internet. Auf den Seiten des 2005 gestarteten Hamburger Unternehmens schreiben europaweit 700 000 Mitglieder Kritiken über Restaurants, Bars und Diskotheken, vergeben fünf Sterne für gutes Essen, strafen versalzene Suppe mit einem. Sie bewerten sogar Handwerker und Ärzte. Heute gilt Qype als einesder heißesten Internet-Unternehmen Deutschlands – so heiß, dass laut dem bekannten US-Blog TechCrunch Google und Nokia kürzlich erwogen haben, das Portal aufzukaufen.

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Schon ein Jahr vor der Qype-Gründung brach Computeringenieur Stoppelman sein Harvard-Studium ab, um Yelp ins Leben zu rufen. Das Web-Unternehmen aus San Francisco ist heute das erfolgreichste Bewertungsportal der USA.

Hoffen auf einen Sieg nach dem Vorbild Xing

Die Geschäftsidee ist identisch: Beide Unternehmen finanzieren sich aus Werbung, die etwa lokale Restaurants oder Cafés schalten. Jetzt gehen Qype und Yelp erstmals richtig aufeinander los, und das ausgerechnet auf Qypes Heimatmarkt. Am Donnerstag hat Yelp einen deutschen Ableger der US-Web-Site gestartet. Damit könnte es Qype ergehen wie dem sozialen Netzwerk StudiVZ, dessen Mitglieder reihenweise zum US-Konkurrenten Facebook wechseln. Ziel von Qype ist jedoch ein Sieg nach dem Vorbild Xing: Dem deutschen Karriere-Netzwerk gelang es bisher, den US-Angreifer LinkedIn abzuwehren.

Qype-Gründer Uhrenbacher nimmt die Attacke ernst: „Die werden einen ordentlichen Aufschlag hinlegen.“ Der Yelp-Chef legt den Fokus zunächst auf Berlin und München, um dort schnell eine solide Basis an Bewertungen aufzubauen. Dazu haben Yelp-Mitarbeiter die Städte durchkämmt, Adressen, Rufnummern und Öffnungszeiten von Kneipen abgeglichen und ins Portal eingepflegt. Sie schossen Fotos, schrieben erste Kritiken. Jetzt zieht Yelp sie ab, damit die Nutzer übernehmen.

Italien und Spanien sollen folgen

Wie gefährlich Yelp ist, zeigt die finanzielle Ausstattung der Amerikaner. Gerade hat das Unternehmen 25 Millionen Dollar frisches Kapital eingesammelt, vom Risikofinanzierer Elevation Partners, hinter dem auch U2-Sänger Bono steckt. Weitere 75 Millionen stellte er in Aussicht. Mit dem Geld soll Yelp in Europa Fuß fassen. Neben England und Deutschland ist Yelp auch in Frankreich aktiv, Italien und Spanien sollen folgen. „Ziel ist es, Yelp weltweit zu etablieren“, sagt Stoppelman.

Auf ein vergleichbares Finanzpolster kann Qype nicht zurückgreifen, hat das 80-Mitarbeiter-Unternehmen doch bis heute gerade mal 13 Millionen Euro unter anderem von Wagniskapitalfirmen wie Advent eingesammelt. Dafür ist Qype inzwischen in halb Europa aktiv, neben Deutschland und Großbritannien betreiben die Hamburger Portale in Frankreich, Österreich, Spanien, Italien, Polen und der Schweiz. Vor anderthalb Jahren gründete Qype sogar einen Ableger in Brasilien.

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