Smartphone-Nutzung: Europäer chatten und Asiaten spielen

Smartphone-Nutzung: Europäer chatten und Asiaten spielen

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Smartphone-Nutzer vertreiben ihre Zeit mit Surfen, Chatten oder Spielen.

Apps für das Smartphone werden immer beliebter. Was die Nutzung betrifft, gibt es jedoch Unterschiede zwischen verschiedenen Ländern, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Der Markt für mobile Apps wächst rasant. Die Umsätze von App-Stores und In-App-Werbung legten 2014 im Vergleich zum Vorjahr jeweils um rund 70 Prozent zu. Doch gibt es bei der App-Nutzung weltweit Unterschiede.

Die Beratungsfirma App Annie hat in einer Studie untersucht, wie die Menschen in Deutschland, den USA, Großbritannien, Japan und Südkorea Apps nutzen. Beschränkt haben sie sich dabei auf die beliebtesten Apps für iOS- und Android-Geräte in den ersten drei Monaten 2015.

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In sämtlichen untersuchten Ländern stehen Apps zur Kommunikation im Mittelpunkt der Smartphone-Nutzung. WhatsApp oder asiatische Äquivalente wie Line (Japan) sind in den untersuchten Ländern am beliebtesten – eine Ausnahme bildet hier die USA, wo soziale Netzwerke wie etwa Facebook noch beliebter sind.

Betrachtet man die beliebtesten Kommunikations-Apps, so fällt auf, dass in den USA Bildversand oder -veröffentlichung per App wie zum Beispiel via Snapchat oder Instagram deutlich gefragter sind als in den anderen untersuchten Ländern.

Mit Spielen verbrachte Zeit pro aktivem Benutzer

  • Südkorea

    Die südkoreanischen Benutzer von mobilen Android-Spielen sind etwa 3,5 mal so aktiv wie ihre US-amerikanischen Kollegen.

  • Deutschland

    Deutsche Nutzer von Spielen auf Android-Smartphones verbrachten nur unwesentlich weniger Zeit damit als Benutzer in den USA.

  • Vereinigtes Königreich

    Im Vergleich zu den USA waren die aktiven Benutzer des Vereinigte Königreich im ersten Quartal 2015 nur halb so aktiv.

  • USA

    Japanische Nutzer verbrachten im Vergleich zu den USA circa vier mal mehr Zeit mit mobilen Spielen auf dem Android-Smartphone.

Danielle Levitas, Forschungsleiterin bei App Annie, erklärt das mit kulturellen Unterschieden, die das Teilen von Informationen betreffen. „Die Amerikaner sehen das weitaus weniger problematisch als etwa die Deutschen.“

Gerade die jüngeren Amerikaner suchten ein Erlebnis, das über Facebook hinaus ginge – das biete Snapchat. „Textbasierte Kommunikation ist bei ihnen weniger beliebt“, sagt sie.

Doch auch in Europa dürften Snapchat, Instagram und Co. künftig beliebter werden. „Insgesamt wird die Kommunikation immer visueller – es werden mehr Bilder verschickt, aber auch mehr Videos.“ Das resultiere schon allein daraus, dass mehr schnelle 4G LTE-Netze aufgebaut würden, die solche datenintensive Kommunikationsformen erleichterten.

Die Asiaten spielen gerne

In Deutschland und in den USA verwenden die Nutzer etwa 60 Prozent der gesamten Zeit, die sie mit ihrem Smartphone verbringen, mit Kommunikations-Apps und Apps von sozialen Netzwerken. In Japan betrug der akkumulierte Wert nur 45 Prozent.

Kombinierter Umsatz für App Store & Google Play

  • Vereinigtes Königreich

    Im Vereinigten Königreich gehen etwa 73 % der Umsätze im App Store & Google Play auf mobile Spiele zurück.

  • Deutschland

    In Deutschland sind rund 75 % der Umsätze im App Store auf Spiele zurückzuführen.

  • USA

    In den USA werden etwa 80 % der Umsätze im App Store und Google Play über Spiele generiert.

  • Japan

    In Japan wurde in Q1 2015 fast der gesamte Umsatz im App Store durch mobile Spiele erzielt.

  • Südkorea

    Südkorea ist Spitzenreiter, was den Umsatz von mobilen Spielen betrifft. Auch hier wird kaum mit etwas anderem Geld gemacht.

Hier sind - genauso wie in Südkorea - Spiele beliebter. In Japan verbringen die Smartphone-Nutzer vier Mal so viel Zeit mit Spiele-Apps wie die amerikanischen Nutzer; in Südkorea verbringen sie doppelt so viel Zeit damit. Die Deutschen und die Briten dagegen spielen auf ihrem Smartphone noch weniger als die Amerikaner.

Neu ist dieser Trend nicht. „Schon seit Jahrzenten sind Spiele in Japan und Südkorea besonders beliebt“, sagt Levitas. Als Spiele noch auf Konsolen oder auf dem Computer gespielt worden , verbrachten Japaner und Südkoreaner bereits mehr Zeit damit. „Japan war der erste große Markt, in dem sich Konsolen durchsetzten.“

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Daraus dürfe man aber nicht schließen, dass Spiele-Apps in Europa oder Amerika unbeliebt seien. „Hier ist diese Leidenschaft nur weniger stark ausgeprägt“, erklärt sie. „Europäer und Amerikaner bevorzugen einen Unterhaltungsmix. Sie schauen mehr Videos – das reduziert den Anteil der Spielzeit.“

Entsprechend entfallen mehr als 90 Prozent der Umsätze in Japan und Südkorea, die in den App-Stores von Apple und Google generiert werden, auf Spiele. In Großbritannien und Deutschland sind es 70 Prozent.

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Mobildatennutzung

Was die Datennutzung pro aktivem Nutzer auf Smartphones betrifft, führt Südkorea das Ranking an. Laut den Autoren liege das vor allem an der gut ausgebauten Telekommunikationsstruktur. In Südkorea und Japan laufen fast 100 Prozent der mobilen Daten über die schnellen 4G LTE-Netze – in Großbritannien liegt der Anteil knapp unter 50 Prozent, in Deutschland sogar nur bei 25 Prozent.

Besonders datenintensiv ist in allen untersuchten Ländern die Nutzung des Video-Netzwerks Youtube.

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