Schutz-App fürs Smartphone: Lookout ist ein gigantisches Frühwarnsystem

Schutz-App fürs Smartphone: Lookout ist ein gigantisches Frühwarnsystem

von Matthias Hohensee

John Hering ist der Bodyguard für Handys – und gilt als kommender Software-Tycoon. Mit Lookout schützt er mobile Geräte vor Schädlingen und Schnüfflern. Dabei ist das Nutzer-Netzwerk von entscheidender Bedeutung.

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Kämpfer gegen Hacker: Lookout-Gründer John Hering im Reich seiner Ideen.

Sprechchöre, Pfiffe, Plakate – die Occupy-Bewegung hat die Westküste der USA erreicht. Auf San Franciscos Verkehrsader Market Street geht nichts mehr. John Hering hat Probleme, in sein Büro zu kommen. Nicht wegen der Demonstranten, die vor dem Gebäude campieren. Die Sicherheitsleute wollen ihn nicht in den Wolkenkratzer lassen. Sie halten den Unternehmer und seine Mitarbeiter für Störer. „Wir waren in T-Shirt und Jeans ja auch nicht von den Protestlern zu unterscheiden“, erinnert sich Hering lachend an die Proteste im Oktober 2011.

Heute würde das nicht mehr passieren. Herings Unternehmen Lookout ist der prominenteste Mieter im 1979 erbauten Büroturm, einem der höchsten der Stadt. Mit rund 200 seiner weltweit 300 Mitarbeiter belegt es die drei obersten Etagen.

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Beim Besuch macht der Firmensitz dem Unternehmensnamen alle Ehre: Die Aussicht, 130 Meter über San Francisco, ist eindrucksvoll, weit reicht der Blick über das Häusermeer, Bay Bridge und Golden Gate Bridge. „Ich kann mich nicht sattsehen“, sagt Hering. Vom Konferenzraum in der 27. Etage schaut er auf die Stadt.

Lookout hat prominente Investoren

Die liegt ihm zu Füssen genauso wie zahlreiche prominente Investoren. Amazon-Gründer Jeff Bezos, Hedgefondsmilliardär Peter Thiel und die Deutsche Telekom zählen dazu. Im Sommer 2014 hat Lookout 150 Millionen Dollar eingesammelt; in einer der größten Finanzierungsrunden des vergangenen Jahres.

Fünf Tipps zum Smartphone-Schutz

  • Tipp 1

    Installieren Sie Security-Apps. Gerade bei Android-Handys sind sie Pflicht.

  • Tipp 2

    Vorsicht bei Downloads aus inoffiziellen App-Stores. Programme dort sind oft mit Schadsoftware verseucht.

  • Tipp 3

    Woher auch immer Sie Handyprogramme laden, checken Sie jede neue App mit der Schutzsoftware.

  • Tipp 4

    Damit Fremde Ihr Handy nicht via Funk angreifen können, schalten Sie WLAN und Bluetooth möglichst oft ab.

  • Tipp 5

    Bleiben Sie wachsam. Schutzsoftware erschwert Angriffe, kann aber nicht alle verhindern. Überprüfen Sie daher Konto- und Kreditkarten-Auszüge.

Insgesamt 280 Millionen Dollar haben Geldgeber bisher in das Start-up gesteckt, das Smartphones und Tablets vor kriminellen Angriffen und Spionage schützt – und damit in einem doppelt attraktiven Markt agiert: Nicht nur wächst der Smartphone-Absatz rasant – rund vier Milliarden Stück sind bereits verkauft, und 2015 sollen weltweit 1,5 Milliarden dazukommen. Zugleich explodiert die Zahl der Schadprogramme, über die Hacker Kontakte, E-Mails und Passwörter ausspähen oder Bankgeschäfte umlenken können.

Apps wie die von Lookout sollen das verhindern, vor Web-Sites warnen, die gefährlich sein können, und kontrollieren, ob Programme unerlaubt Daten weitergeben. Mehr als 60 Millionen Menschen haben Herings Software schon auf iPhones, iPads oder Android-Maschinen installiert. Dieses Jahr soll sich die Zahl auf 100 Millionen fast verdoppeln. Zudem verfügt Lookout über das derzeit größte Sensornetz, um mobile Attacken früh zu erkennen.

Mobiles Sicherheitsrisiko So schützen Sie Ihr Smartphone

Privatleute und Unternehmen lassen ihre Smartphones und Diensthandys oft sträflich ungesichert. Dabei ist Schutz weder teuer, noch kompliziert.

Smartphones sind ein beliebtes Hacker-Ziel - sie sind fast immer eingeschaltet und speichern viele persönliche Daten. Quelle: AP

Auf dem Vormarsch in der IT-Sicherheitsbranche

So gilt Hering, Sohn eines deutschen Bankers, im Silicon Valley als der kommende Tycoon der Sicherheitsbranche. Den Wert seiner Firma taxieren Insider auf zwei Milliarden Dollar. „Lookout wird das nächste Symantec“, misst sich der erst 31-Jährige mit dem jungenhaften Aussehen selbstbewusst am weltgrößten Konzern für IT-Sicherheit.

„Mit dem eingesammelten Kapital wollen wir in den nächsten zwei Jahren global expandieren und Hunderte Mitarbeiter einstellen“, verkündet er. Und will nicht weniger als den Markt für mobilen Datenschutz dominieren, dem die Analysten von Infonetics Research 2018 rund 3,4 Milliarden Dollar Umsatz zutrauen.

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