Sieben Trends vor dem MWC: Das wird die Zukunft des Smartphones ändern

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Sieben Trends vor dem MWC: Das wird die Zukunft des Smartphones ändern

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Handys sind ausgereift? Von wegen! Noch immer arbeiten Smartphone-Konzerne, Start-ups und Forscher an Innovationen.

von Andreas Menn und Thomas Kuhn

Handys sind zu Ende entwickelt? Von Wegen! Wir zeigen sieben Innovationen, die Smartphones spannende neue Fähigkeiten verleihen.

Das große Schaulaufen beginnt: Auf dem Mobile World Congress in Barcelona werden Smartphone-Hersteller wie Samsung, LG und Huawei für ihre Neuheiten und Updates werben. Was die Zukunft der Geräte wirklich verändern wird, zeigt unsere Übersicht.

Design: Telefone zum Falten

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Das tat schon beim Hinschauen weh. In einem Nebenraum seines Messestandes zeigte der koreanische Elektronikriese LG auf der Elektronikmesse IFA ein – jedenfalls für durchschnittliche Handynutzer – „unmögliches“ Telefondisplay. Zu einer kleinen Rolle gedreht, kaum größer als eine Zigarette, hielt der Techniker den aus mehreren Lagen Kunststoff und Elektronik bestehenden Bildschirm, um ihn dann, voll funktionsfähig, auf die Fläche eines regulären Handybildschirms zu entrollen. Dabei zeigte das flexible Display, gespeist aus der externen Elektronik eines regulären Mobiltelefons, mal den Android-Ruhebildschirm, mal ein Video an.

Möglich machen das sogenannte OLED-Bildschirme, die sich – anders als herkömmliche LCD-Displays, die aus mehreren Lagen Glas bestehen – auch auf der Basis biegsamer Kunststoffschichten herstellen lassen. Seit mehreren Jahren investiert das Unternehmen hunderte Millionen Dollar in die Entwicklung und Fertigung der Plastik-Bildschirme.

An derart flexiblen Displays arbeitet nicht nur LG, sondern auch der koreanische Erzkonkurrent Samsung. Beide haben verschiedene Technologien zum Patent angemeldet, beide sind mit der Entwicklung inzwischen weit fortgeschritten. So weit, dass sich in der Branche hartnäckig das Gerücht hält, Samsung könnte mit dem als „Galaxy X“ bezeichneten Modell noch in diesem Jahr das erste faltbare Telefon mit biegsamem Bildschirm vorstellen. Dass das schon auf dem Mobile World Congress passiert, ist eher unwahrscheinlich. Möglicherweise halten sich die Koreaner dort nach dem Akku-Debakel beim Note 7 sogar mit Meganeuheiten ganz zurück.

Doch der Trend ist klar, die kommenden, knickbaren Bildschirme werden den Handydesignern in absehbarer Zeit wieder eine Flexibilität bei der Gerätegestaltung geben, wie es sie seit dem Ende der Klapp- und Schiebe-Telefone aus der Vor-Smartphone-Ära nicht mehr gab.

Wer 2016 die meisten Smartphones verkaufte

  • Platz 1

    Koreas Elektronikriese Samsung konnte 2016 306.446.600 Smartphones verkaufen. Das entspricht einem Marktanteil von 20,5 Prozent.

  • Platz 2

    14,4 Prozent der 2016 verkauften Smartphones kamen von Apple: 216.064.000 Stück.

  • Platz 3

    Huawei konnte 2016 132.824.900 Smartphones verkaufen. Das sind 8,9 Prozent Marktanteil für das chinesische Unternehmen.

  • Platz 4

    Ebenfalls ein chinesischer Konzern ist Oppo. Der Hersteller konnte 2016 89.299.500 Endkunden für den Kauf seiner Smartphones begeistern. Marktanteil: 5,7 Prozent.

  • Platz 5

    BKK Communication Equipment hatte 2016 einen Marktanteil von 4,8 Prozent. Das chinesische Unternehmen konnte 72.408600 Smartphones verkaufen. Allerdings sind in dieser Rechnung nicht die gesondert aufgeführten Zahlen von Oppo enthalten. Das Unternehmen ist eine Tochter von BKK.

  • Andere

    Den größten Marktanteil machen weitere Hersteller aus: 45,6 Prozent des Smartphone-Marktes 2016 entfallen auf "Andere". Das sind 682.314.300 Stück.

  • Gesamt

    Insgesamt wurden 2016 1.495.358.000 Smartphones verkauft.

    Quelle: Gartner

Darstellung: Star Trek fürs Telefon

Dass die Darstellung räumlicher Bilder am Smartphone technisch kein Problem ist, haben Hersteller wie LG oder HTC bewiesen. Mit Modellen wie dem Optimus 3D oder dem Evo 3D faszinierten sie Handyproduzenten bereits vor fünf und sechs Jahren die Betrachter – aber nicht die Kunden im Massenmarkt. Weil der optische Effekt nur bei relativ kontantem Betrachtungswinkel auftrat und sich auch mit den 3D-Handys geschossene räumliche Bilder nur wieder am Telefon betrachten ließen, eigneten sich die ersten Modelle mehr als Technologieträger denn als Modelle fürs Massengeschäft.

Was nicht heißt, dass Gerätehersteller, Displayentwickler und Forschungseinrichtungen weltweit nicht weiterhin intensiv daran arbeiten, Bildschirmtechniken zur Marktreife zu bringen, die (möglichst ohne technische Limitationen) in der Lage sind, am Telefon einen räumlichen Bildeindruck oder gar so etwas zu erzeugen, wie ein holografisches Bild, das über dem Display schwebt. Sozusagen Star-Trek-artige Holografien fürs Handy.

Der „Holoflex“-Prototyp Quelle: PR

Der „Holoflex“-Prototyp

Bild: PR

Im Labor gibt es das schon fast. So haben etwa Forscher des Human Media Lab an der Universität von Kingston in Kanada den Prototypen eines Smartphones entwickelt, dessen „Holoflex“ genannter Bildschirm nicht nur biegsam ist (siehe Punkt Design), sondern auch ein 3D-Bild erzeigt, dass aus jeder beliebigen Betrachtungsrichtung erkennbar ist. Wegen des dafür erforderlichen zusätzlichen Rasters aus Mikrolinsen über dem Display ist die Pixelauflösung noch begrenzt, aber der Effekt funktioniert schon.

Und die Kanadier sind nicht die Einzigen, die in dieser Richtung aktiv sind. Auch das von zwei Franzosen gegründete kalifornische Unternehmen Leia 3D hat ein entsprechendes Handy-Display entwickelt. Das ermöglicht es mithilfe von Nanotechnoloie, räumliche Bilder – ohne zusätzlich erforderliche Brille – aus 64 Blickwinkeln zu betrachten. Noch in diesem Jahr wollen sie die Displays zur Marktreife bringen.

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