Smartphones & Tablet-PCs: Die Karten im Chipmarkt werden neu gemischt

Smartphones & Tablet-PCs: Die Karten im Chipmarkt werden neu gemischt

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will.i.am

von Matthias Hohensee

Lange dominierte Intel den Chipmarkt, doch im Wachstumsmarkt für Tablet-Computer und Smartphones hat die Konkurrenz die Nase vorn. Nun soll ein Rapper als neuer „Direktor für kreative Innovation“ helfen, wieder Anschluss zu finden.

Will.i.am ist ein gern gesehener Gast im Silicon Valley. Kürzlich präsentierte Marc Benioff, Chef des Online-Softwareanbieters Salesforce den technologieaffinen  Sänger der Black Eyed Peas als Stargast auf seiner jährlichen Hausmesse Dreamforce. Und der wartete wie abgesprochen mit seiner eigenen Interpretation vom Cloud Computing auf: Musik aus der Wolke. „Ich warte schon gespannt auf den Tag, wo meine Fans meine Musik in Echtzeit hören können, während ich sie komponiere“, erzählte der Musiker, der stets einen Laptop mit sich herumträgt. Jetzt hat Computerprozessor-Primus Intel will.i.am, mit bürgerlichen Namen William Adams, für sich entdeckt und verpflichtet. Nicht nur einfach schlicht als Werbefigur, sondern mit dem schicken Titel „Direktor für kreative Innovation“.

Tanzende Reinraum-Männchen reichen Intels-Marketingchefin Deborah Conrad nicht mehr aus, um die Jugend von heute vom Hocker zu reißen. Statt dessen sollen das von will.i.am designte Laptops, Smartphones und Tablet-Computer bewirken inklusive exklusiv für Intel geschriebene Songs, um die Kreationen zu bewerben.

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Flotte, computergenerierte Rythmen und nicht mehr nur der bewährte Intel Inside Jingle sollen Intel in das nächste große, modegeprägte Technologiegeschäft nach den Netbooks tragen – den Tablet-Computer und den Supersmartphones. Dort hat Intel zwar große Ambitionen, zeigt sich momentan aber schwachbrüstig. Die Dominanz aus dem PC-Geschäft – in achtzig Prozent aller Personalcomputer ticken Intel-Prozessoren - hat Intel-Chef Paul Otellini bislang nicht aufs Wachstumsgeschäft Tablet-Computer und Smartphones übertragen können. Das ist gefährlich. Besonders wenn die Tablet-Computer und Smartphones die Verkäufe von Notebooks und Desktop-PCs schmälern.

ARM statt Intel

Das große Geschäft macht derzeit die britische Firma ARM, die ihre Chiptechnologie an Kunden wie Samsung, Nvidia und Apple lizenziert.

84 Prozent aller Tablet-Computer, so will das Beratungsunternehmen IDC wissen, sind Apple iPads. In denen tickt der A4 – ein von Apple durch den Zukauf selber entwickelter Prozessor, der auf dem ARM-Design basiert. Denn Apple-Gründer Steve Jobs überzeugte Intels-Produktpipeline nicht. Deshalb ließ er lieber in Eigenregie einen stromsparenden Prozessor bauen. Der wichtigste iPad Konkurrent ist derzeit Samsungs Galaxy, ebenfalls mit eigenem Prozessor auf ARM-Basis.

Im PC-Geschäft liefert Intel zwar immer noch die Prozessoren für Apples Notebooks und Desktop-Computer. Wenn Apple bei seinen Macbooks künftig dank des erhöhten Absatzvolumens und damit günstigeren Produktionskosten durch den iPad-Erfolg auch auf einen eigenen Prozessor setzen würde, wäre dies zwar blamabel für Intel. Aber bei dem geringen Weltmarktanteil von Apple-Computern – geschätzte fünf Prozent – immer noch verkraftbar. Fatal wäre es allerdings, wenn Intel-Kunden wie Hewlett Packard oder Dell Apples Beispiel folgen würden, um sich bei der Hardware besser abgrenzen zu können. Noch ist das Theorie.

Ein langjähriger Partner von Intel setzt derweil lieber auf zwei Pferde. Auf der Unterhaltungselektronikmesse CES kündigte Microsoft-Chef Steve Ballmer eine Version von Windows an, die auch mit ARM-Prozessoren kompatibel ist.

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