Serie Wirtschaftswelten 2025: Mensch und Maschine wachsen zusammen

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GastbeitragSerie Wirtschaftswelten 2025: Mensch und Maschine wachsen zusammen

Es gibt kaum noch Zweifel daran, dass Mensch und Maschine zusammenwachsen. Aber wie behält der Mensch die Kontrolle? Wichtige ethische Fragen sind bislang nicht nur unbeantwortet. Sie sind nicht einmal gestellt.

Es ist das vielleicht heißeste Thema in der IT - und wie so oft gibt es dafür im Deutschen noch keinen Begriff: Cognitive Computing.

Es geht um Computer, die denken und handeln wie wir Menschen und die bei allem hinzulernen, was sie tun. Computer, die ihre Umgebung verstehen und sich an sie anpassen, die eigenständig entscheiden, handeln und sich weiterentwickeln können. Die sich selbst und andere Computer programmieren.

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Es geht um Computer, die empathiefähig sind, die sogar ein emotionales Zentrum besitzen können. „Ich denke, also bin ich“, dieses Axiom des aufgeklärten Verständnisses vom Menschsein, wird man sehr grundsätzlich überprüfen müssen.

Über den Autor

  • Bernhard Rohleder

    Bernhard Rohleder ist seit 1999 Hauptgeschäftsführer des Hightech-Verbandes Bitkom.

Dabei ist der kognitive Computer frei von dem, was den menschlichen Alltag zuweilen etwas mühsam macht: Man hat etwas Übergewicht, ist nicht ganz fit, oft unausgeschlafen und manchmal urlaubsreif.

Chips ähneln dem Gehirn

Derzeit werden mit großem Erfolg neurosynaptische Chips entwickelt. Sie basieren nicht auf Schaltkreisen und arbeiten nicht digital mit 0 und 1. Stattdessen bilden sie Struktur und Funktionsweise unseres Gehirns nach.

Vor fünf Monaten wurde in den USA ein solcher Chip vorgestellt, der erstmals eine Million programmierbare Neuronen und 256 Millionen Synapsen enthielt – das alles auf einem einzigen Chip.

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa 100 Milliarden Neuronen und 100 Billionen Synapsen. Schon in wenigen Jahren wird es neurosynaptische Systeme geben, die genauso funktionieren und dabei deutlich leistungsfähiger sein werden als unser Gehirn.

Die Entwicklungsstufen Künstlicher Intelligenz

  • 1950 - Alan Turing

    Der britische Informatiker entwickelt den nach ihm benannten Test. Er soll ermitteln, ob eine Maschine denken kann wie ein Mensch. Ein russischer Chat-Roboter soll ihn 2014 erstmals bestanden haben.

  • 1956 - Dartmouth-Konferenz

    Experten einigen sich auf den Begriff "Künstliche Intelligenz". Der Rechner IBM 702 dient ersten Forschungen.

  • 1974 - Erster KI-Winter

    Katerstimmung bei den Forschern: Die Fortschritte bleiben hinter den Erwartungen zurück. Computer sind zu langsam, ihre Speicher zu klein, um die Daten von Bildern oder Tönen zu verarbeiten. Budgets werden gestrichen, erst ab 1980 geht es wieder voran.

  • 1997 - Deep Blue

    Der Supercomputer von IBM siegt im Schachduell gegen Weltmeister Garry Kasparov. Die Maschine bewertete 200 Millionen Positionen pro Sekunde. 2011 siegt IBMs Software Watson in der Quizsendung "Jeopardy".

  • 2005 - Ray Kurzweil

    Der KI-Forscher sagt in einem Buch für das Jahr 2045 den Moment der "Singularität" voraus: Die Rechenleistung aller Computer erreicht die aller menschlichen Gehirne. Seit 2012 arbeitet Kurzweil für Google an KI-Systemen.

  • 2014 - KI-Boom

    Ein Google-Programm beschreibt präzise in ganzen Sätzen, was auf Fotos zu sehen ist. Nahrungsmittelkonzern Nestlé kündigt an, 1000 sprechende Roboter namens Pepper in seinen Kaffeeläden in Japan als Verkäufer einzusetzen. Physiker Stephen Hawking warnt: KI könne eines Tages superschlau werden – und die Menschheit vernichten.

  • 2045 - Roboter-Revolution

    Computer sind schlau wie Menschen – und machen sogar Witze. Fabriken, Verkehr und Landwirtschaft sind nahezu komplett automatisiert.

Der Schritt vom Mikrochip zum neurosynaptischen Chip ist mehr als nur ein Quantensprung. Er bedeutet für die IT, was für die Menschheitsgeschichte der Übergang vom Affen zum Homo Sapiens war. Nur dass man dafür nicht hundert Millionen Jahre, sondern vielleicht eine oder zwei Dekaden braucht.

Es geht also künftig bei weitem nicht nur um die Frage der Mensch-Maschine-Interaktion. Es geht um Mensch-Maschine-Konvergenz.

Dieser Trend zur Konvergenz, also das Zusammenwachsen von Mensch und Maschine, hat eine zweite Triebfeder. Sie kommt aus der Medizintechnik und der Implantationsmedizin.

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