Sixt-Social-Media-Chef Stock: Wie sich Sixt mit Snapchat für die Zukunft schult

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InterviewSixt-Social-Media-Chef Stock: Wie sich Sixt mit Snapchat für die Zukunft schult

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Auch immer mehr Unternehmen entdecken den Social-Media-Dienst Snapchat.

von Oliver Voß

Snapchat entwickelt sich von der Lieblingsapp der Teenies zum Massenphänomen. Auch immer mehr Unternehmen entdecken den Dienst. Matthias Stock, Social-Media-Chef beim Autovermieter Sixt erklärt, was es bringt.

WirtschaftsWoche: Snapchat boomt gerade in Deutschland, seit wann nutzen Sie persönlich die App?

Matthias Stock: Snapchat nutze ich seit etwa zwei Jahren, als mich ein Freund aus Australien darauf gebracht hat.

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Viele Nutzer verstehen den Dienst anfangs nicht, gab es Punkte in der Bedienung, die Sie auch erst irritiert haben?

Ich finde diese Diskussion über die Snapchat Usability überflüssig und habe sie nie verstanden. Ich glaube, das kommt daher, dass sich mit dem Interesse der Marketingabteilungen und Agenturen jetzt Menschen mit der App beschäftigen, die deutlich älter sind, als die Snapchat Heavy User. Und ältere Menschen sind zurückhaltender, weil man früher noch mit einem falschen Klick seinen ganzen Rechner zerstören konnte.

Zur Person

  • Matthias Stock

    Matthias Stock arbeitet seit 2015 für den Autovermieter Sixt und leitet dort alle Social Media Aktivitäten. Zuvor war der Diplom-Kulturwirt für die Digitalagentur Akom360 tätig.

In Zeiten von Touchscreens und Daten in der Cloud ist das aber nicht mehr so. Schaut man sich entsprechend die Web oder App Nutzung junger Leute an, sieht man: die drücken einfach überall drauf und merken dann schon, was passiert. Wenn man es auf diese Art angeht, hat man die Snapchat-Funktionen, die in erster Linie auf Swipen basieren, schnell begriffen.

Außerdem ist es müßig, sich darüber aufzuregen. Wenn man Snapchat als relevanten Kommunikationskanal betrachtet, muss man eben Zeit investieren, um diesen zu verstehen. Das gilt aber doch für jedes neue Tool, das man im Marketing einsetzt.

Matthias Stock, Leiter Social Media beim Autovermieter Sixt, im Interview mit WirtschaftsWoche. Quelle: Presse

Matthias Stock, Leiter Social Media beim Autovermieter Sixt, im Interview mit WirtschaftsWoche.

Bild: Presse

Seit wann nutzt Sixt Snapchat auch für die Unternehmenskommunikation?

Weil Snapchat bei uns im privaten Umfeld immer häufiger genutzt wurde, haben wir Anfang 2015 im Team auch für Sixt drauf geschaut. Denn wenn sich viele Menschen mit einem Thema beschäftigen, wollen wir immer aus erster Hand wissen, was dahinter steckt.

Snapchat bildet genau ab, wie Content in der jungen Generation produziert und konsumiert wird. Indem wir uns mit Snapchat beschäftigen, bereiten wir unsere

Kommunikationsfähigkeiten auf die Zukunft vor, in der die heutigen Snapchatter unsere Produkte nutzen werden. Und ich denke, das ist ein Faktor, der für jedes Unternehmen wichtig ist, unabhängig davon, ob die Reichweite in der Zielgruppe auf der Plattform schon besonders groß ist oder nicht.

Welche Vorteile bietet die App denn gegenüber Facebook und anderen Social Media Kanälen?

Aus Marketing-Sicht gibt es einen elementaren Unterschied, der Snapchat von Kanälen, wie Facebook oder Twitter unterscheidet: 100 Prozent Aufmerksamkeit. Bei Facebook scrollt der User im Feed an zahlreichen Inhalten vorbei –  dabei widmet er laut Aussage von Facebook zum Beispiel einem Video-Beitrag durchschnittlich etwa zwei Sekunden Aufmerksamkeit.

Bei Snapchat bekommt man ein Vielfaches dessen, denn es gibt keinen Feed. Vielmehr geht der Nutzer direkt zu einem Absender, öffnet dessen Inhalt aktiv und schaut ihn sich bildschirmfüllend an. Unternehmen kämpfen um die Aufmerksamkeit der Menschen – und bei Snapchat bekommt man sie exklusiv. Aus Werbesicht ist das extrem interessant.

Gleichzeitig ist das aber auch eine Herausforderung, denn wenn die Nutzer ihre kostbare Aufmerksamkeit einer Sache widmen, dann darf man sie auf keinen Fall langweilen, sonst kommen sie garantiert nicht zurück.

Deswegen veröffentlicht Sixt auf Snapchat auch nur sporadisch?

Wir sind ganz bewusst unregelmäßig aktiv, und zwar immer nur dann, wenn wir einen relevanten Kommunikationsanlass haben. Beispielsweise den Test eines spektakulären Autos, wie dem BMW i8. Mit Werbung zu langweilen ist bei uns ohnehin verboten. Durch den Fokus der Aufmerksamkeit auf nur einen Inhalt gilt das bei Snapchat noch einmal mehr.

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