
Pavel Durov hat scheinbar zu viel Geld. Denn er schmeißt es gerne mal zum Spaß aus dem Fenster, wie neulich vor seinem Büro in Sankt Petersburg. Da ließ er 5000-Rubel-Scheine, umgerechnet 125 Euro, auf die Passanten herabflattern und filmte mit dem Handy, wie die Menschen nach dem Geld schnappten und sich gegenseitig wegschubsten.
Der 27-jährige kann sich den Spaß leisten, denn er ist so etwas wie der russische Marc Zuckerberg. 2006 gründete er das Netzwerk Vkontakte mit mittlerweile etwa 70 Millionen aktiven Nutzern. Sein Erfolg und Auftreten stehen stellvertretend für eine Branche, die vor Wachstum nur so strotzt. Im vergangenen Jahr überholte Russland nach Angaben der Marktforscher von Comscore Deutschland als größte Internetnation in Europa mit nunmehr 55 Millionen Usern. In den kommenden 10 Jahren dürften noch 40 bis 45 Millionen hinzukommen. Insbesondere in der Provinz sind die Zuwachsraten zweistellig. Entsprechend dürften auch die Umsätze von Handel und Werbung im Internet zulegen. Während in Russland bisher nur rund 2 Prozent der Waren im Netz gekauft werden, sind es in Deutschland etwa 10 Prozent.
Bild: dpaPlatz 17: Berlin
Das Projekt Startup Genome hat ermittelt, was die besten Standorte für Gründer sind. Immerhin auf dem 17. Platz landet eine deutsche Stadt. Die Hauptstadt hat sich in den vergangenen Jahren zum Anziehungspunkt für Start-Up-Gründer entwickelt. Besonders die Gegend um den Rosenthaler Platz hat es vielen angetan, die mittlerweile schon Silicon Allee genannt wird.
Erfolgreiche Berliner Start-Ups der vergangenen Jahre waren unter anderem kaufda, die Werbeprospekte ins Internet stellen, der Gutscheinhändler Groupon, Zalando oder eDarling. Auch das von US-Schauspieler Ashton Kutcher unterstützte Start-Up Amen hat seinen Sitz in Berlin.
Bild: dpaPlatz 10: Moskau
Zwanzig Kilometer außerhalb von Moskau entsteht in Skolkowo ein neues „russisches Silicon Valley“. Das Innovationszentrum soll im gleichen Stil wie das Original neue Hochtechnologien hervorbringen. Dazu sollen dort in Zukunft über 30 000 Wissenschaftler an neuen Ideen tüfteln. Eröffnet wird „Innograd“ wahrscheinlich frühestens 2016.
Bild: ReutersPlatz 9: Bangalore
Immer erinnernd an das amerikanische Vorbild, hat Bangalore den Beinamen „indisches Silicon Valley“ bekommen. Nicht zu Unrecht: In der Stadt haben sich viele IT-Firmen wie SAP, Oracle und IBM niedergelassen. Deswegen ist auch die Zahl der Informatiker in der Stadt hoch.
Bild: ReutersPlatz 8: Sao Paulo
Brasilien, und allen voran Sao Paulo, ist im Beliebtheitsranking von Start-Up-Gründern schnell nach oben geklettert. Im Gegensatz zu anderen Metropolregionen haben die Gründer hier viel Platz um sich auszuleben. Investoren schätzen das große Potential in Südamerika und stellen bereitwillig Gelder bereit.
Auch die deutschen Samwer-Brüder, die unter anderem auch in Zalando, Jamba oder Groupon investiert haben, sind in Sao Paulo aktiv. Der Skype-Gründer Niklas Zennström hat in einen Online-Shop für Babyartikel investiert.

Platz 7: Singapur
Der Tigerstaat hat sich eine kleine Stadt im Inneren geleistet: Die Biopolis. Über 220 000 Quadratmeter groß, arbeiten hier Wissenschaftler aus der ganzen Welt an neuen Entwicklungen für die Medizin und Biotechnologie.
Diese Bereiche sind bei Risikokapitalgebern sehr beliebt, da sie gute und vergleichsweise sichere Renditen versprechen. Start-Ups in diesen Bereichen kommen hier schnell an einen Investor.
Bild: APPlatz 6: Los Angeles
Start-Ups fühlen sich wohl in der Nähe von Unterhaltungsindustrie, die ständig auf der Suche nach neuen technischen Möglichkeiten oder Ideen sind – und welcher Ort könnte dafür besser sein, als Los Angeles. Auch die Nähe zu vermögenden Bewohner der Stadt, wie zum Beispiel zum bekannten Schauspieler und Risikokapitalgeber Ashton Kutcher, zieht junge Unternehmensgründer an.
