Singlebörsen: Bunga-Bunga-Business

Singlebörsen: Bunga-Bunga-Business

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Drei Millionen Internet-Nutzer aus Deutschland suchen im Netz explizit nach erotischen Kontakten.

von Henryk Hielscher

Kein Trend versetzt die Datingindustrie derzeit stärker in Wallung als die Vermittlung von Sexkontakten und Affären: Während die klassischen Online-Partnerbörsen in Deutschland an ihre Wachstumgrenzen stoßen, entwickelt sich das Geschäft mit Affären zur Geldmaschine und beflügelt die Fantasie von Nutzern und Investoren.

Die Münchner Tanzbar Paradiso war in schummriges Rotlicht getaucht, die Wände mit goldenen Masken drapiert, und auf der Bühne rekelte sich eine Burlesquetänzerin zum James-Bond-Song „Goldfinger“. Mit der erotischen Folklore-Show startete die Singlebörse Friendscout24, eine Tochter der Deutschen Telekom, vor wenigen Monaten ihren neuen Online-Ableger Secret.

„Prickelnde Abenteuer“ und „Spaß mit Gleichgesinnten“ verheißt die Seite. Kurz: Der Online-Dienst will Sextreffs und Affären zwischen seinen Mitgliedern vermitteln. Ein paar Häkchen bei den sexuellen Wünschen, ein paar Euro für die Kontaktanbahnung, und schon startet „die lustvolle Entdeckungsreise“, so das Versprechen.

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Für Diskretion, Datenschutz und Sicherheit bürgt letztlich auch der Friendscout-Eigentümer Deutsche Telekom. Ausgerechnet ein braver Dax-Konzern mit dem Bund als Großaktionär verdient am Bunga-Bunga-Business? Vor wenigen Jahren hätte die frivole Unternehmung noch einen Skandal ausgelöst.

Heute bleibt die Entrüstung aus. Stattdessen feiert Friendscout-Chefin Martina Bruder ihren „Einstieg in einen echten Wachstumsmarkt“ und empfiehlt ihr Unternehmen als „Full-Service-Anbieter“ für alle Liebeslagen.

Harter Wettbewerb

Tatsächlich ist das Segment, das im Branchenjargon unter der sittsamen Vokabel Casual Dating firmiert, noch vergleichsweise klein. Nur ein Bruchteil der 190 Millionen Euro Umsatz, den die deutsche Datingindustrie 2010 insgesamt eingespielt hat, entfiel auf Sexvermittler à la Secret.

Dennoch vermag das Gewerbe die Fantasie von Investoren wie Nutzern zu beflügeln. Noel Biderman, Chef der weltweit größten Online-Seitensprungagentur Ashley Madison, wähnt bereits die Chance, seinen Fremdgehclub als „eines der am schnellsten wachsenden sozialen Netzwerke auf dem ganzen Planeten zu etablieren“.

Beseelt vom Glauben an den Erfolg der Mission – und ausgestattet mit reichlich Selbstbewusstsein –, will der Kanadier nun auch in Deutschland durchstarten. Doch Biderman und Friendscout-Chefin Bruder müssen sich auf harten Wettbewerb einstellen. Rivalen wie Joy-Club, Prime-Date, First Affair oder C-Date tummeln sich bereits in der Branche.

Digitale Kontakthöfe
Die wichtigsten Internet-Portale für die Partner- und Abenteuersuche
Preis für drei Monate in Euro bei Nutzung aller FunktionenEigentümerZielgruppeBewertung Stiftung Warentest
Partnerbösen
Parship180,00Verlagsgruppe Georg von HoltzbrinckSingles mit gehobenem Niveau, ab Ende 202,2
be2150,00Investorenkreis um Internet-Unternehmer Robert WuttkeSingles ab 25, die eine feste Beziehung suchen3,0
Elitepartner180,00Tomorrow-Focus (Burda-Verlag)Akademiker für lange Partnerschaft3,1
eDarling150,00Eharmony, Samwer-Brüder, Holtzbrinck-Venturesweniger elitär, Durchschnittsalter Ende 303,3
partner.de74,50MeeticSingles aus ganz Europa, durchschnittlich Anfang 403,4
partnersuche.de179,00UnisterSingles, die eine ernsthafte Beziehung suchen3,4

Zwei übergreifende Trends sind für den Zeitenwandel in der Datingindustrie verantwortlich:

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