Rapidshare-Chefin Zwingli: „Das waren riskante Praktiken“

Rapidshare-Chefin Zwingli: „Das waren riskante Praktiken“

von Oliver Voß

Rapidshare hat die Technologie erfunden, die Kim Schmitz´ Raubkopiernetzwerk Megaupload perfektionierte. Und auch hinter Rapidshare steckt ein Deutscher. Im Interview erklärt Rapidshare-Chefin Alexandra Zwingli, wie sie mit der Schließung von Megaupload umgeht und ihr Geschäft in die Legalität rettet.

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Der Internetdienstleister Rapidshare will nicht mit Megaupload verglichen werden.

WirtschaftsWoche: Was dachten Sie, als sie von der Megaupload-Schließung hörten?

Zwingli: Das kam für uns nicht ganz unerwartet. Megaupload landete kürzlich schon auf der Watch List des Congressional International Anti-Piracy Caucus und schon vorher hatten wir den Eindruck, dass so etwas bevorstehen könnte. Der genaue Zeitpunkt war natürlich überraschend. Wir haben sofort überlegt, was das für uns bedeutet.

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Und was bedeutet es? Fürchten Sie nun ähnliche Schritte?

Nein, denn mit uns kann man reden. Wenn jemand ein Problem hat, bekommen wir einen Brief und nicht Besuch vom FBI. Auch strukturell unterscheidet uns soviel von Megaupload, dass wir uns keine Sorgen machen. Deren Praktiken waren riskant, da haben wir manchmal die Stirn gerunzelt und gedacht, dass könnte Ärger geben. Wir haben uns bewusst gegen solche Methoden entschieden.

Alexandra Zwingli Quelle: Pressebild

Rapidshare-Chefin Alexandra Zwingli: Die gelernte Programmiererin ist seit 2011 CEO von Rapidshare. Der deutsche Gründer des Unternehmens hat sich aus dem Management zurückgezogen, hält jedoch noch Anteile an der AG.

Bild: Pressebild

Welche Praktiken meinen Sie damit genau?

Beispielsweise das „Reward-Programm“ wo Nutzern bis zu 10.000 Dollar versprochen wurden, wenn sie populäre Files hochladen. Damit hat sich Megaupload sehr weit aus dem Fenster gelehnt.

Rapidshare hatte doch auch ein solches System? Haben Sie das eingestellt, da sie auch Ärger fürchteten?

Jein. Die Idee bei der Einführung unseres Bonungsprogrammes war es, dass Nutzer ihre Freunde motivieren, ebenfalls Kunde bei Rapidshare zu werden. Wir haben Ihnen dafür Punkte gegeben, für die es ein kleines Dankeschön gab. Doch dafür hatten wir von Anfang an strenge Grenzen. So gab es nur Rapidshare-T-Shirts oder Gratis-Premium-Accounts.

Wieso haben Sie es dann beendet?

Wir haben gemerkt, dass das in die falsche Richtung geht. Irgendwann wurden Rapidshare-Tassen bei Ebay verkauft. Außerdem gab es immer mehr Vorwürfe, dass Reward-Programme per se schlecht sind. Als dann noch die Wettbewerber immer verrücktere Programme machten, wollten wir da nicht mitziehen. Stattdessen haben wir ein Zeichen gesetzt und das Programm gestrichen.

Was unterscheidet Rapidshare noch von Megaupload?

Megaupload ist seit Jahren das, was wir nicht sein wollen. Unser Ziel war immer, nicht mit denen in einen Topf geworfen zu werden. Ich bin zum Beispiel ziemlich sicher, dass Megaupload nicht selbst nach Urheberrechtsverletzungen gesucht hat, eher im Gegenteil. Daher ist es ärgerlich, dass jetzt alle auf uns schauen.

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