Sapphire: Faszinierende Software aus Walldorf

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Sapphire: Faszinierende Software aus Walldorf

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Auf der hausinternen SAP-Messe Sapphire in Madrid präsentiert der Konzern neue Software-Lösungen - und den Weg, den das Unternehmen künftig gehen will.

von Michael Kroker

Großartige Produktankündigungen hat der deutsche Softwareriese SAP bei seiner Hausmesse Sapphire nicht mit im Gepäck. Dafür beschwören die beiden Vorstandschefs die gemeinsame Innovationskraft mit ihren Kunden.

Kundenkonferenzen eignen sich ja immer besonders, die eigene Klientel zu umgarnen und einige wohldosierte Botschaften der eigenen Strategie unters Volk zu bringen. So nicht anders bei der gestrigen Eröffnung der SAP-Hausmesse Sapphire Now in Madrid durch die beiden Vorstandsvorsitzenden Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe.

McDermott, der sein persönliches Erscheinen aufgrund eines familiären Trauerfalls kurzfristig abgesagt hat, ist von Utah aus per Satellitenschaltung zugeschaltet. In gewohnt jovialer Art dankt er den rund 6500 Zuhörern, die sich für die Keynote in Halle 6 des IFEMA-Messegeländes der spanischen Hauptstadt versammelt haben.

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Ohne sie, so McDermott, sei der Um- und Aufschwung, den das Unternehmen seit der Installierung der Doppelspitze Anfang 2010 genommen habe, nicht möglich gewesen.

Blick auf neue Möglichkeiten

Den Spruch des Abends münzt freilich McDermott-Kompagnon Jim Hagemann Snabe: „Immer wenn Sie einen Fehler machen oder man in einer Krise steckt, sollten Sie ‚faszinierend‘ sagen“, beschwört der 47-jährige Däne seine Zuhörer. „Denn damit beweisen Sie eine andere Geisteshaltung – und eröffnen sich den Blick auf neue Möglichkeiten.“ Generell sollten Unternehmenslenker derart „faszinierend“ denken.

Die Entwicklung von SAP

  • 1972: Der Urknall

    Gründung als SAP Systemanalyse und Programmentwicklung in Weinheim; 1976 Umbenennung in Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung; 1977 Umzug nach Walldorf.

  • 1973: Der Startschuss

    Fertigstellung der ersten Finanzbuchhaltungssoftware namens System RF - Grundstein für das spätere Komplettpaket R/1 als umfassende betriebswirtschaftliche Standardsoftware.

  • 1988: Die Expansion

    Die 1979 erstmals angebotene Software R/2 boomt: Bis Jahresende setzt SAP 245 Millionen Mark um. Im Oktober geht das Unternehmen für umgerechnet 380 Euro je Aktie an die Börse.

  • 1991: Der Megaseller

    Auf der Computermesse Cebit zeigt SAP erstmals die Software R/3, an der die Entwickler seit 1987 arbeiteten. Für den Mittelstand konzipiert, erweist sich R/3 als Megaseller für Konzerne.

  • 1998: Die Globalisierung

    Zur Untermauerung der Auslandsexpansion und zur Eroberung des US-Marktes notiert SAP im August an der New York Stock Exchange. Umsatz 4,3 Milliarden Euro.

  • 2007: Die Beschleunigung

    SAP kauft für 4,8 Milliarden Euro den französischen Softwareanbieter Business Objects. 2010 folgt der Kauf des US-Softwarehauses Sybase für 4,6 Milliarden Euro. Die Basis für neues Wachstum ist geschaffen.

  • 2010: Der Neuanfang

    Nach weniger als einem Jahr muss Léo Apotheker als Chef seinen Hut nehmen. Oberkontrolleur Hasso Plattner beruft Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott als Nachfolger.

  • 2011: Der Angriff

    Dem Chefduo Snabe und McDermott gelingt das beste Jahr der Unternehmensgeschichte. Ende 2011 kündigen sie die Übernahme des US-Anbieters SuccessFactors an. Damit schalten sie um auf neue Produkte im zukunftsträchtigen Mobil- und Cloud-Computing-Geschäft.

  • 2012: Das Durchstarten

    Mit der Milliardenübernahme des US-Anbieters Ariba verstärken die Co-Chefs Snabe und McDermott ihr neues Cloud-Geschäft weiter. Zugleich erhält SAP ein riesiges Internet-basiertes Beschaffungs-Netzwerk für Geschäftskunden.

  • 2013: Die Umwandlung

    Im Frühjahr gibt SAP bekannt, sich in eine europäische Aktiengesellschaft SE umwandeln zu wollen. In der Belegschaft weckt das Befürchtungen, der Konzern könne mittelfristig seinen Firmensitz weg von Walldorf verlagern.

  • 2014: Der Alleinherrscher

    Auf der Hauptversammlung im Mai wird McDermott alleiniger SAP-Chef. Sein bisheriger Kompagnon Snabe rückt in den Aufsichtsrat. McDermott will SAP noch schlanker und flexibler machen sowie das Unternehmen ganz auf die Cloud trimmen.

Dabei steckt SAP aktuell mitnichten in einer Krise – ganz im Gegenteil. Auch im jüngst abgelaufenen dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres konnten die Walldorfer erneut Rekordwerte bei Umsatz und den Software-Erlösen vermelden. Einzig beim Betriebsgewinn hat SAP in den ersten neun Monaten des Jahres 2012 etwas geschwächelt – unter anderem wegen Akquisitionen und zahlreichen neuen Mitarbeitern.

Aus diesem Grund haben die beiden SAP-Chefs jüngst noch einmal an alle SAPler appelliert, um die Sparbemühungen auch im vierten Quartal hochzuhalten und das Jahresziel doch noch zu erreichen.

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