Serie Wirtschaftswelten 2025: Welche Gefahren birgt Künstliche Intelligenz?

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GastbeitragSerie Wirtschaftswelten 2025: Welche Gefahren birgt Künstliche Intelligenz?

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Roboter aus Filmen im Museum für Kommunikation in Berlin.

Künstliche Intelligenz zu verbieten, ist sinnlos. Doch wir sind noch nicht richtig auf Neuroimplantate oder raffinierte, selbsttätige Computer vorbereitet. Das kann uns gewaltige Nachteile bringen.

Ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit der Beziehung von Mensch und Maschine. Und doch muss ich gestehen, dass ich keine Ahnung davon habe, wer in Zukunft dominieren wird. Der Mensch? Die Maschine? Oder eine Kombination aus beiden, die wir uns heute noch nicht ansatzweise vorstellen können?

Die Fortschritte in Bio- und Nanotechnologie sowie in den Neurowissenschaften werden es uns erlauben, unsere geistigen Fähigkeiten zu erweitern - vermutlich mehr, als wir heute zu träumen wagen. Je mehr wir über unseren Verstand, unsere Gedanken und unser Gehirn wissen, desto mehr können wir unsere Gegenstücke aus Silikon verbessern.

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Über den Autor

  • Gary Marcus

    Gary Marcus ist Psychologieprofessor an der New York Universität und Autor für das US-Magazin New Yorker.

Doch in jeder Ecke des Hyperraums, der unsere Zukunft ausmacht, lauern Unsicherheiten. Werden sich Maschinen ethisch verhalten? Oder werden sie versuchen, die Kontrolle an sich zu reißen? Können wir sie so programmieren, dass sie sich an gewisse, sichere Ziele halten? Oder wird es ein ständiges Wettrüsten geben, das sich bereits heute in Computerviren und Cyberattacken ausdrückt?

Kann unser Rechtssystem Schritt halten?

Nehmen wir an, der Gesetzgeber schränkt die Macht der autonomen Maschinen ein - wird sich diese Gesetzgebung dann auch auf Cyborgs ausweiten, die autonome Module enthalten? Wird ein Rechtssystem, das aus dem vergangenen Jahrhundert stammt, überhaupt mithalten können mit einer Welt, in der jeder Bürger kybernetisch verbessert ist? Ich weiß es nicht.

Serie "Wirtschaftswelten 2025"

  • Zur Serie

    Nichts wird bleiben, wie es ist. Das Internet verändert unsere Wirtschaft, unsere Gesellschaft, das ganze Leben. Datenanalyse ersetzt Bauchgefühl (Big Data), Brillen sprechen mit Autos (Internet der Dinge). Unternehmen müssen sich neu erfinden, Märkte bilden sich neu (informationsökonomische Revolution). Was bedeutet das für Arbeit, Mobilität, Geld, medizinische Versorgung? Und was wird aus uns? In der Kurztextgalerie finden Sie alle im Rahmen der Serie erschienenen Artikel.

  • Künstliche Intelligenz: Genies vom Fließband

    Lange waren denkende Computer nur Science-Fiction. Nun aber beantworten die smarten Maschinen schon E-Mails, planen unseren Urlaub und arbeiten als Dolmetscher. Bald sind sie klüger als wir - und können jeden Job übernehmen. Hier geht es zum Artikel.

  • Deutschland fehlt die Vision einer digitalen Gesellschaft

    Viele Menschen fürchten, im Zuge der Digitalisierung von Maschinen ersetzt zu werden. Doch diese Angst trübt den Blick für die Vorteile neuer Technologien, schreibt Gesche Joost.

  • Die Maschinen holen uns ein

    Maschinen lernen aus Daten, und zwar sehr schnell. Wie gut, dass wir ihnen etwas Entscheidendes voraushaben, meint Viktor Mayer-Schönberger.

  • Roboter übernehmen das Steuer

    Intelligente Roboter-Autos chauffieren uns schon in wenigen Jahren durch die Städte – und machen dabei auch den eigenen Wagen überflüssig, meint WirtschaftsWoche-Redakteur Jürgen Rees.

