Rabattanbieter: Rekordfinanzierung für Groupon

Rabattanbieter: Rekordfinanzierung für Groupon

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Weckt Begehrlichkeiten bei Google: Ein Online-Coupon von Groupon

von Matthias Hohensee

Groupon gilt als das am schnellsten wachsende Unternehmen des Internets. Jetzt hält der Gutschein-Vermarkter einen neuen Rekord: 950 Millionen Dollar an frischem Wachstumskapital.

Groupon-Chef Andrew Mason nutzte die Gunst der Stunde. Während das 450 Millionen Dollar Investment von Goldman Sachs in Facebook Schlagzeilen machte, die das soziale Netzwerk mit 50 Milliarden Dollar bewertete, verhandelte der 29jährige Unternehmensgründer  mit seinen Investoren über die letzten Details einer frischen Finanzspritze. An Interesse mangelte es nicht. Schließlich war durchgesickert, dass Google das Unternehmen für bis zu fünf Milliarden Dollar erwerben wollte.

Die 950 Millionen Dollar Runde, an der sich unter anderem der russische Facebook-Investor Mail.ru Group und der Silicon Valley Promi-Wagnisfinanzierer Kleiner Perkins beteiligten, bewertet Groupon nun mit 4,75 Milliarden Dollar. Durchaus vergleichbar mit Facebook. Das soziale Netzwerk mit seinen 650 Millionen Nutzern wird mit 50 Milliarden Dollar bewertet, also 76 Dollar pro Nutzer. Groupon hat nach eigenen Angaben 50 Millionen registrierte Abonnenten, also 95 Dollar pro Nutzer.

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Im Gegensatz zum Kurznachrichtendienst Twitter, der im Dezember 200 Millionen Dollar frisches Kapital einsammelte, ist Groupon angeblich profitabel.

Das Groupon-Modell wird oft kopiert

Es scheint, dass Mason, der die Firma im November 2008 gründete, das nächste große Ding nach Google und Facebook gefunden hat: Den Gruppeneinkauf übers Internet. Groupon – eine Wortkombination aus Gruppe und Coupon – vermarktet über seine Webseite Gutscheine für rabattierte Dienstleistungen wie etwa Essen in Restaurants, Massagen oder Hubschrauberrundflüge. Der Deal kommt nur zustande, wenn eine vom Händler und Groupon  festgelegte Mindestanzahl von Nutzern Interesse am Kauf signalisiert. Von den Einnahmen aus dem Verkauf der Gutscheine behält Groupon in der Regel 55 Prozent, der Rest geht an den Anbieter.

Das frische Kapital soll verwendet werden, um rascher international zu expandieren und Altgesellschafter aus früheren Runden und Zukäufen auszuzahlen. Damit hätten die deutschen Unternehmerbrüder Samwer, die auch an Facebook beteiligt sind, einen neuen Coup gelandet.

Im Mai vergangenen Jahres hatte Groupon  im Tausch gegen Anteile das von den Samwers finanzierte Startup Citydeal erworben. Mason muss sich sputen. Denn ein Schwachpunkt an seiner Erfolgsformel ist, dass diese relativ einfach kopiert werden kann. In den USA gibt es mittlerweile eine Reihe von Konkurrenten. Der stärkste ist der vom Online-Händler Amazon.com unterstützte Wettbewerber Living Social. In Australien kopierte ein Brüderpaar ganz dreist Groupon und sicherte sich gar die lokale Webadresse. Wegen der vielen Wettbewerber hat zudem die Attraktivität der Angebote nachgelassen. Und auch großzügige Rabatte helfen am Ende nichts, wenn die angebotene Dienstleistung einfach nur schlecht ist.

Mit der Finanzierungsrunde hält Mason einen neuen Rekord für ein Web-Unternehmen. 2006 sammelte die Mobiltelefongesellschaft Clearwire 1,3 Milliarden Dollar ein, unter anderem von Intel und Motorola. 

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