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Sicherheitsbedenken: Dax-Konzerne sperren Facebook

von Oliver Voß

Aus Angst vor Wirtschaftsspionage blockieren mehrere große Unternehmen soziale Netzwerke wie Facebook. Experten raten allerdings trotz Sicherheitslücken von Sperrungen ab.

Dax-Konzerne sperren Facebook Quelle: dpa
Dax-Konzerne sperren Facebook Quelle: dpa

Mark Zuckerberg hat mit Facebook die derzeit beliebteste Internet-Seite der Welt geschaffen. Keine Adresse wird in US-Büros öfter aufgerufen, ermittelte der Sicherheitsspezialist Network Box. Doch Sicherheitslücken und Datenspionage bringen Facebook immer wieder in Verruf.

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In Deutschland haben darum viele Großunternehmen ihren Mitarbeitern den Zugang zu Facebook und anderen populären Online-Diensten wie dem Kurznachrichtendienst Twitter und dem Videoportal YouTube gesperrt. „Für den Großteil unserer Mitarbeiter sind viele externe Social-Media-Angebote aus Sicherheitsgründen am Arbeitsplatz nicht zugänglich“, erklärt etwa die Commerzbank.

Auch HeidelbergCement blockiert Facebook und Twitter. Bei Porsche hatte der Leiter der Konzernsicherheit, Rainer Benne, kürzlich Facebook aus Angst vor Wirtschaftsspionage verboten. Auch bei VW sind „verschiedene soziale Netzwerke gesperrt“. E.On hat dagegen kein generelles Verbot erlassen, verhindert aber an einzelnen Standorten den Zugriff.

Sicherheitsbedenken gegen Facebook

Aber nicht nur die Angst vor Datenklau treibt die Unternehmen um. Manche wollen auch verhindern, dass ihre Beschäftigten im Internet ihre Arbeitszeit vertrödeln und die firmeneigenen Netzwerke durch den Abruf großer Videos unnötig belasten. „Aus Produktivitätsgründen“ könne der Facebook-Zugang bei Daimler an einzelnen Standorten gesperrt sein, ähnlich ist es bei Linde.

Laut einer Studie des Sicherheitsdienstleisters Clearswift befürchten in Deutschland rund 30 Prozent der befragten Unternehmen negative Folgen für die Produktivität. 56 Prozent nennen als wichtigstes Motiv für die Sperrung allerdings Sicherheitsbedenken. Im gerade erschienen „Social Media Report 2010“ des Fraunhofer Instituts für Angewandte Informationstechnik und der Software-Initiative Deutschland e.V. nannten sogar 76 Prozent der befragten Unternehmen Datensicherheit als größte Hürde für eine stärkere Nutzung von Facebook&Co.

„Früher war die E-Mail das beliebteste Einfallstor für schädliche Software, heute sind es soziale Netzwerke“, sagt Christian Fuchs vom Sicherheitsspezialisten Kaspersky.

Falscher Interpol-Chef

Wie einfach Betrüger das soziale Netzwerk Facebook missbrauchen können, hat kürzlich Michael Arrington eindrucksvoll demonstriert. Der bekannte US-Blogger hatte ein falsches Profil angelegt und sich damit als Google-Chef Eric Schmidt ausgegeben. Selbst Internet-Größen wie der Youtube-Gründer Chad Hurley oder der Facebook-Vorstand und ehemalige Pressechef von Google, Elliot Schrage, fielen auf den Schwindel herein.

Da Arrington eine echte E-Mailadresse des Google-Chefs benutzte, konnte er schnell das Vertrauen zahlreicher Nutzer gewinnen. „Eine Person schickte mir sogar eine ziemlich private Nachricht“, berichtet der Fälscher. Im Prinzip kann jeder mit einer fremden E-Mailadresse ein Facebook-Profil anlegen – sofern diese dort nicht bereits benutzt wird. Auch ohne eine Bestätigung des eigentlichen Mailbesitzers werden dann von Facebook mögliche Freunde vorgeschlagen. So können Fremde leicht herausfinden, welche E-Mailkontakte eine Person pflegt. Wenn diese auf das falsche Profil hereinfallen, könnten weitere private Informationen ausspioniert werden.

Wie Kriminelle diese Methode nutzen, berichtete Interpol-Chef Ronald K. Noble im September auf einer Sicherheitskonferenz in Hong Kong. Sie hatten ein falsches Profil des Interpol-Chefs bei Facebook angelegt und damit versucht, Informationen über die Interpol-Operation „Infra-Red“ zu erlangen.

8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 02.11.2010, 17:00 Uhrsendrix

    Das haben sicherlich auch schon einige Firmen gemacht, das ist aber aber keine endgültige Lösung für das Probelm. ich denke hier muss man sich für das Risiko entscheiden oder es einfach lassen, sich bei so etwas anzumelden. Es ist immerhin nicht überlebenswichtig, zu wissen welche freundesfreunde mein freund hat. das kriegt man früher oder später sowieso raus...

  • 27.10.2010, 13:39 UhrSabine Bauer

    Der Kulturpessimismus bezüglich Facebook ist Unsinn und gleicht eher dem Prinzip der Weihnachtskarten früherer Tage. So zumindest formuliert Chistoph Koch es: http://bit.ly/cnXMaq

  • 26.10.2010, 13:15 UhrMarkku Nummila

    Meine Frage lautet: warum haben besonders die Deutschen Konzerne dieses Problem und nicht zb die Amerikaner? Es kommt mir vor als haetten die Deutschen nicht verstanden wer hat Power in Social Media und warum ist es so populaer geworden.... Wie die Vorredner bereits schreiben, ist es ausserst wahrscheinlich dass man von Smartphones oder zu Hause aus genauso beteiligt und evtl auch ueber die Arbeit schreibt.

    Verbieten und sperren funktioniert nicht in Social Media, die Wirkung es ist eher umgekehrt! Die moeglichen Probleme haben eine relativ einfache Loesung: Mit Training und Richtlinien koennten die Firmen beeinflussen was und wie kommuniziert wird und das beste aus Social Media herausbekommen.

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