Serie Wirtschaftswelten 2025: Surrende Helfer

ThemaInnovationen

Serie Wirtschaftswelten 2025: Surrende Helfer

von Cordula Tutt

In sozialen Berufen werden die Roboter als Hilfskräfte unentbehrlich.

In der Pflege wirken Maschinen besonders fremd. Zuwendung soll Helfer und Bedürftige verbinden. Und überhaupt – Ältere und Technik? Doch wird es im Pflegeheim 2025 womöglich so aussehen:

Frau Rehn müsste mehr trinken, ihr Blutdruck ist hoch. Gegen halb zwölf bewegt sich Alma, der Pflegeroboter, zur 90-Jährigen hin. Das Glas Wasser auf dem Tablett, das Blutdruckgerät in der Hand. Alma misst und speichert die Werte der altersverwirrten Frau. Bei der nächsten Begegnung erscheint auf dem Display des Roboters ein Bilderrätsel – das Gedächtnistraining am Nachmittag.

Anzeige

Frau Rehn und ihre Mitbewohner haben sich an die surrende Mitarbeiterin gewöhnt. Manche, die dement sind, erkennen leichter, was die Maschine will, als die Mimik von Menschen zu verstehen. Pflegerin Annette Lange bereitet den Roboter auf Eigenarten der Bewohner vor. Frau Lange hat mit 50 wieder als Pflegerin angefangen, vor fünf Jahren. Die Maschinen waren verlockend. Vor drei Jahrzehnten war sie Pflegerin geworden, um Menschen zu helfen, nicht um Sprudel zu schleppen und sich den Rücken zu ruinieren.

Serie "Wirtschaftswelten 2025"

  • Zur Serie

    Nichts wird bleiben, wie es ist. Das Internet verändert unsere Wirtschaft, unsere Gesellschaft, das ganze Leben. Datenanalyse ersetzt Bauchgefühl (Big Data), Brillen sprechen mit Autos (Internet der Dinge). Unternehmen müssen sich neu erfinden, Märkte bilden sich neu (informationsökonomische Revolution). Was bedeutet das für Arbeit, Mobilität, Geld, medizinische Versorgung? Und was wird aus uns? In der Kurztextgalerie finden Sie alle im Rahmen der Serie erschienenen Artikel.

  • Künstliche Intelligenz: Genies vom Fließband

    Lange waren denkende Computer nur Science-Fiction. Nun aber beantworten die smarten Maschinen schon E-Mails, planen unseren Urlaub und arbeiten als Dolmetscher. Bald sind sie klüger als wir - und können jeden Job übernehmen. Hier geht es zum Artikel.

  • Deutschland fehlt die Vision einer digitalen Gesellschaft

    Viele Menschen fürchten, im Zuge der Digitalisierung von Maschinen ersetzt zu werden. Doch diese Angst trübt den Blick für die Vorteile neuer Technologien, schreibt Gesche Joost.

  • Die Maschinen holen uns ein

    Maschinen lernen aus Daten, und zwar sehr schnell. Wie gut, dass wir ihnen etwas Entscheidendes voraushaben, meint Viktor Mayer-Schönberger.

  • Roboter übernehmen das Steuer

    Intelligente Roboter-Autos chauffieren uns schon in wenigen Jahren durch die Städte – und machen dabei auch den eigenen Wagen überflüssig, meint WirtschaftsWoche-Redakteur Jürgen Rees.

  • Technologie muss eingeschränkt werden

    Künstliche Intelligenz zu verbieten, ist sinnlos. Doch wenn sie nicht eingeschränkt wird, wird sie uns nicht nur gewaltige Vorteile bringen - sondern auch gewaltige Nachteile, schreibt Gary Marcus.

  • Maschinen werden keine Revolten anzetteln

    Intelligente Maschinen werden die Arbeitswelt verändern. Es könnte zu Revolten kommen. Aber nicht durch die Maschinen - sondern durch jene Menschen, die von den Maschinen ersetzt wurden, warnt Patrick Ehlen.

