Russland: Globale Onlineriesen bleiben Zwerge in Russland

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Russland: Globale Onlineriesen bleiben Zwerge in Russland

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Der Underdog: In Russland kann die weltweite Nummer eins nur Platz vier unter den meist genutzten Netzwerken belegen

Russland ist Europas größter Wachstumsmarkt im Internet. Doch die Gewinner sind nicht die Weltkonzerne Google, Facebook und Ebay sondern regionale Anbieter.

Pavel Durov hat scheinbar zu viel Geld. Denn er schmeißt es gerne mal zum Spaß aus dem Fenster, wie neulich vor seinem Büro in Sankt Petersburg. Da ließ er 5000-Rubel-Scheine, umgerechnet 125 Euro, auf die Passanten herabflattern und filmte mit dem Handy, wie die Menschen nach dem Geld schnappten und sich gegenseitig wegschubsten.

Der 27-jährige kann sich den Spaß leisten, denn er ist so etwas wie der russische Marc Zuckerberg. 2006 gründete er das Netzwerk Vkontakte mit mittlerweile etwa 70 Millionen aktiven Nutzern. Sein Erfolg und Auftreten stehen stellvertretend für eine Branche, die vor Wachstum nur so strotzt. Im vergangenen Jahr überholte Russland nach Angaben der Marktforscher von Comscore Deutschland als größte Internetnation in Europa mit nunmehr 55 Millionen Usern. In den kommenden 10 Jahren dürften noch 40 bis 45 Millionen hinzukommen. Insbesondere in der Provinz sind die Zuwachsraten zweistellig. Entsprechend dürften auch die Umsätze von Handel und Werbung im Internet zulegen. Während in Russland bisher nur rund 2 Prozent der Waren im Netz gekauft werden, sind es in Deutschland etwa 10 Prozent.

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Ebay hat zu lang gewartet

Das Wachstum droht jedoch an den üblichen Branchenriesen wie Ebay oder Amazon vorbeizulaufen. Lange galt das Runet, wie das russischsprachige Internetsegment genannt wird, als letzter großer Wachstumsmarkt Doch vor allem Händler zögerten. Die marode Infrastruktur, die langsame Post und die geringe Verbreitung von Kreditkarten schienen zu große Widerstände zu sein. Erst vergangene Woche hat das Auktionshaus Ebay angekündigt, seine Dienste endlich auch in Russland anzubieten.

Doch während Ebay und Co. auf bessere Bedingungen warteten, kopierten russische Unternehmen die Konzepte und schufen sich die Bedingungen selber. Der Internethändler Ozon.ru. Russlands Amazon, hat etwa einen eigenen Kurierdienst gegründet, um sich nicht auf die langsame Post zu verlassen. Wer in Moskau etwas im Internet bestellt, kann es dank händlereigenen Lieferdiensten manchmal schon am Abend in den Händen halten. Und während PayPal russischen Nutzern nur einen stark eingeschränkten Service anbot, überzog der Bezahldienst Qiwi das Land flächendeckend mit Terminals, durch die Bargeld auf virtuelle Konten überwiesen, oder eine Bestellung direkt in Bar bezahlt werden kann. Nach Angaben der Unternehmensberatung PWC bezahlt mindestens jeder zweite seine Interneteinkäufe in Cash oder über die Terminals. Viele Onlineshops haben zudem eigene Callcenter, weil russische User gerne per Telefon bestellen oder den genauen Liefertermin absprechen wollen.

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