Rechenzentren: Island - eine Insel für grüne Server

Rechenzentren: Island - eine Insel für grüne Server

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Die Vulkaninsel mitten im Atlantik bietet enormes Potenzial für grüne Rechenzentren. Im Bild: Ein Ventil in einem «HS Orca Geothermie-Kraftwerk» auf Island.

Quelle:dpa

Die Welt braucht für die stetig wachsende Datenmenge immer mehr Speicherplatz. Um die Rechenzentren der Internet-Riesen bemüht sich Island. Die Insel im Nordatlantik wirbt dabei mit Feuer und Eis.

Schneidender Wind fegt fast unablässig über die zerklüftete Landschaft Islands, riesige Gletscher überziehen das Land, unter der Erde brodelt Lava. Auf dieser unwirtlichen Insel im Nordatlantik sollen zukünftig die Daten der Welt gelagert werden. Island bemüht sich um Rechenzentren - und spielt dabei mit seiner Geografie eine Trumpfkarte aus.

„Unsere Energie ist zu 100 Prozent grün“, betont Einar Hansen Tómasson von der staatlichen Investitionsagentur Islands den wohl größten Standortvorteil. Denn Server-Farmen benötigen sehr viel Energie und in Island wird Strom ausschließlich CO2-neutral aus Geothermie und Wasserkraft gewonnen. „Hier wissen die Unternehmen genau, was sie bekommen“, sagt Tómasson. „Wir haben auf der Insel ein in sich geschlossenes Netz, so dass der Strom nicht von Atommeilern, Kohlekraftwerken, Gas oder Öl kommen kann.“

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Wettlauf im Hohen Norden um "beste" Kühlung

Das kleine Land mit seinen 320 000 Einwohnern erholt sich erst langsam von der verheerenden Bankenpleite vor vier Jahren und sucht nach neuen Wirtschaftszweigen. Die Idee der Isländer: Wenn die im Überfluss vorhandene Energie aus den Tiefen ihrer Erde nicht zu den Rechenzentren in Zentraleuropa gelangen kann, so müssen die stromfressenden Bausteine der IT-Infrastruktur eben zu ihnen kommen. Zwei Komplexe haben bereits geöffnet und füllen sich mit Daten von Kunden aus aller Welt. Weitere sollen bald folgen. „Es gibt sehr viel Interesse von Investoren“, sagt Tómasson.

Doch Island hat Konkurrenz, denn auch in anderen Ländern rund um den Polarkreis entstehen Rechenzentren für den schnell wachsenden Markt. Der Norden hat einen entscheidenden Vorteil: In der arktischen Kälte können die Server leicht kühl gehalten werden. Erst im Herbst vergangenen Jahres gab das Online-Netzwerk Facebook bekannt, sein erstes europäisches Datenzentrum in Nordschweden zu bauen. Nun werden im Küstenstädtchen Luleå am Bottnischen Meerbusen drei Hallen für zehntausende Server aus dem Boden gestampft, so groß wie elf Eishockey-Arenen.

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