  • Werden uns Roboter töten?

    Wir werden auch in Zukunft die Kontrolle über Maschinen behalten – falls wir uns klug und menschlich verhalten. Das ist möglich. Aber keinesfalls sicher, schreibt David Gelernter.

  • Wahre künstliche Intelligenz wird alles ändern

    Ist das Ende 40.000-jähriger, durch den Homo sapiens sapiens dominierter Geschichte in Sicht? Selbstlernende künstliche neuronale Netze erledigen manche Aufgabe schon heute besser als Menschen.

  • Mensch und Maschine wachsen zusammen

    Wichtige ethische Fragen sind bislang nicht nur unbeantwortet. Sie sind nicht einmal gestellt, mahnt Bernhard Rohleder.

  • Revolution der Maschinen

    Die Maschinen nähern sich einem Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt. Als speicherprogrammierte Rechner die ersten Befehle ausführen konnten, begannen die Maschinen die Kontrolle zu übernehmen, schreibt George Dyson.

  • Roboter werden zu Gefährten und Kollegen

    Roboter könnten uns eines Tages als Arbeitskollegen oder Gefährten unterstützen, glaubt der Wissenschaftler Guy Hoffman. Aber wie viel Kontrolle wollen wir den Maschinen überlassen?

  • Wie in Zukunft Krieg geführt wird

    Globale Vernetzung und immer billigere Waffen machen Kriege erschwinglich für alle. Wie sich Kriegsführung und -abwehr verändern, beschreibt das fiktive Protokoll einer Attacke aus dem Jahr 2025.

  • So erlebt ein Joghurt die Industrie 4.0

    Maschinen entscheiden, Werkstücke erteilen Befehle: Die digitale Fabrik verspricht die Annäherung an das Extrem einer Produktion ohne den Menschen. Die deutschen Unternehmen müssen aufpassen, dass die USA nicht vor ihnen in der Zukunft ankommen. Lesen Sie hier wie es um die Industrie 4.0 in Deutschland steht.

In Deutschland noch Utopie – in Japan fast schon Alltag. Roboter Hospi ist Bote, Kollegin Rimo übermittelt Daten und Bilder eines Patienten, den ein Arzt vom Schreibtisch aus diagnostizieren kann. Die Kuschelrobbe Paro erkennt Menschen, spricht und knuddelt mit Alzheimerpatienten.

Die Maschine ist immer da

In Deutschland ärgert sich die Informatikerin Birgit Graf mit anderem herum. Im Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) konstruiert sie Assistenzroboter, etwa den Care-O-bot, einen Allzweckbutler. „Bisher haben Pflegeheime kein Geld für solche Investitionen, von den Pflegekassen ist nichts vorgesehen“, klagt sie. Technik könne vieles erleichtern. „Wenn die Fachkräfte es leichter haben und jeder länger im Job bleibt, hätten wir viel gewonnen.“

Die steigende Zahl an Senioren treibt Graf um. Wer soll sich einmal um all die Alten kümmern ? Eine Maschine sei immer da. „Der Pflegedienst kommt nur dreimal am Tag.“ Die Senioren als Tester am IPA baten den Roboter oft um Hilfe. „Dann müssen sie andere nicht fragen.“

weitere Artikel

Roboter haben Hotels und Geschäfte erreicht. Im Silicon Valley übernehmen sie den Zimmerservice. In Thailand beurteilen Feinschmecker-Bots gehobene Thai-Küche nach Geruch und Geschmack. Roboter lernen kochen. In manchem Kuhstall waltet ein blecherner Knecht. Zuletzt erregte Pepper Aufsehen, ein Kerlchen von 1,20 Metern, rund 1400 Euro teuer. Tanzen kann er, Witze erzählen und Stimmungen erkennen. In Japan soll er bald Kaffeemaschinen verkaufen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%