Bild: ReutersPlatz 5: Tel Aviv
Auch in Israel gibt es eine Niederlassung des Silicon Valley: Das Silicon Wadi. Laut „The Globe and Mail“ sollen 422 Start-Ups – alleine in den ersten drei Quartalen vergangenen Jahres - fast 1,9 Milliarden Euro Risikokapital eingesammelt haben.
Auch die großen US-Konzerne bedienen sich gerne an den kreativen Start-Ups im Silicon Wadi. So hat Ebay im September sein Portfolio für 20 Millionen Dollar um „The Gifts Projekt“ erweitert, eine Plattform, auf der Freunde gemeinsam Geschenke für eine andere Person kaufen können.

Platz 4: Toronto
Die kanadische Metropole ist der wichtigste Finanzplatz des Landes. Hier sind auch viele Investmentfirmen angesiedelt – was die Stadt für Startup-Gründer besonders attraktiv macht. Aus Kanada kommt unter anderem die Idee des „1-Dollar-Business“, die unter anderem von der Freien Universität Berlin aufgegriffen wurde: Die Studenten erstellen einen Business-Plan der von einer Jury aus Wirtschaftsvertretern bewertet wird. Der beste Plan gewinnt.
Bild: ReutersPlatz 3: London
Die Strahlkraft des Silicon Valley ist so groß, dass Ortsteile in denen sich viele junge Unternehmensgründer ansiedeln, schnell einen Namen tragen, der an das amerikanische Vorbild erinnert. In London ist es das „Silicon Roundabout“ rund um die U-Bahn Haltestelle „Old Street“.
Hier sitzt zum Beispiel auch die 2008 gegründete Internetfirma „Mixcloud“. Dort können sich die Nutzer ihr eigenes Radioprogramm zusammenstellen und mit Freunden teilen.
Bild: ReutersPlatz 2: New York City
Die Stadt gilt gemeinhin als Schmelztiegel der Kulturen, indem neue Ideen viel Raum finden. Und weil man sich in der Millionenmetropole nicht so leicht durch Zufall über den Weg läuft, haben Dennis Crowley und Naveen Selvadurai 2009 das Start-Up Foursquare gegründet. Über das Internet oder eine App können sich Nutzer an einem Ort „einchecken“ und sehen, wo sich ihre Freunde gerade befinden.
Platz 17: Berlin
Das Projekt Startup Genome hat ermittelt, was die besten Standorte für Gründer sind. Immerhin auf dem 17. Platz landet eine deutsche Stadt. Die Hauptstadt hat sich in den vergangenen Jahren zum Anziehungspunkt für Start-Up-Gründer entwickelt. Besonders die Gegend um den Rosenthaler Platz hat es vielen angetan, die mittlerweile schon Silicon Allee genannt wird.
Erfolgreiche Berliner Start-Ups der vergangenen Jahre waren unter anderem kaufda, die Werbeprospekte ins Internet stellen, der Gutscheinhändler Groupon, Zalando oder eDarling. Auch das von US-Schauspieler Ashton Kutcher unterstützte Start-Up Amen hat seinen Sitz in Berlin.
Ebay hat zu lang gewartet
Das Wachstum droht jedoch an den üblichen Branchenriesen wie Ebay oder Amazon vorbeizulaufen. Lange galt das Runet, wie das russischsprachige Internetsegment genannt wird, als letzter großer Wachstumsmarkt Doch vor allem Händler zögerten. Die marode Infrastruktur, die langsame Post und die geringe Verbreitung von Kreditkarten schienen zu große Widerstände zu sein. Erst vergangene Woche hat das Auktionshaus Ebay angekündigt, seine Dienste endlich auch in Russland anzubieten.
Doch während Ebay und Co. auf bessere Bedingungen warteten, kopierten russische Unternehmen die Konzepte und schufen sich die Bedingungen selber. Der Internethändler Ozon.ru. Russlands Amazon, hat etwa einen eigenen Kurierdienst gegründet, um sich nicht auf die langsame Post zu verlassen. Wer in Moskau etwas im Internet bestellt, kann es dank händlereigenen Lieferdiensten manchmal schon am Abend in den Händen halten. Und während PayPal russischen Nutzern nur einen stark eingeschränkten Service anbot, überzog der Bezahldienst Qiwi das Land flächendeckend mit Terminals, durch die Bargeld auf virtuelle Konten überwiesen, oder eine Bestellung direkt in Bar bezahlt werden kann. Nach Angaben der Unternehmensberatung PWC bezahlt mindestens jeder zweite seine Interneteinkäufe in Cash oder über die Terminals. Viele Onlineshops haben zudem eigene Callcenter, weil russische User gerne per Telefon bestellen oder den genauen Liefertermin absprechen wollen.
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