Smartphones: Licht und Schatten bei Blackberry Bold aus Bochum

Smartphones: Licht und Schatten bei Blackberry Bold aus Bochum

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Der neue Blackberry Bold 9700

Der kanadische Handyhersteller RIM präsentiert in Bochum sein neues Top-Modell Blackberry Bold 9700, das von ehemaligen Nokianern entworfen wurde. Im Juni 2008 sorgte das Aus für das Handy-Werk des finnischen Handyweltmarktführeres Nokia für einen bundesweiten Aufschrei. Mit den Folgen hadern vor allem Niedrigqualifizierte.

Es ist fraglos ein schickes Gerät, das der kanadische Smartphone-Spezialist Research in Motion (RIM) heute erstmals der Weltöffentlichkeit präsentiert: „Leistungsstärker, flacher und edler“ als sein Vorgänger soll der in Bochum entwickelte Blackberry Bold 9700, schwärmt Bernhard Krausse. 

Der 44-jährige Elektrotechniker leitet das Technik-Lobor von  RM in Bochum.  Bis Juni 2008 war Krausse für die weltweite Entwicklung von Nokias Oberklassehandys der N-Serie verantwortlich.

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Seit August letzten Jahres steht Krausse nun auf der RIM-Gehaltsliste.

Die Nokia-Vergangenheit des Entwicklerteams kann man vor allem an den inneren Werten ablesen. Äußerlich hat sich an Blackberrys neuem Smartphone, dem Nachfolger des erfolgreichen Bold 9000, nur wenig getan: Ein wenig kompakter ist das Gehäuse geworden, der fehleranfällige Trackball ist nun einem Trackpad gewichen, der ähnlich einem Mousepad auf Streichbewegungen der Finger reagiert.

Smartphone für High-Speed-Surfer

Doch ins Innenleben haben die Bochumer alles verpackt, was das Herz mobiler Kunden erfreut: vom WLAN-Modul für drahtloses Internet via Hotspot über den Online-Turbo HSDPA für das Mobilfunknetz bis hin zum GPS Empfänger. Sogar eine 3,2 Megapixel-Kamera ist mit an Bord.

Mit der Präsentation in Bochum wird ein Blackberry-Modell erstmals zuerst in Deutschland und erst später in Nordamerika vorgestellt – das ist ein Zugeständnis von RIM an das deutsche Entwickler-Team.

Gefertigt wird das Gerät von Lohnfertigern im Ausland, der kanadische Konzern leistet sich kaum eigene Fabriken.

Kaum neue Mieter auf Nokia-Werksgelände

Die rund 120 deutschen RIM-Techniker, die direkt von Nokia in das kanadische Technologieunternehmen gewechselt sind, dürften mächtig stolz auf sich sein.

Und insgeheim auch überaus erleichtert. Denn sie haben das plötzliche Wegbrechen ihres früheren Arbeitsplatzes rasch mit einem gut dotierten neuen Posten ersetzen können. Denn Anfang vergangenen Jahres beschloss der finnische Handyriese aus Kostengründen, die Handyproduktion per 30.Juni 2008 nach Rumänien zu verlagern – trotz starker bundesweiter Proteste.

Ihr früheres Firmengelände sehen die Ex-Nokia-Mitarbeiter  wohl nur mehr beim Vorüberfahren – denn RIMs Labor liegt in einem Seitentrakt der Ruhr-Universität, ein paar Kilometer Luftlinie von den ehemaligen Nokia-Werken entfernt.  

Auf dem großen Areal, das einst von über 3000 Mitarbeitern bevölkert wurde, herrscht nun trotz einiger neuer Mieter gähnende Leere.

Immerhin hat sich auf dem Gelände die Firma Novero angesiedelt, die Freisprechanlagen und Navigationsgeräte produziert. Gegründet wurde das junge Unternehmen vom früheren Chef für Nokias Deutschland-Geschäft, Razvan Olosu. 250 Mitarbeiter hat er direkt von seinem alten Arbeitgeber übernommen, nun beliefert er große Kunden wie VW und Ford mit maßgeschneiderten Geräten.

Vor kurzem hat auch der Klinikausstatter Roeser Medical bekanntgegeben, mit 260 Beschäftigten auf das ehemalige Werksgelände ziehen zu wollen. Bislang war der Anbieter für die Versorgung von Krankenhäusern in Mülheim an der Ruhr ansässig.

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