Smartphone: So wird das Handy zum Lebensretter

Smartphone: So wird das Handy zum Lebensretter

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Das Smartphone als Lebensretter: Apps und Gadgets schützen und warnen in gefährlichen Situationen

von Katja Joho

Viele Smartphone-Apps sind kaum mehr als unnützer Zeitvertreib. Aber er gibt einige Soft- und Hardwareentwicklungen, die im Extremfall Leben retten können. Wie das Handy zum Schutzengel in der Hosentasche wird.

Es ist Kalender, E-Mail-Postfach, Kommunikationshilfe Nummer eins, aber gleichzeitig auch schon Musik-Player, Nachrichtenportal und Spielekiste: unser Smartphone. Dieses kleine Gerät, das wir wie Portemonnaie und Türschlüssel immer bei uns tragen, kann noch viel mehr. Wissenschaftler forschen an Apps und ergänzender Smartphone-Hardware, die unser Leben nicht nur digitaler, mobiler und bequemer machen soll, sondern auch sicherer.

Viele solcher Innovation befinden sich noch in der Entwicklung - ein paar finden sich aber auch schon in deutschen App-Stores. Eine davon ist Katwarn. Die App-Entwicklung des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme (Fokus) ist ein neuartiger Warndienst, der die Bevölkerung bei Unglücksfällen wie Großbränden, Bombenfunden oder Stürmen warnen soll. Die verantwortlichen Katastrophenschutzbehörden, Feuerwehrleitstellen oder Unwetterzentralen sollen per Push-Meldung Warnungen direkt und ortsbezogen auf die Handybildschirme betroffener Bürger schicken. Das Ziel: Schnell aufklären über die drohende Gefahr und Hinweise geben, wie man sich am besten verhalten sollte.

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Katwarn schließe aktuell eine Lücke im Bevölkerungsschutz, sagt Niklas Reinhardt, Katwarn-Pressesprecher beim Fokus. Da es immer weniger Sirenen in Deutschland gibt und das moderne Leben mobiler ist, sei das Smartphone das ideale Medium um überall – auch auf Reisen – erreichbar zu sein. „So selten Gefahrenmeldungen glücklicherweise auch auftreten: Wenn dann mal eine solche Situation eintritt, bekomme ich die Warnung direkt in meine Hosentasche“, sagt Reinhardt.

Mit der sogenannten „Schutzengelfunktion“ können sich Nutzer ortsgenau durch die App lokalisieren lassen und bekommen so etwaige Gefahrenmeldungen in ihrer Nähe angezeigt. Wer das nicht möchte, kann die Funktion deaktivieren und stattdessen bis zu sieben Bereiche benennen, über die er informiert werden möchte, wenn Gefahr droht. „Durch Ortsmarken oder Postleitzahlen kann ich beispielsweise den Kindergarten, das Wohnhaus meiner Großmutter oder mein Büro entsprechend markieren, sodass ich für diese Orte immer gewarnt werde, auch wenn ich mich aktuell nicht dort befinde“, sagt Reinhardt.

Berlin und Hamburg schon an Bord

Bislang sind noch nicht alle zuständigen Behörden und Rettungsdienste am System beteiligt. Doch die Länder, Städte und Regionen rüsten auf. Wer etwa in Berlin, Hamburg oder Rheinland-Pfalz lebt, für den gibt es schon Warnungen für „landesweite“ Gefahrensituationen. Außerdem sind bereits die Feuerwehren einiger Kreise und kreisfreien Städte mit Katwarn verbunden. Ebenso der Deutsche Wetterdienst, der auch deutsclandweit warnt. Laut Reinhardt könnte so bereits jeder zehnte Deutsche per Katwarn informiert werden.

Die wichtigsten Fakten zu Katwarn

  • Warnungen per Push

    Wenn es eine Gefährdungssituation gibt, wird der Smartphone-Besitzer durch einen speziellen Alarmton und Vibration gewarnt. Kurze Nachrichten sollen zudem konkrete Verhaltensweisen empfehlen.

  • Behörden warnen

    Die Push-Nachrichten informieren mithilfe von Symbolen und Kurzinfos auch darüber, wer die Warnung ausgegeben hat – sprich Katastrophenwarnschutz, Feuerwehrleitstellen oder Unwetterzentralen.

  • Personalisierte Warnungen

    Jeder App-Nutzer kann seine Warnungen auf zwei Arten personalisieren: Zum einen über die „Schutzengel-Funktion“. Die App ermittelt hier selbstständig den aktuellen Standort und warnt für diesen Bereich. Zum anderen können sieben Punkte angegeben werden, zu denen man Warnungen erhalten möchte.

  • Warnungen weitergeben

    Warnungen können über soziale Medien wie Twitter, Facebook oder Google+ mit Freunden geteilt werden.

  • Testalarm

    Um zu testen, wie der Alarm klingt und aussieht, kann jeder App-Nutzer einen persönlichen Testalarm auf dem eigenen Smartphone aktivieren.

Aktuell arbeiten die Forscher noch an Weiterentwicklungen der App. So könnten zukünftig Menschen nicht nur informiert, sondern auch qualifizierte Ersthelfer alarmiert werden. Dafür sollen sich etwa Ärzte und Sanitäter registrieren können und entsprechend benachrichtigt werden, wenn sie sich in einem Gefahrengebiet befinden. So können sie vielleicht schon vor dem Eintreffen der Rettungskräfte Hilfe leisten. „An solchen Ideen arbeiten wir aktuell und ich denke, dass eine Smartphone-App noch sehr viel mehr Potential bietet“, erläutert Reinhardt.

Lebensrettende Informationen soll auch die kostenlose App White Risk liefern. Sie wurde vom WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos entwickelt.

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