  • Technologie muss eingeschränkt werden

    Künstliche Intelligenz zu verbieten, ist sinnlos. Doch wenn sie nicht eingeschränkt wird, wird sie uns nicht nur gewaltige Vorteile bringen - sondern auch gewaltige Nachteile, schreibt Gary Marcus.

  • Maschinen werden keine Revolten anzetteln

    Intelligente Maschinen werden die Arbeitswelt verändern. Es könnte zu Revolten kommen. Aber nicht durch die Maschinen - sondern durch jene Menschen, die von den Maschinen ersetzt wurden, warnt Patrick Ehlen.

  • Werden uns Roboter töten?

    Wir werden auch in Zukunft die Kontrolle über Maschinen behalten – falls wir uns klug und menschlich verhalten. Das ist möglich. Aber keinesfalls sicher, schreibt David Gelernter.

  • Wahre künstliche Intelligenz wird alles ändern

    Ist das Ende 40.000-jähriger, durch den Homo sapiens sapiens dominierter Geschichte in Sicht? Selbstlernende künstliche neuronale Netze erledigen manche Aufgabe schon heute besser als Menschen.

  • Mensch und Maschine wachsen zusammen

    Wichtige ethische Fragen sind bislang nicht nur unbeantwortet. Sie sind nicht einmal gestellt, mahnt Bernhard Rohleder.

  • Revolution der Maschinen

    Die Maschinen nähern sich einem Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt. Als speicherprogrammierte Rechner die ersten Befehle ausführen konnten, begannen die Maschinen die Kontrolle zu übernehmen, schreibt George Dyson.

  • Roboter werden zu Gefährten und Kollegen

    Roboter könnten uns eines Tages als Arbeitskollegen oder Gefährten unterstützen, glaubt der Wissenschaftler Guy Hoffman. Aber wie viel Kontrolle wollen wir den Maschinen überlassen?

  • Wie in Zukunft Krieg geführt wird

    Globale Vernetzung und immer billigere Waffen machen Kriege erschwinglich für alle. Wie sich Kriegsführung und -abwehr verändern, beschreibt das fiktive Protokoll einer Attacke aus dem Jahr 2025.

  • So erlebt ein Joghurt die Industrie 4.0

    Maschinen entscheiden, Werkstücke erteilen Befehle: Die digitale Fabrik verspricht die Annäherung an das Extrem einer Produktion ohne den Menschen. Die deutschen Unternehmen müssen aufpassen, dass die USA nicht vor ihnen in der Zukunft ankommen. Lesen Sie hier wie es um die Industrie 4.0 in Deutschland steht.

Das einzige, was ich sicher weiß: Wir haben noch nicht damit begonnen, uns adäquat vorzubereiten. Gehirnimplantate können bereits die Sehkraft stärken. Selbstständige Computer können schon Aktienmärkte beeinflussen.

Künftig wetteifern ehrgeizige Eltern womöglich mit ihren Nachbarn um die besten Neuroimplantate. Und Verbrecher konkurrieren um die raffiniertesten, mächtigsten Bots, um Codes zu knacken und auch noch in den Rest von Privatsphäre einzudringen.

weitere Artikel

Technologie zu verbieten, bringt nichts. Dafür lässt sich mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu viel Geld verdienen. Außerdem bringen solche Verbote niemanden etwas. Denn fahrerlose Autos werden schon bald Tausende von Leben jährlich retten. Andere KI-Innovationen werden die Medizin radikal verbessern - und die Herstellungskosten sämtlicher Produkte senken.

Doch ohne die notwendigen Instrumente, um die Technologie und deren Nutzung einzuschränken, werden die gewaltigen Vorteile begleitet von gewaltigen Nachteilen. Zum heutigen Zeitpunkt ist es schlicht unmöglich, die Folgen vorherzusagen - oder wer die Kontrolle hat, wenn alles implementiert wurde.

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