Sammelklage : Zyngas unseriöse Jagd nach dem schnellen Geld

Sammelklage : Zyngas unseriöse Jagd nach dem schnellen Geld

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Facebook: Das soziale Netzwerk will 2010 605 Millionen Dollar mit Online-Werbung einnehmen

von Thomas Stölzel

Zynga, der weltgrößte Anbieter sozialer Spiele, hat derzeit zusammen mit dem sozialen Netzwerk Facebook eine Sammelklage am Hals. Grund: Das Unternehmen hatte bis Herbst vergangenen Jahres mit zwielichtigen Partnern zusammen gearbeitet.

Als Mark Pincus 2007 sein Online-Spiele-Unternehmen Zynga gründete, hatte er ein Ziel: Er wollte so schnell wie möglich, dass es profitabel ist, am besten von Beginn an. Dafür ließ er sich auch auf zweifelhafte Geschäfte ein, die ihm und dem sozialen Netzwerk Facebook, in dem die Nutzer seine Spiele spielen, inzwischen mindestens eine Sammelklage eingebracht haben.

Reihenweise hatte Zynga mit Abzockeanbietern kooperiert. „Ich habe alles schreckliche getan, um nur schnell Umsatz zu bekommen“, gab Pincus im vergangenen Frühjahr in einem Videointerview zu. So habe er unter anderem virtuelle Pokerchips an Nutzer verschenkt, wenn sie eine Toolbar eines Drittanbieters für ihren Internetbrowser herunter luden. Als Pincus diese Toolbar selbst einmal testete, sei er nicht in der Lage gewesen, sie zu löschen. Im November schließlich verbannte er dann diese Abzockangebote auf Druck der Spieler komplett aus „FarmVille“, „Mafia Wars“ und anderen Zynga-Spielen

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Absprache von Facebook und Zynga?

Für Rebecca Swift aus dem kalifornischen Santa Cruz, die die Sammelklage eingereicht hat, war das jedoch schon zu spät. Sie hatte angeblich „risikofrei“ einen Grüntee-Kur-Test geordert und dafür leichtsinnigerweise die Daten ihrer Bankkarte angegeben. Trotz ihrer Versuche zu stornieren, bekam sie mehrfach ein paar billige Teebeutel und Tee-Pillen zugesendet, wofür ihr der Abzockanbieter in mehreren Etappen insgesamt 166 Dollar abbuchte.

Zynga-Konkurrenten wie Playfish betrachten die Abzockangebote als schwer geschäftsschädigend. Sie brächten zwar am Anfang schnelles Geld, schadeten aber mittelfristig auch allen anderen Spieleanbietern bei Facebook, klagt Playfish-Gründer Sebastien de Halleux. Sie verjagten die Leute wie es teure Klingelton-Abos bei Handys getan hätten. Dort habe es auch seriöse Angebote gegeben. Doch weil so viele Menschen auf Tricks hereingefallen sind, habe sich kaum noch jemand getraut, einen Ton zu bestellen. Er fordert deshalb alle Anbieter von sozialen Spielen auf: „Wenn Ihr ein qualitativ hochwertiges Produkt habt, sollte der Nutzer direkt dafür bezahlen.“

Ein Prozess soll Swifts Klage zufolge nun klären, ob sich Facebook und Zynga abgesprochen hatten, um Konsumenten hinters Licht zu führen. Schließlich profitierte indirekt auch das soziale Netzwerk von den lukrativen Abzockdeals. Floss doch ein großer Teil des Geldes via Zynga-Werbeanzeigen weiter an Facebook.

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